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Fälle von baulichen Veränderungen

Bauliche Veränderungen müssen nicht bauliche Maßnahmen sein.

Auch Maßnahmen der Gartengestaltung können eine bauliche Veränderung im Sinne des WEGs sein.

Lassen Sie etwa in Ihrer Wohnungseigentumsanlage einen Baum fällen, kann das durchaus eine bauliche Veränderung darstellen.

Nämlich dann, wenn dies die gärtnerische Gestaltung des Grundstücks so nachhaltig beeinflusst, dass es den optischen Gesamteindruck der Anlage maßgeblich prägt und die Beseitigung des Baums den Charakter der Außenanlage deutlich verändert.

Werden dagegen in Ihrer Wohnanlage mehrere Bäume aus einer größeren Baumgruppe entfernt, ohne dass dieses spürbare Auswirkungen auf den optischen Gesamteindruck der gärtnerischen Anlage mit sich bringt, zählt dies als Instandhaltungsmaßnahme.

Beispiele für bauliche Veränderungen

In folgenden Fällen liegt eine bauliche Veränderung vor:

  • Installieren von Absperrbügeln auf Parkplätzen
  • Errichtung einer Balkonwand als Sichtschutz
  • Anbau eines Balkons
  • Beseitigung von Bäumen, die den Gesamteindruck der Anlage prägen
  • Errichtung einer kniehohen Beeteinfassung im Vorgarten
  • Anbringung von Blumenkästen an der Balkonaußenseite
  • Errichtung eines Carports
  • Einbau eines weiteren Dachfensters

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  • Anstrich der Fassade mit einer anderen Farbe
  • Installierung eines Fahrradständers im Hof
  • Anbringung einer Garderobenleiste im Flur
  • Aufbau eines Gartenhäuschens
  • Nachträglicher Einbau einer Gegensprechanlage
  • Anbringung einer auffälligen Katzentreppe oder eines Katzennetzes
  • Anbringung einer weithin sichtbaren blau leuchtenden Lichterkette an der Balkonbrüstung (nicht aber zur Weihnachtsdekoration)
  • Anbringung einer Markise
  • Verlegung des Standorts der Mülltonnen
  • Anbringung einer Parabolantenne
  • Anbringung von Schutzgittern im Keller- und Erdgeschoss
  • Einbau von Rollläden statt Fensterläden
  • Aufstellen und Einzementieren einer Schaukel, eines Klettergerüsts oder einer Rutsche
  • Errichtung einer Terrassenfläche im Garten
  • Befestigung einer Videokamera auch als Attrappe
  • Wanddurchbruch durch tragende Wand
  • Anbringung eines Windschutzes
  • Bau eines Wintergartens
  • Errichtung eines Zauns

 

Checkliste

Denken Sie immer an folgende Punkte, wenn Sie prüfen, ob eine geplante Maßnahme als bauliche Veränderung einzustufen ist:

  • Neuer geänderter Zustand wird geschaffen.
  • Änderung ist nicht vorübergehend, sondern dauerhaft.
  • Der Rahmen ordnungsgemäßer Instandhaltung und -setzung wurde überschritten.
  • Dass die Maßnahme mit nur geringfügigem Aufwand verbunden ist, schließt eine bauliche Veränderung nicht aus.

Des Weiteren ist zu überprüfen, ob bei einer Maßnahme innerhalb der Wohnung das Gemeinschaftseigentum betroffen ist.

13. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.