Heikle Depots im Ausland? Spätestens jetzt aktiv werden

Gleich ob Kapitalerträge, Schwarzgeld oder heikle Erbschaften: Wer Geld im Ausland besitzt, hat kaum noch Chancen, unerkannt zu bleiben. Rund um den Globus geben die Banken nun Kundendaten an die Behörden weiter, und immer mehr Länder stehen miteinander in Kontakt. Die Zeit ist gekommen, eigene Bestände in der Steuererklärung anzugeben und notfalls nachzuversteuern.

Grenzüberschreitender Informationsaustausch von Steuerdaten

Seit Anfang 2016 gilt weltweit ein grenzüberschreitender Informationsaustausch von Steuerdaten. Über hundert Staaten haben eine entsprechende Richtlinie der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) unterzeichnet, die jeweils in nationales Recht umgesetzt wird.

Parallel wird der noch intensivere Informationsaustausch auf EU-Ebene vorangetrieben. Das alles bedeutet: Die Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg oder Österreich sind kein sicherer Hort mehr. Und weil selbst Singapur, Cayman Islands oder Virgin Islands den OECD Standard übernehmen, geht die Zeit der Steueroasen zu Ende.


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Zudem kann man sich nicht mehr hinter bislang anonym gezahlten Quellensteuern im Ausland verstecken. Auch Personen- und Kapitalgesellschaften werden nun erfasst. Kern des Ganzen ist ein gemeinsamer Meldestandard CRS (Common Reporting Standard). Ausgetauscht werden persönliche Daten, Steuernummern sowie jährliche Kontenstände und die Summe aller Gutschriften.

Nicht bis nächsten September warten

Der Ablauf sieht so aus: 2016 werden zunächst überall die Daten gesammelt. Der eigentliche grenzüberschreitende Informationsaustausch von Steuerdaten findet ab Mitte 2017 statt. Die Finanzinstitute übermitteln bis 30. Juni die Informationen für das Steuerjahr 2016 ans Bundeszentralamt für Steuern. Und ab September werden die Daten automatisch international ausgetauscht. Eine Reihe von Ländern wie die Schweiz, Österreich oder Kanada folgen ein Jahr später.

Als Steuerzahler sollte man aber schon vorher aktiv werden und notfalls nicht mit einer Selbstanzeige bis zum Herbst 2017 oder 2018 warten, wenn die Nachzöglinge übermitteln. Selbstanzeigen haben immer noch strafbefreiende Wirkung, wenn auch mit strengeren Voraussetzungen.

Wer sich unsicher ist, ob er Gelderträge aus dem Ausland überhaupt nachversteuern muss, geht am besten sofort mit den Unterlagen zum Steuerberater, um einer Strafanzeige zuvorkommen. Dabei sind die nicht erklärten Erträge der letzten zehn Jahre zu prüfen, weil die noch im Rahmen der Verjährung liegen.

Erbschaften im Ausland überprüfen

Überprüfen sollte man auch ausländische Erbschaften. Hier geht es nicht nur um Schwarzgeld und Depots mit Zinsen und Dividenden, sondern zugleich um eventuelle Erbschaftssteuern, die auch Grundstücke und Häuser betreffen. Selbst wenn die im Ausland gezahlt wurden, könnte immer noch der deutsche Fiskus Ansprüche haben. Ob dies der Fall ist, hängt davon ab, ob ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland vorliegt und was es beinhaltet.

Als Erbe steht man auf jeden Fall in der Pflicht, auch was geerbtes Schwarzgeld angeht – allerdings nur wenn man davon Kenntnis hat. Zu Nachforschungen im Erbfall ist man nicht verpflichtet. Ansonsten ist es in der Steuererklärung anzugeben. Wenn nicht, droht ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung. Erfährt man vom Schwarzgeld erst nach Abgabe der Steuererklärung, lässt sich diese berichtigen.

Ein echtes Problem aber entsteht, wenn das geerbte Geld nicht reicht, um die nachträglich geforderten Steuern, die vom Verstorbenen hinterzogen wurden, zu bezahlen. Deshalb sollte man Erbschaften unbedingt überprüfen, bevor man sie annimmt. Grundsätzlich gibt es nur sechs Wochen Zeit, sie auszuschlagen.

Verbleibende Länder mit Bankgeheimnis

Im grenzüberschreitenden Informationsaustausch von Steuerdaten sollte man aber eines nicht machen: hoffen, dass es keiner merkt. Je nach Land kann sich die Datenübermittlung allenfalls etwas verzögern. Es sei denn, es hat die OECD Richtlinie nicht unterschrieben oder wird es auf absehbare Zeit nicht tun, was auf gut 70 von insgesamt 193 Ländern auf der Erde zutrifft. Gambia Georgien, Libanon oder Paraguay und andere sind außen vor.

6. Dezember 2016

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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