Das nicht enden wollende Theater in Attika geht in die nächste Runde.
Während sich Europa verbiegt, um den Griechen die nächsten Milliarden hinterher zu werfen – obwohl jeder weiß, dass das Land nicht reformierbar ist – geben sich die Hellenen bockig.
Seltene Augenblicke der Ehrlichkeit
Die Momente der Wahrheit sind rar – doch vorige Woche blitzten sie im wabernden Nebel des Polit-Speaks doch mal kurz auf.
Zunächst wurde in Berlin bekannt, dass die Bundesregierung Zweifel hegt, ob Griechenland mit den vorgesehenen Spar-Maßnahmen die Schuldenkrise überwinden kann. Soll heißen: Mit Griechenland wird das eh nix mehr. Dem kann ich nur zustimmen.
Hier ein netter Chart, der den Glauben des Finanzmarktes an Hellas verdeutlicht. Das Schaubild zeigt eine 10jährige Anleihe, die im Jahr 2012 ausläuft. Der Bond wird derzeit gehandelt mit einem Kurs von 21! Das heißt per heute rechnen die Anleger mit einem Kapitalschnitt von 80%!! Die aktuelle Rendite liegt bei rund 40%.
Schnäppchen aus Athen
Dann legte Bundeskanzlerin Angela Merkel nach: Sie warnte, eine Pleite Griechenlands würde ein „hohes Maß an Unsicherheit“ schaffen. Das stimmt zweifellos, doch mittlerweile frage ich mich, ob es nicht besser wäre, all die Milliarden an die Banken zu geben, die von einem Bankrott getroffen würden.
Bei den Kreditinstituten kann die Regierung notfalls einschreiten und im Zuge einer Verstaatlichung das Management auswechseln. Bei Griechenland geht das nur über eine Besatzung, die niemals geschehen wird.
Ansonsten wird sich leider in dem Land mit seinen verfilzten und korrupten Sowjet-Strukturen nichts ändern.
Griechen-Politiker spucken große Töne
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte: „Natürlich kann es schiefgehen.“ Doch dürfe nicht eine Lage entstehen, in der Deutschland als der Alleinschuldige für ein Scheitern erscheine.
Übersetzt heißt das: Er will nicht als Schuldiger für eine Pleite Griechenlands und ein mögliches Zerbrechen der Eurozone in die Geschichtsbücher eingehen. So wird also munter gerettet, was nicht zu retten ist – und nicht gerettet werden will.
Ehrlich zeigten sich auch die Griechen, die neben ihrem idiotischen Stolz nichts Verwertbares zur Krise beizutragen haben.
"Die Europäische Union leidet unter Deutschland", sagte der Chef der rechten Laos-Partei, Giorgos Karatzaferis. Das wohlhabende Land zwinge den Südeuropäern seinen Willen auf. "Weil es über ein dickes Portemonnaie verfügt."
Genau. Wer zahlt bestimmt. So geht das eigentlich in der Wirtschaft, nur leider nicht in der Politik. Mein Vorschlag an diesen Menschen: Raus aus der Eurozone und dann die Pleite selbst bezahlen. Zurück zur Drachme und niemals in die Währungsgemeinschaft zurückkehren.
Und bitteschön die wahrscheinlich in die Schweiz geschafften Milliarden der Elite zur Sanierung des Landes heranziehen.
Hellas als Anlass zum Ausstieg
Die Märkte dürften das neue Tohuwabohu in Griechenland als willkommenen Anlass zum Kassemachen begrüßen. Bestimmt tauchen bald wieder Kommentare dergestalt auf, dass das kleine Land den großen Finanzmarkt verunsichern könnte.
Das ist natürlich Unsinn. Vielmehr ist es sowieso an der Zeit für einen kleinen Rücksetzer. Die anhaltende Geldflutung der Märkte durch die US-Notenbank Federal Reserve und die EZB haben einige Märkte schon überhitzen lassen.
Grund zur Vorsicht zeigt beispielsweise der NASDAQ100 im Monatschart: Wir sind auf ein 11-Jahreshoch ausgebrochen. Aber aktuell lauert bei rund 2.700 Punkten schon der obere Trendkanal. Ein Rücksetze wäre nun nur natürlich.
Zeit für die Abkühlung
Lehnen Sie sich also gelassen zurück, gehen Sie short. Holen Sie sich das Geld zurück, das unsere verantwortungslose Elite in Berlin und Brüssel Tricksern und Betrügern hinterher wirft. Und genießen Sie die unglaublichen Auftritte der Politiker in der griechischen Schmierenkomödie. Ich halte Sie auf dem Laufenden.




