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Hedgefonds mit Nahrungsmitteln: Zocken bis zur Hungersnot

Immer wieder fordern kritische Stimmen ein Ende der Spekulation mit Grundnahrungsmitteln. Meistens stehen dabei die Hedgefonds im Mittelpunkt der Kritik, weil gerade sie viel Geld bewegen und damit die Kurse für Nahrungsmittel zum Schwanken bringen.

Hedgefonds mit Nahrungsmitteln: Folgeschäden der Spekulation

Wer tatsächlich an der Spekulation der Hedgefonds mit Nahrungsmitteln leidet, sind die Menschen in der dritten Welt. Dabei geht aber nicht in erster Linie um hohe Preise.

Es geht vielmehr um Preisschwankungen, die durch den Markt entstehen. Viele arme Menschen leben von der Hand in den Mund. Für sie bedeutet ein gestiegener Weizenpreis oder teurer gewordener Reis, dass sie weniger für ihre Familie zu essen kaufen können. Derivate auf Lebensmittel: Mit Essen spielt man nicht

Da interessiert es sie nicht, ob der Preis im Durchschnitt in den letzten Jahren nur wenig gestiegen ist. Ein teurer Monat reicht, um viele Menschen verhungern zu lassen. Die Betroffenen haben kein Geld, um große Vorräte zu kaufen, wenn der Preis einmal niedrig ist. Sie müssen täglich oder wöchentlich kaufen, und das zum jeweils aktuellen Preis.

Hedgefonds fördern Liquidität und Preisausschläge

Wenn Hedgefonds Nahrungsmittel handeln, verstärken sie einen Trend. Ihnen ist es dabei egal, ob die Preise steigen oder fallen – Hauptsache, sie verdienen an der aktuellen Situation. Weil Hedgefonds besonders aggressiv in die Märkte gehen, sind sie für die größeren Preisausschläge verantwortlich. Das geht allerdings in beide Richtungen.


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Das heißt, Hedgefonds können Nahrungsmittel kurzzeitig extrem verteuern oder auch die Preise stark drücken. Dank der Fonds ist die Liquidität jederzeit hoch, und das hat durchaus auch Vorteile für den Markt.

Allerdings werden am Terminmarkt teilweise mehr Kontrakte gehandelt, als es Rohstoffe gibt, so dass die Zockerei rein virtuell stattfindet. Und deshalb ist es fraglich, ob man das auch mit Nahrungsmitteln machen muss, wenn Menschen direkt darunter leiden werden.

Viele Papiermärkte handeln ein Vielfaches von dem, was tatsächlich real existiert. Besonders Gold und Silber sind davon extrem betroffen: Teilweise werden die entsprechenden Jahresproduktionen von Silber innerhalb von wenigen Minuten virtuell verkauft, obwohl diese nicht real existieren. Silberbarren-Preisentwicklung: Industriemetall als Krisenvorsorge

Auch wenn man das bei Edelmetallen zulässt, so sollte zumindest bei Grundnahrungsmitteln eine Grenze gezogen werden.

Indexfonds schuld an steigenden Preisen

Nicht Hedgefonds, sondern Indexfonds sind an den steigenden Preisen bei Nahrungsmitteln schuld. Denn ein solcher Indexfonds profitiert ausschließlich davon, wenn die Kurse steigen. Hedgefonds hingegen können auch Geld verdienen, wenn die Kurse fallen und sie darauf gewettet haben.

Insofern geht es bei den Indexfonds auch nicht um den Nutzen, dass Liquidität im Markt ist. Diese Fonds kaufen oder verkaufen ihre Kontrakte mit Ansage. Auf Preisbewegungen reagieren sie kaum und handeln auch nicht ständig. Bei ihrem Investment geht es darum, auf höhere Preise zu spekulieren.

Wenn sie kaufen oder verkaufen, dann geschieht das nur wenige Male im Jahr und führt damit nicht zu einer gesteigerten Liquidität, die andere Marktteilnehmer das ganze Jahr nutzen könnten.

Hedgefonds und Nahrungsmittel: Fazit

Indexfonds sind für steigende Preise zuständig, Hedgefonds dagegen für die starken Preisausschläge in beide Richtungen. Oft werden jedoch insbesondere Hedgefonds ins Visier genommen, wenn es darum geht, einen Schuldigen für die steigenden Nahrungsmittelpreise zu finden.

Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Die Indexfonds und das Fehlen von Beschränkungen machen den Rohstoffmarkt zu einer großen Spielwiese für Investoren.

Inzwischen werden immer mehr Stimmen laut, die zumindest Großbanken auffordern, nicht mit Nahrungsmitteln zu handeln. Doch die Revolution beginnt beim Privatanleger. Wenn Indexfonds auf Nahrungsmittel keinen Zulauf mehr finden, werden sich wohl auch die Banken aus dem Geschäft zurückziehen.

Es gibt wahrlich genügend andere Möglichkeiten, in die man als Investor sein Geld fließen lassen kann – ohne, dass man damit Hungersnöte am anderen Ende der Welt mitverschuldet.

21. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.