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Hedgefonds-Zulassung: Deutschland probt die Rolle rückwärts

Sie hatten es doch nur gut gemeint, die rot-grüne Bundesregierung und ihr Finanzminister Hans Eichel. Deutschland sollte wieder eine führende Rolle in der globalen Wirtschaft spielen. Und dazu sollte das Land auch einen Finanzmarkt bekommen, der internationalen Standards genügte – und auch den Kleinanlegern neue Investitionsmöglichkeiten eröffnete.

Hedgefonds-Zulassung: Deutschland sollte sich öffnen

Zu diesen Standards gehörte auch der Handel mit Hedgefonds. Zwar war das Geschäft mit Derivaten auch hierzulande Anfang der 2000er Jahre nichts Unbekanntes mehr, aber die Kombination mit Leerverkäufen, die systematische Suche nach gewinnbringenden Ineffizienzen, sie waren Vorgehensweisen, die nur Profis, und das auch nur jenseits des heimischen Marktes, praktizieren konnten.

2003 sollte das anders werden. Mit dem so genannten Investmentmodernisierungsgesetz, das die Auflage entsprechender Anlagevehikel erlaubte. Mehr noch: Auch Privatanleger durften nach dem neuen Recht Anlage an so genannten Dach-Hedgefonds erwerben.

Dieser Schritt hatte eine gewisse Konsequenz, wurden doch die Bürger im Zuge der vielfältigen Reformen stärker in die Pflicht genommen, finanzielle Vorsorge zu betreiben. Dazu brauchte es Anlagevehikel mit attraktiven Renditechancen. Hedgefonds: Funktionsweise der Renditemaximierung


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Doch die Kritiker verwiesen schnell auf die Kehrseite der Medaille: überdurchschnittlichen Gewinnaussichten standen auch höhere Risiken gegenüber. Das Manager-Magazin sprach im Zusammenhang mit der Hedgefonds-Zulassung in Deutschland von „Spiel mit dem Feuer“.

Dem wollte der Gesetzgeber begegnen, indem er den Fondsanbietern auferlegte, seine Anleger mit einem Hinweis zu warnen. „Der Bundesminister der Finanzen warnt: Bei diesem Investmentfonds müssen Anleger bereit und in der Lage sein, Verluste des eingesetzten Kapitals bis hin zum Totalverlust hinzunehmen.“, musste bei jedem Anteilskauf in den Unterlagen stehen.

Hedgefonds-Zulassung: Deutschland dreht die Uhr zurück

Nach der Überzeugung der Regulierer hat es nicht viel geholfen. Viele Anleger erlitten schmerzhafte Verluste während der Finanz- und Wirtschaftskrise. Hedgefonds und deren Strategien galten als maßgebliche Treiber der Krise.

So kam 10 Jahre nach dem Investmentmodernisierungsgesetz eine Neuregelung für die Hedgefonds-Zulassung in Deutschland: Mit dem Kapitalanlagegesetzbuch sollen die G20-Beschlüsse zur Neuordnung der Finanzmärkte umgesetzt werden.

Nach der Vereinbarung der Regierungschefs der wichtigsten Industrienationen darf kein Finanzmarkt, kein Finanzmarktakteur und kein Finanzmarktprodukt unbeaufsichtigt bleiben. Zudem ist das Investment in Hedgefonds für Privatanleger verboten (AIFM-Umsetzungsgesetz, 17/12294).

Offen ist jedoch, inwieweit die Uhren vollständig zurückgedreht werden können. Zu stark haben sich Hedgefonds als „Beimischung“ zur Ertragssicherung in gemanagten Kapitalanlagen durchgesetzt.

So ist es professionellen Anlegern nach wie vor erlaubt, in Hedgefonds zu investieren oder selbst welche aufzulegen. Sie unterliegen allerdings der strengen Aufsicht durch die BaFin. Und der Gesetzgeber beschränkt auch nicht die Strategien, die verfolgt werden dürfen. Aber er verlangt Risikomischung und begrenzt den Einsatz von Investmenthebeln.

Dem kapitalmarktaffinen Privatanleger sind die Gewinnchancen durch Hedgefonds also nicht grundsätzlich verbaut. Allerdings kann er nur noch indirekt investieren. Und mit jeder Zwischeninstanz steigen die Kosten. Das mindert die Attraktivität der Hedgefonds.

4. Januar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Marcus Schult. Über den Autor

Finanzen sind sein Leben: Mit dem richtigen Gespür für Wirtschaft- und Finanzthemen ausgestattet liefert der ehemalige ARD-Mann das richtige Know-How.