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„Hindenburg-Omen“: Gefahr für den Aktienmarkt?

In den vergangenen Handelstagen trat ein Phänomen auf, das unter eingefleischten Börsianern als „Hindenburg-Omen“ gefürchtet ist.

Der Name allein klingt schon angsteinflößend. Ein Ereignis, das nach der schrecklichen Zeppelin-Katastrophe von 1937 benannt ist, verheißt sicherlich nichts Gutes.

Beim Hindenburg-Omen handelt es sich um Veränderung in der Struktur des Aktienmarkts, die auf einen anstehenden Crash aufmerksam machen soll.

Und tatsächlich trat das Omen in der Vergangenheit im Vorfeld von Crashs – oder zumindest deutlichen Kursrückgängen – vermehrt auf.

Beispiel 1987: Hier trat das Hindenburg-Omen an zwei Tagen Ende September und an einem weiteren Tag Anfang Oktober auf. Kurz darauf ereignete sich der berühmte Crash von 1987.

Beispiel 2007: Hier kam es im Verlauf des Juni und Juli zu einer Häufung des Omens. Dann folgte die erste heftige Aktienmarkt-Korrektur im August. Aufgrund der Subprime-Krise intervenierte die US-Notenbank.

Die Kurse an den US-Börsen erholten sich daraufhin noch einmal und markierten neue Höchststände. Doch im Oktober und November kam es erneut zu einem vermehrten  Auftreten des Hindenburg-Omens.

Das darauf folgende Börsenjahr kann man bekanntermaßen getrost als Katastrophe an den Aktienmärkten bezeichnen.


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Das komplizierte Regelwerk

Das Hindenburg-Omen kommt eigentlich nur sehr selten vor. Dass es sich dann vor so bedeutenden Abwärtsphasen wie 1987 und 2007/2008 gleich so häufte, ist auffällig – und sollte näher untersucht werden.

Das Regelwerk liest sich kompliziert. Ich führe es Ihnen erst einmal auf, bevor wir uns der Interpretation widmen:

1. Die Zahl der neuen 52-Wochen-Hochs und der neuen 52-Wochen-Tiefs an der New York Stock Exchange müssen beide mehr als 2,2% der an diesem Tag an der NYSE gehandelten Aktien ausmachen.

2. Der Aktienindex NYSE Composite muss einen steigenden 50-Tage-Durchschnitt aufweisen.

3. Der McClellan Oszillator – er misst quasi das Verhältnis von steigenden zu fallenden Aktien – muss an diesem Tag einen negativen Wert aufweisen.

4. Die Zahl der neuen 52-Wochen-Hochs darf höchstens zweimal so groß sein wie die Zahl der neuen 52-Wochen-Tiefs.

Soviel zu den grundlegenden Bedingungen. Doch was steckt hinter dem kryptischen Regelwerk?

Das Geheimnis entschlüsselt

Es gibt viele Ereignisse, die zeitlich mit Kursrückgängen an den Aktienmärkten einhergehen.

Das wirkt natürlich immer spektakulär und verleiht solchen Phänomen zuweilen einen Mythos, der oft unangebracht ist – man sollte bei sich zeitlich überschneidenden Ereignissen nicht die Rolle des Zufalls unterschätzen.

Aber im Falle des Hindenburg-Omens liegen meiner Meinung nach tatsächlich wichtige Informationen in den Bedingungen versteckt.

Schauen Sie sich die Bedingungen noch einmal genau an.

Nur eine einzige der Bedingungen nimmt Bezug auf den Zustand eines Aktienindex, nämlich die zweite. Diese Regel besagt einfach, dass der kurzfristige Trend des Aktienindex nach oben gerichtet ist.

Alle anderen Informationen haben mit der Marktstruktur zu tun: Trotz des kurzfristigen Aufwärtstrends des Aktienindex fallen mehr Aktien als steigen. Außerdem markieren bedeutend mehr Aktien neue 52-Wochen-Tiefs als 52-Wochen-Hochs.

Die Botschaft, die hinter dem Hindenburg-Omen steckt, ist die folgende: Die großen Indizes steigen zwar noch, aber der Aktienmarkt ist in der Breite nicht mehr gesund.

Es tut sich etwas unter der Oberfläche, was in einer nachhaltigen Aufwärtsbewegung nicht so sein sollte.

In den letzten Tagen trat das Omen zweimal auf. Was nun? Alles verkaufen?

Hier muss man genau hinschauen: Das Hindenburg-Omen lieferte in der Vergangenheit auch Fehlsignale. Erst eine Häufung des Omens sorgte für bedeutende Abwärtsbewegungen.

Das Hindenburg-Omen als Warnsignal macht aufgrund seiner Logik viel Sinn.

30. Juli 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.