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Hedgefonds: Regulierung 3.0?

Hedgefonds können Depots aufwerten. Aber jetzt wollen die Regulierer nicht nur Privatanleger, sondern ganze Märkte vor zu viel Fantasie schützen.

Am Anfang allen Ungemachs stand eine kleine Wortspielerei: Seit Jahrzehnten wird der Begriff „Hedging“ in der Finanzindustrie mit „Absicherung“ gleichgesetzt. In der eigentlichen Wortbedeutung heißt „to hedge“ etwas einzäunen, eingrenzen.

Das musste irgendwann Gegenwind auslösen. Kritiker bemängeln seit den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts, dass Hedgefonds vielleicht vieles „eingrenzen“ würden, gewiss aber nicht das Risiko. Im Gegenteil.

Hedgefonds-Regulierung: Kreativität soll begrenzt werden

Und auch der Umstand, dass die Befürworter und Manager von Hedgefonds diese Anlageprodukte gern auch als alternative Investments einordnen, hat schon den Vorwurf der Irreführung laut werden lassen. Denn bei alternativen Anlagen denkt so mancher an Nachhaltigkeitsinvestitionen beispielsweise in Umweltprojekte oder Mikrokredite.

Tatsächlich suchen Eingeweihte mit der Anlage in Hedgefonds eine Alternative zu den gerade nach der Finanzkrise eher zins- und renditeschwachen etablierten Assetklassen, aus denen sich die klassischen Investment- oder Pensionsfonds zusammensetzen.

Was den Ruf nach Regulierung schon früh aufkommen ließ, war die Kreativität, mit der Hedgefonds Gewinnchancen suchen und zum Teil sogar selbst generieren.


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Lesen Sie dazu auch: Hedgefonds Funktionsweise der Renditemaximierung

Diese Kreativität geht vielfach mit einer vergleichsweise geringen Transparenz einher. Hedgefondsmanager schweigen gern über die Zusammensetzung ihrer Portfolios. Und wer in eines ihrer Produkte investiert hatte, konnte lange Zeit nur zu wenigen Zeitpunkten im Jahr sein Geld wieder abziehen, und das auch nur mit langfristiger Voranmeldung.

Handels- und Transparenzregeln auf EU-Ebene

Und so begann die EU-Kommission bereits Anfang der 2000er Jahre, den Hedgefonds Grenzen zu setzen. In den so genannten OGAW, den Rechts- und Verwaltungsrichtlinien, die bestimmte Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren betreffen, wurden erste Zulassungs- und Handelsauflagen festgelegt.

Hedgefonds unterliegen somit wie andere Anlageprodukte der Finanzaufsicht. Diese unterbindet – zumindest in Europa – konzentrierte Portfolios oder auch die Verbesserung der Eigenkapitalrendite über die Aufnahme von Krediten.

In Deutschland waren Hedgefonds lange Zeit generell nicht zum öffentlichen Handel zugelassen. Mit der Verabschiedung des Investment-Modernisierungsgesetzes wurde jedoch der Vertrieb von sogenanntem „Sondervermögen mit zusätzlichen Risiken“ ermöglicht, quasi „Hedgefonds light“.

Hedgefonds in Deutschland: späte Zulassung – strenge Regulierung

Vor allem institutionelle Anleger sollten damit Zugang zu Fonds erhalten, die mit Techniken wie Leerverkäufen oder Leveraging Rendite erzielen. Anteile an solchen Fonds durften aber nicht öffentlich gehandelt, sondern nur über bilaterale Kaufverträge (Private Placements) weitergegeben werden.

Privatanleger konnten nur in sogenannte Dachhedgefonds investieren. Um diese zu vertreiben, wurden für die Fondsanbieter spezielle Prospektpflichten eingeführt. Mit Warnhinweisen wie:

„Der Bundesminister der Finanzen warnt: Bei diesem Investmentfonds müssen Anleger bereit und in der Lage sein, Verluste des eingesetzten Kapitals bis hin zum Totalverlust hinzunehmen!“

sollte vor allem der Schutz von Privatanlegern verbessert werden. Doch die wollten zumeist nicht die heimischen „Lightprodukte“ kaufen, sondern investierten lieber in Zertifikate auf internationale Hedgefonds.

Hedgefonds-Regulierung als Antwort auf die Finanzkrise

Diese sorgten in der jüngsten Finanzkrise für verstärktes Aufsehen, weil sie im großen Stil gegen die Kreditwürdigkeit einzelner Staaten wie Griechenland, Irland oder Portugal wetteten – mit massiven realwirtschaftlichen Folgen.

Dieser geballten Finanzkraft soll nun mit verschärften Regeln beizukommen sein. Insbesondere Deutschland strebt Vorschriften an, die Hedgefonds faktisch vom hiesigen Markt ausschließen.

Der Erfolg bleibt abzuwarten. Branchenbeobachter bescheinigen den Hedgefondsmanagern meist mehr Fantasie als der regulierenden Politik.

7. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Marcus Schult. Über den Autor

Finanzen sind sein Leben: Mit dem richtigen Gespür für Wirtschaft- und Finanzthemen ausgestattet liefert der ehemalige ARD-Mann das richtige Know-How.