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Heizkosten-Erfassung: Wann Sie verbrauchsunabhängig abrechnen dürfen

Bei der Erfassung von Heiz- und Wasserkosten hat sich etwas getan.

Und es ist Ihre Aufgabe, dafür Sorge zu tragen, dass die entsprechenden Geräte der heutigen Norm entspechen.

Alle Heizkostenerfassungsgeräte, die vor dem 01.07.81 eingebaut wurden, und alle Warmwasserkostenerfassungsgeräte, die vor dem 01.07.87 eingebaut wurden, müssen Sie bis spätestens zum 31.12.13 austauschen.

Jetzt möglich: Abrechnung zu 100% nach Verbrauch

Erfreulich ist, dass Sie nach der neuen Heizkostenverordnung im Mietvertrag einen Abrechnungsschlüssel mit Ihrem Mieter vereinbaren dürfen, der über das vorgeschriebene Verbrauchs-Minimum hinausgeht und demzufolge die Heiz- und Warmwasserkosten zu 80, 90 oder gar zu 100% nach Verbrauch abgerechnet werden.

Übrigens: Die neue Heizkostenverordnung stellt in Ergänzung zur Betriebskostenverordnung jetzt klar, dass Eichkosten umlagefähig sind.

In diesen Fällen dürfen Sie auch nach der neuen Heizkostenverordnung verbrauchsunabhängig abrechnen

  • Ihr Gebäude weist einen Heizwärmebedarf von weniger als 15 kWh/m2 aus (sogenanntes Passiv- bzw. Niedrigenergiehaus).
  • Die Erfassung des Verbrauchs von Wärme und Warmwasser ist in der Wohnung technisch nicht möglich oder wäre für Sie mit völlig unverhältnismäßigen Kosten verbunden.
  • Ihr Gebäude besteht nur aus zwei Wohnungen, wobei eine von Ihnen dauerhaft selbst bewohnt wird.
  • Bei den Mieträumen handelt es sich um solche, die als Alters- und Pflege heim oder als Studenten- und Lehrlingsheim genutzt werden.
  • Die Mieträume wurden vor dem 01.07.1981 fertiggestellt und der Mieter kann aus technischen Gründen seinen Wärmeverbrauch nicht selbst beeinflussen.

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  • Die Mieträume werden überwiegend mit Wärme aus einer Anlage der Kraft-Wärme-Kopplung versorgt.
  • Die Mieträume werden überwiegend mit Wärme aus einer Anlage zur Rückgewinnung von Wärme oder durch Wärmepumpen oder Solaranlagen versorgt.

Falsche Abrechnung: Mieter darf 15% der Kosten einbehalten

Diese Frage ist für Sie von großer Bedeutung, denn wenn Ihre Heizkostenabrechnung insoweit fehlerhaft ist, darf Ihr Mieter 15% der auf ihn nach der verbrauchsunabhängigen Abrechnung entfallenden Kosten einbehalten. Als Strafe gewissermaßen.

Die neue Heizkostenverordnung gilt nicht für alle Abrechnungszeiträume, sondern nur für solche, die ab dem 01.01.2009 beginnen.

Wenn Sie über die Heizkosten vom 01.07. bis 30.06. abrechnen, dürfen bzw. müssen Sie noch nach der alten Heizkostenverordnung abrechnen.

Erst für den nächsten Abrechnungszeitraum, der dann am 01.07.09 beginnt, haben Sie sich an die Vorgaben der neuen Regelungen zu halten. Die gilt eben so, wenn Sie über die Heizkosten kalenderjährlich, aktuell also vom 01.01. bis 31.12.09 abrechnen.

So müssen Sie nun die Heizkosten verteilen

Grundsätzlich sind für alle Abrechnungszeiträume, die nach dem 01.01. beginnen, die Heizkosten

? zu 30 % nach den Grundkosten und

? zu 70 % nach den Verbrauchskosten zu verteilen,

vorausgesetzt, die folgenden drei Kriterien treffen auf Ihr Gebäude zu:

  • Ihr Gebäude erfüllt nicht die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung von 1994.
  • Ihr Gebäude wird mit einer im Gebäude selbst liegenden Öloder Gasheizung versorgt.
  • Die freiliegenden Leitungen der Wärmeverteilung sind überwiegend gedämmt (unter Putz liegende Leitungen gelten als gedämmt).

Für alle Gebäude, auf welche diese drei Kriterien nicht zutreffen, bleibt alles wie bisher: Sie

dürfen die Heizkosten zu mindestens 50% und höchstens zu 70% nach dem tatsächlichen Verbrauch des Mieters abrechnen.

Ob diese 3 Kriterien, insbesondere die erste Voraussetzung, auf Ihr Gebäude zutreffen, kann nur ein (Heizungs-) Fachmann verlässlich beurteilen, den Sie für eine Vor-OrtPrüfung zu Rate ziehen sollten.

Und zwar in Ihrem eigenen Interesse: Rechnen Sie nach einem niedrigeren Verbrauchsanteil ab, als es das Gesetz vorsieht, darf Ihr Mieter wie gesagt zur Strafe 15% der nach nicht verbrauchsabhängiger Abrechnung auf ihn entfallenden Kosten einbehalten.

21. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.