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Offshore-Finanzplätze: Das Paradies für Alternative Investments

Platz ist in der kleinsten Hütte, heißt es. Hedgefonds brauchen nicht einmal den; ihnen reicht mitunter ein simpler Briefkasten. Vorausgesetzt er ist auf den Cayman Islands, Bermuda oder den britischen Jungferninseln angebracht.

Dabei ist die Bezeichnung Offshore eher irreführend. Denn prinzipiell geht es den Fondsmanagern bei der Standortwahl nicht zwingend um einen Ort auf „offener See“, sondern vielmehr um Plätze, an denen sie ihrer Anlagekreativität einen von Regeln befreiten Lauf lassen – und Steuern minimieren können.

Hedgefonds: Offshore-Anlage zur Steuerersparnis.

Hedgefonds sollen den Gewinnfluss in jedem Portfolio verstetigen. Dafür aber müssen sie nicht nur stetig Überschuss produzieren, sondern auch solch hohe, dass mögliche Marktmiseren bei den klassischen Anlageformen abgefedert bzw. ausgeglichen werden.

Kosten sind in solchen Fällen besonderes kontraproduktiv. Und ein Gutteil der Kosten bei Hedgefonds resultiert aus Steuerzahlungen. Wo diese geringer ausfallen, steigt folglich das Ansiedlungsinteresse für die alternativen Anlageformen.

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Neben exotischen Inselparadiesen zählen daher auch Finanzplätze wie Luxemburg, Liechtenstein oder die britischen Kanalinseln zu den begehrten Hedgefonds-Destinationen. Allerdings ist nur etwa jeder 10. Offshore-Hedgefonds in Europa beheimatet. Gut zwei Drittel werden über die Caymans betrieben.


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Grund dafür ist auch, dass dort der Einsatz von Finanzierungsinstrumenten nahezu unbeschränkt ist. Leerverkäufe sind legitim, und auch die Fremdfinanzierung von spekulativen Transaktionen ist gängig.

Hedgefonds: Offshore-Vehikel im Visier der Regulierer

Praktiken wie diese sind den Aufsichtsbehörden in den großen Industriestaaten ein Dorn im Auge. Sie gelten als Mechanismen, die die jüngste Finanz- und Wirtschaftskrise mit eskalieren ließen.

Zumal viele Hedgefonds ihren Investoren so hohe Einstiegssummen abverlangen, dass der Anlegerkreis zumeist auf institutionelle Geldgeber beschränkt ist. Deren Finanzkraft hat aber an den Märkten Gewicht.

So bemüht sich die Europäische Union schon seit einigen Jahren, der Anlagekreativität von Hedgefonds-Managern Grenzen zu setzen. Die so genannten UCITS-Richtlinien sollen die Fondsbetreiber zu mehr Transparenz zwingen und erlegen ihnen strengere Haftungsvorschriften auf.

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Außerdem werden Möglichkeiten wie der Hochgeschwindigkeitshandel zunehmend eingeschränkt.

Hedgefonds: Offshore-Oasen sollen „trocken“ gelegt werden

Wesentliches Merkmal von Offshore-Hedgefonds ist, dass sie an den Finanzplätzen außerhalb der streng regulierten Standorte registriert sind. Das heißt aber nicht, dass sie auch von dort gemanagt werden.

Gerade im weltweit bedeutendsten Hedgefonds-Markt, den USA, ist es gängig, dass die Hedgefonds-Manager Offshore-Vehikel beispielsweise von New York aus steuern. Ohnehin sitzen auch die Käufer sowie deren Depotbanken zumeist „onshore“.

Hier haben Regulierungsbehörden zuletzt einen Ansatzpunkt gefunden, mit dem sie Offshore-Hedgefonds aushebeln wollen. Das passiert über verschärfte Auflagen für Depotbanken und sonstige Verwahrstellen, nicht zuletzt aber auch über den Ausschluss lukrativer Käuferschichten wie vermögende Privatanleger.

Wichtigstes Mittel bleibt aber der Steuerhebel. Gelingt das Vorhaben der großen Industriestaaten, Steuerparadiese zu mehr Transparenz und zur Harmonisierung der Abgabenstrukturen zu drängen, könnte manch Offshore Hedgefonds bald ausgetrocknet sein.

30. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Marcus Schult. Über den Autor

Finanzen sind sein Leben: Mit dem richtigen Gespür für Wirtschaft- und Finanzthemen ausgestattet liefert der ehemalige ARD-Mann das richtige Know-How.