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Helmut Kiener: Deutschlands Schneeballkönig

Helmut Kiener prellte etwa 5.000 Anleger und sogar 2 Großbanken um 300 Millionen €. Mehrere Jahre konnte er so ungestört Millionengewinne einstreichen.

Der Anlagebetrug flog 2010 auf. 10 Jahre und 8 Monate Gefängnis sind der Preis für Kieners Betrügereien. Besonders Kleinanleger verloren viel Geld durch das falsche Spiel – diese Summe beläuft sich auf mehr als 120 Millionen €.

Helmut Kiener alias „Mini-Madoff“

Helmut Kiener war einer der größten deutschen Anlagebetrüger. International wurder er auch „Mini-Madoff“ genannt (nach Bernard Madoff, einem US-Milliardenbetrüger im Investmentbereich). Dabei entwickelte Kiener eine Art Schneeballsystem.

Der Hedgefonds-Manager vermarktete die auf den Britischen Jungferninseln registrierten Investmentfonds „K1Global GbR“ und „K1 Invest GbR“ mit Hochglanzprospekten und fantastischen Renditeversprechen von bis zu 800%. Auch die Großbanken Barclays und BNP Paribas liehen ihm Kapital.

Das System: Während die Fonds massive Verluste einfuhren, wurden trotzdem Auszahlungen getätigt. Die Renditen konnte Kiener jedoch nur über die Einzahlungen neuer Anleger auszahlen. Kontoauszüge und Belege wurden dafür gefälscht. Das Geld der Anleger floss in mehrere Luxushäuser, Privatjets und Hubschrauber. Der Wert der Fonds bestand so lediglich auf dem Papier.

Helmut Kiener: Die Verurteilung

Schon seit 2001 versuchte die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) Kieners Fonds aus dem Verkehr zu ziehen. Ihre Klagen wurden jedoch abgewiesen. 2010 ließ die Staatsanwaltschaft Würzburg den Schwindel dann auffliegen.

Das Urteil: Zehnfacher Betrug im besonders schweren Fall, 86 Fälle der gewerbsmäßigen Urkundenfälschung und fünffache Steuerhinterziehung. Kiener musste eine Haftstrafe von 10 Jahren und 8 Monaten antreten.

Helmut Kiener behauptete während des Verfahrens, nicht von Anfang an einen Betrug geplant zu haben. Es wurde ihm einfach zu leicht gemacht. Er wolle sich jedoch bemühen, den Verlust wieder aufzufangen.

Auch in den USA wurde 2013 Anklage gegen Kiener erhoben. Bis zu 200 Jahre Haft und eine Geldstrafe von rund 7,9 Millionen US-$ würden ihn in den USA erwarten. Deutsche Staatsangehörige werden jedoch nicht an Länder außerhalb der EU ausgeliefert.

Verlust der Kleinanleger durch Deutschlands Schneeballkönig immens

Den traumhaften Renditeversprechen Kieners konnten viele private Investoren nicht widerstehen. Die Verurteilung Kieners kann insofern den Verlust der Kleinanleger von mehr als 120 Millionen € nicht wieder wettmachen. Das Geld der Kleinanleger scheint erst einmal verloren. Schicke Prospekte mit Anlagebeschreibungen und namhafte Banken, die Kapital beisteuerten, lockten die Anleger: Sie ließen sich vom äußeren Schein blenden.

Traumhafte Renditeversprechen sind meist zu schön, um wahr zu sein. Privatanleger sollten bei Anlagemöglichkeiten dieser Art sofort stutzig werden: Hierbei kann Betrug oder zumindest ein sehr hohes Risiko nicht ausgeschlossen werden. Kapitalsicherheit für die eigene Anlage zu finden sollte stets eine besonders hohe Priorität genießen.

18. Februar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.