MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Hinzuverdienst bei der Witwenrente: Wie hoch ist der Freibetrag?

Wenn der Hinterbliebene nach dem Tod des Ehepartners auf dessen Einkünfte verzichten muss, hilft die sogenannte Rente wegen Todes, dies auszugleichen. Doch nicht immer reicht diese Hinterbliebenenrente aus, um den Lebensstandard zu sichern.

In diesen Fällen kann man zwar grundsätzlich unbegrenzt eigene Einkünfte haben, doch werden diese ab einer bestimmten Grenze auf die Witwenrente angerechnet.

Die Freibeträge bei der Witwenrente: Rechner

Zunächst einmal ist es wichtig, dass der Freibetrag aus dem aktuellen Rentenwert berechnet wird. Das bedeutet: Wird die Rente erhöht, erhöht sich auch der Freibetrag. Aufgrund dieses Zusammenhanges gibt es auch bei dem Freibetrag einen Unterschied zwischen Ost- und Westdeutschland.

In den alten Bundesländern liegt der aktuelle Freibetrag bei 771,14 €, in den neuen Bundesländern sind es 714,12 €. Gibt es außerdem noch Kinder, die einen grundsätzlichen Anspruch auf Waisenrente haben, erhöht sich der Freibetrag um 163,58 € bzw. 151,48 € pro waisenrentenberechtigtes Kind.

Dazu ein einfaches Beispiel: Bei einem Anspruch auf Witwenrente, einem Kind in der Ausbildung und einem eigenen Nettoeinkommen von 1.400 € ergibt sich folgende Rechengrundlage (für Westdeutschland):

Der eigene Freibetrag von 771,14 € wird mit dem für das Kind addiert, so dass man insgesamt auf 934,72 € Freibetrag kommt. Das eigene Nettoeinkommen übersteigt den Freibetrag demnach um 465,28 €. Diese 465,28 € werden nun zu 40% auf die Witwenrente angerechnet. Das heißt: 40% von 465,28 € sind rund 186,11 € – um diesen Betrag wird die Witwenrente also gekürzt.

Witwenrente-Rechner: Welches Einkommen wird in welcher Höhe angerechnet?

Der Hinzuverdienst zur Witwenrente wird grundsätzlich zu 40% angerechnet, wenn der Freibetrag überschritten wird. Angerechnet werden fast alle Einkommensarten. Lediglich viele steuerfreien Einnahmen und Einnahmen aus Altersvorsorgeverträgen, die staatlich gefördert wurden, bilden eine Ausnahme.

Ein staatlich geförderter Altersvorsorgevertrag ist zum Beispiel die sogenannte Riester-Rente. Steuerfreie Einnahmen sind beispielsweise Arbeitslosengeld II, die Sozialhilfe oder die Grundsicherung bei Erwerbsminderung.

Anrechenbares Einkommen ist unter anderem das Erwerbseinkommen, das Vermögenseinkommen oder Elterngeld des Hinterbliebenen. Um das anrechenbare Einkommen zu ermitteln, berechnet der Rentenversicherungsträger zunächst das Bruttoeinkommen.

Von diesem Bruttoeinkommen werden nun je nach Einkommensart pauschalierte Werte abgezogen, so dass sich ein Nettoeinkommen ergibt. Diese pauschalierten Werte sind gesetzlich klar geregelt und finden sich in § 18b SGB IV.

Hinzuverdienst zur Witwenrente: Rechner und worauf man achten sollte

Als Fazit lässt sich somit sagen, dass dem Hinzuverdienst zur Witwenrente grundsätzlich keine Grenzen gesetzt sind. Je nach Höhe des eigenen Einkommens wird jedoch die Witwenrente um einen bestimmten Betrag gekürzt, sofern der persönliche Freibetrag überschritten wird.

Da sich der Freibetrag stets der Höhe der gesetzlichen Rente anpasst, kann auch er sich mit der Zeit verändern. Es empfiehlt sich deshalb, bei einer generellen Rentenanpassung zu kontrollieren, ob auch der persönliche Freibetrag angepasst wurde.

23. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.