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Heineken-Aktie im Windschatten der Champions League

Die niederländische Heineken N.V. ist mit rund 85.000 Mitarbeitern die weltweit drittgrößte Brauerei hinter Anheuser-Busch InBev und SABMiller. Zu den führenden Biermarken des im Februar 1864 gegründeten Unternehmens zählen neben Heineken, insbesondere Amstel, Desperados, Sol und Strongbow Gold.

Die Niederländer sind dabei vor allem im Premium-Segment aktiv, wobei Heineken etwa 60 Prozent seiner gesamten Umsätze in Westeuropa und Amerika erzielt.

Ferner hat sich Heineken in den vergangenen Jahren auch mit ausgesuchten Zukäufen in Lateinamerika und Asien verstärkt. In 2010 wurde beispielsweise das Biergeschäft von FEMSA in Mexiko und Brasilien übernommen, in 2012 übernahmen die Niederländer die vollständige Kontrolle über die Brauerei Asia Pacific Breweries.

Nicht zuletzt vom erhöhten Bierdurst in Schwellenländern konnte auch Heineken seine Umsätze in den vergangenen 5 Jahren sukzessive steigern und in 2013 einen Umsatz von 19,2 Mrd. € ausweisen. Von dieser Entwicklung profitierten auch Anleger und die Heineken-Aktie, die im 5-Jahreszeitraum um knapp 200% zulegte.

Heineken_10_JahresChart

10-Jahreschart Heineken, Quelle: Frankfurter Börse

Heineken-Aktie profitiert von Ausstrahlungseffekten

Heineken ist zwar kein offizieller Sponsor der Fußball-WM in Brasilien, dafür jedoch einer der Hauptsponsoren bei der UEFA Champions League, der Königsklasse des europäischen Profi-Fußballs. Daher dürften auch die Niederländer vom Fußball-Fest am Zuckerhut profitieren.

Der Grund sind sogenannte „Spillover-Effekte“. Damit sind Ausstrahlungseffekte gemeint, die ein Großereignis wie die Fußball-WM in Brasilien nach sich ziehen. Auf den ersten Blick haben Brauereien zunächst wenig mit Fußball zu tun, dennoch dürften Bierbrauer wie die Heineken-Aktie neben Sportartikel-Herstellern wie Adidas zu den Hauptgewinnern der großen Fußball-Party in Brasilien zählen.

Warum Brauereien auf gutes Wetter hoffen

Denn nicht nur vor dem heimischen Fernseher werden sich wieder mehrere hundert Millionen Zuseher einfinden, sondern auch bei vielen Public-Viewing-Aktionen in den Städten werden wieder tausende Zuschauer erwartet. Und hier fließt das Bier in Strömen, wie es bereits bei den Spielen in 2010 und 2006 zu beobachten war – wenn das Wetter mitspielt.

Das Wetter ist der große Unsicherheitsfaktor für die Brauereien. Bleibt es kalt und regnerisch, werden sich die Ausstrahlungseffekte der Fußball-WM (5-6% Mehrumsatz) für die Bierbrauer eher in Grenzen halten, da die Massen dann lieber zuhause bleiben.

Heineken verlängert Sponsoring bei der Champions League

Dennoch ist auch Heineken überzeugt vom Thema Fußball und dessen Werbewirkung. Das Unternehmen ist einer der Hauptsponsoren der UEFA Champions League und hat seinen Sponsoren-Vertrag bis zum Jahr 2018 verlängert.

Der Grund: Die Champions League zieht jährlich Millionen Zuseher in ihren Bann, allein das Finale 2013 verfolgten rund 168 Millionen Zuschauer. Ähnliche Zuschauerzahlen werden auch in den nächsten Jahren erwartet, nachdem das Interesse am europäischen Spitzenfußball nach wie vor ungebrochen ist.

Was können Anleger von Heineken erwarten?

Für die Niederländer hat die Marke Heineken einen hohen Stellenwert. Das Unternehmen will den Bekanntheitsgrad seiner Marke weiter erhöhen und sieht in der Champions League die ideale Bühne hierfür.

Trotz hoher Kosten für den Champions League Deal (ca. 20 Mio. €), ist sich Heineken seiner Verantwortung gegenüber den Aktionären bewusst und senkt an anderer Stelle die Kosten. Bis Ende 2014 sollen die Kosten um rund 625 statt um 525 Mio. € gesenkt werden, was sich positiv auf die Ertragsentwicklung und damit auf die Heineken-Aktie auswirken dürfte.

Heineken-Aktionäre sollten daher weiter am Ball bleiben, zumal die Brauerei auch mit anderen Innovationen wie zum Beispiel „The Sub“ (einer Zapfanlage für zuhause) inzwischen 1,1 Mrd. € umsetzt.

13. April 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands