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Heizkostenabrechnung: Beliebte Fehlerquellen vermeiden

Unabhängig davon, mit welchem Gerät die Verbrauchserfassung in Ihrer Wohnung erfolgt, kommt es leider bei der Ablesung der Geräte oder aber bei der Erfassung des Verbrauchs nicht selten zu Fehlern.

Wird etwa bei einem elektronischen Heizkostenzähler die Batterie nicht rechtzeitig ausgetauscht, liest das Gerät den Verbrauch nicht mehr ab.

Erfolgt eine falsche oder gar keine Ablesung, können Sie das nur bis zum Ende des jeweils nachfolgenden Jahres korrigieren, denn nur bis dahin wird der alte Wert gespeichert.

Sind in Ihrer Wohnung Verdunstungsgeräte installiert, kann eine fehlerhafte Ablesung im Nachhinein ohnehin nicht mehr korrigiert werden. Diese Geräte zeigen stets den aktuellen Verbrauch an, sind aber nicht in der Lage, einen alten Wert festzuhalten.

Heizkostenverordnung sieht Kürzungsrecht vor

Viele Mieter nehmen an, bei solchen Ablesefehlern zu einer Kürzung der Heizkosten berechtigt zu sein. Die Heizkostenverordnung besagt:

„Soweit die Kosten der Versorgung mit Wärme oder Warmwasser – entgegen den Vorschriften dieser Verordnung – nicht verbrauchsabhängig abgerechnet werden, hat der Nutzer das Recht, bei der verbrauchsabhängigen Abrechnung die Kosten des auf ihn entfallenden Anteils um 15 von Hundert zu kürzen.“


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Wichtig ist jedoch: Dieses Kürzungsrecht besteht nur, wenn die Abrechnung nicht nach der Heizkostenverordnung erfolgt.

Keine Kürzung bei Vergleichsberechnung oder Gradtagszahlenmethode

Nach der Heizkostenverordnung ist es jedoch zulässig, eine Abrechnung im Wege der Vergleichsberechnung oder der Gradtagszahlmethode durchzuführen. Bei der Vergleichsberechnung wird der Verbrauch auf der Grundlage des Verbrauchs in den Vorjahren ermittelt.

Bei der Gradtagszahlmethode wird der Wärmeverbrauch durch Errechnung der Differenz zwischen der Raumtemperatur von 20 °C und der jeweiligen Außentemperatur im Laufe eines Jahres ermittelt. Auch wenn es sich bei beiden Abrechnungsmethoden letztlich um Schätzungen handelt, gewährleisten sie eine möglichst exakte Ermittlung des Wärmeverbrauchs.

Die Abrechnung nach der Vergleichsmethode ist in den Vorschriften der Heizkostenverordnung ausdrücklich vorgesehen, sodass hier eine Kürzung des Verbrauchs um 15% nicht möglich ist.

Folgendes ist wichtig für Sie: Selbst wenn die Heizkostenverordnung die Berechnung der Heizkosten nach der Gradtagszahlenmethode nicht ausdrücklich vorsieht, hat der BGH das 15%ige Kürzungsrecht des Mieters für diesen Fall ausgeschlossen (BGH, Urteil v. 18.01.06, Az. BGH VIII ZR 71/05).

Das Kürzungsrecht ist nur bei solchen Abrechnungsmethoden gegeben, die der Heizkostenverordnung entgegenstehen. Das ist aber bei der Gradtagszahlenmethode nicht der Fall, auch wenn sie nicht ausdrücklich in der Heizkostenverordnung vorgesehen ist.

Dann ist Ihr Mieter zur Kürzung berechtigt

Das Recht Ihres Mieters zur Kürzung seiner Heizkosten um 15% würde lediglich dann bestehen, wenn Sie Ihrer Pflicht zur verbrauchsabhängigen Abrechnung nicht nachkommen würden, etwa bei einer Verteilung der Heizkosten ausschließlich nach Quadratmetern.

Auch wenn die Ursachen für die nicht verbrauchsabhängige Abrechnung beim Vermieter liegen, ist eine Kürzung möglich. So beispielsweise, wenn das Wärmemessdienstunternehmen Sie wiederholt ergebnislos darauf hingewiesen hat, dass Messgeräte defekt sind oder ihre Eichgültigkeitsdauer abgelaufen ist und sie daher ausgetauscht werden müssen.

Ebenso wenn Sie es schuldhaft unterlassen, für eine gesetzeskonforme Abrechnung zu sorgen. In diesen Fällen hat Ihr Mieter das Recht, seinen Heizkostenanteil um 15% zu kürzen. Bei einer Schätzung aufgrund von Ablesefehlern dagegen nicht.

Wie Sie den Verbrauch am Heizkostenverteiler ablesen

Als Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung, die über eine Zentralheizung verfügen, sind Sie nach der Heizkostenverordnung dazu verpflichtet, die Heizkosten nach Verbrauch abzurechnen.

Zur Ermöglichung der verbrauchsmäßigen Abrechnung des Verbrauchs sind in den Wohnungen Heizkostenverteiler installiert. In der Regel sind das elektronische Geräte, an denen Sie den jeweiligen Verbrauch ablesen können.

In einigen älteren Wohnungen gibt es nach dem Verdunstungsprinzip funktionierende, thermometerähnlich aussehende Geräte. Diese enthalten eine mit Flüssigkeit gefüllte Ampulle. An der Menge der Flüssigkeit können Sie den Verbrauch feststellen.

14. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.