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Hier liegt eine bauliche Veränderung vor

Häufig ist es gar nicht so einfach eine Maßnahme richtig einzuordnen, da ein und dieselbe Maßnahme je nach ihren Begleitumständen zum Beispiel eine bauliche Veränderung oder eine Instandsetzung sein kann.

Daher ist es wichtig, die Begleitumstände zu beachten und die Abgrenzung nach dem konkreten Einzelfall vorzunehmen.

Beispiel: Sie möchten die gemeinschaftlich genutzte Hoffläche pflastern.

Bei dieser Maßnahme kann es sich um eine bauliche Veränderung oder aber um eine Instandsetzungsmaßnahme handeln. So liegt keine bauliche Veränderung, sondern eine Instandsetzung vor, wenn dadurch erstmals ein mangelfreier und ordnungsgemäßer Zustand hergestellt wird.

Wird dagegen eine Hoffläche, die bislang als Garten genutzt wurde, gepflastert, um diese nun als Parkfläche zu nutzen, ist durchaus eine bauliche Veränderung gegeben.


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Daher ist es für Sie wichtig, auch die Begleitumstände und Gründe, aus denen eine bauliche Maßnahme erfolgt, in die Bewertung Ihrer Maßnahme aufzunehmen.

So erkennen Sie eine bauliche Veränderung

Als Richtschnur prüfen Sie immer, ob die in Rede stehende Maßnahme den ursprünglichen Zustand erhalten oder wiederherstellen will oder ob darüber hinaus ein neuer, geänderter Zustand geschaffen werden soll. Nur in letzterem Fall liegt eine bauliche Veränderung vor.

Beachten Sie aber: Eine bauliche Maßnahme muss nicht unbedingt aufwendig sein. Auch Vorhaben, die schnell und ohne großen Aufwand zu erledigen sind, können durchaus eine bauliche Veränderung sein.

Möchten Sie etwa im gemeinschaftlichen Hausflur eine Garderobenstange anbringen oder im Garten eine Schaukel einbetonieren, handelt es sich um bauliche Veränderungen.

Ebenso spricht eine aufwendige Maßnahme nicht per se für eine bauliche Veränderung. Eine solche liegt ja immer erst dann vor, wenn der Rahmen der ordnungsgemäßen Instandhaltung oder Instandsetzung überschritten ist.

Liegt etwa ein Teil des Grundstücks seit geraumer Zeit brach, weil die Eigentümergemeinschaft hier noch kein Geld investieren konnte, ist eine dann doch erfolgende Umgestaltung zu einem Garten oder Parkplatz keine bauliche Veränderung, sondern eine reine Instandsetzungsmaßnahme.

Das gilt auch, wenn die Neugestaltung einen erheblichen Kostenaufwand mit sich bringt.

Wichtige Frage: Gemeinschaftseigentum betroffen?

Planen Sie Maßnahmen innerhalb Ihrer Wohnung, achten Sie unbedingt darauf, ob auch das Gemeinschaftseigentum betroffen ist.

Beispielsweise handelt es sich um eine reine Veränderung Ihres Sondereigentums, wenn Sie in Ihrer Wohnung Teppichboden statt Laminat verlegen. Hier müssen Sie keinen Beschluss der Eigentümergemeinschaft herbeiführen.

Anders kann es aber aussehen, wenn Sie in Ihrer Wohnung einen Kamin einbauen. Soll etwa dessen Entlüftung durch einen Schornstein erfolgen, den andere Eigentümer bereits nutzen, ist deren Zustimmung erforderlich.

13. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.