MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Hochfrequenzhandel: Der Wahnsinn rüstet auf

Während Sie diese Worte lesen, haben Sie unbewusst etliche Wimpernschläge getan.

In der Zeit von nur einem Wimpernschlag können Daten künftig von London nach New York und wieder zurück übertragen werden.

Das braucht kein Mensch (denke ich). Und doch werden in diesen Wahnsinn Milliarden investiert.

Denn es gibt viele Banker und Hedgefonds, die meinen, dass Sie diesen Irrsinn benötigen – einen Irrsinn, der u. a. für die hohen Kursschwankungen an der Börse verantwortlich ist: der Hochfrequenzhandel.

Beschreibung des Hochfrequenzhandels

Unter Hochfrequenzhandel (HFT für engl. „High Frequency Trading“) versteht man automatisierten Handel von Wertpapieren durch Computerprogramme.

Diese kaufen und verkaufen Wertpapiere in Bruchteilen von Sekunden und setzen dabei Milliarden um.

Eine Meldung in einer Computerzeitung zeigt, dass die nächste Stufe der Aufrüstung kurz bevorsteht.

Die Meldung

New York – London in 59 Millisekunden

Ein neues Transatlantikkabel verbindet ab September Europa und Nordamerika. Das erste neue Glasfaserkabel seit zwölf Jahren soll zudem einen neuen Rekord aufstellen:

Die Dauer der Datenübertragung zwischen London und New York sinkt auf 59,5 Millisekunden. Von dieser extremen Laufzeit profitiert in erster Linie der Hochfrequenzhandel an den Finanzmärkten.

Die maximale Kapazität der sechs Glasfaserpaare gibt der Hersteller mit 53 TBits/s an. Drei Schiffe verlegen bis September die insgesamt 4.500 Kilometer Kabel.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Erläuterungen

Die obige Meldung ist für die fachkundigen Leser einer Computerzeitung vermutlich klar. Ich habe mir die Zahlen aber verdeutlicht, um die Dimensionen gedanklich fassbar zu machen:

Millisekunde

1 Sekunde hat 1.000 Millisekunden. 59,5 Millisekunden sind als 0,0595 Sekunden.

Laut Wikipedia dauert ein Wimpernschlag rund 100 Millisekunden. In etwa dieser Zeit sind die Daten von London nach New York und wieder zurück übertragen.

TBits/s

Terabyte (TBit) ist eine Speichereinheit aus dem Computerbereich und entspricht 1.000 Gigabyte (GB). Je nach DVD hat die eine Kapazität von z. B. 8,5 GB. Das reicht aus für ein 4-stündiges Video in Studioqualität.

TBits/s gibt die übertragene Datenmenge je Sekunde in Terabytes an.

Die Glasfaserkabel können also die Datenmenge von rund 6.235 DVDs pro Sekunde übertragen (53 TBits = 53.000 GB / 8,5 GB = 6.235,29).

Zurück zum Wahnsinn der Aufrüstung

Schon vor rund 3 Jahren habe ich auf dieses Wahnsinnsprojekt aufmerksam gemacht und geschrieben: „Dieses gefährliche Gezocke muss weg!“

Dabei habe ich auch „geträumt“ und mir vorgestellt, die Politik würde den Hochfrequenzhandel verbieten.

Den volkswirtschaftlich schädlichen Irrsinn unterbinden

Die einfach Lösung: An der Börse wird z. B. jede Minute nur ein Kurs gestellt. Von mir aus wird auch jede Sekunde ein Kurs gestellt.

Für die Aktiengesellschaften würde sich nichts, aber auch gar nichts ändern. Dasselbe gilt für den lang-, mittel- oder kurzfristig orientierten Anleger, selbst für den Daytrader.

Vor 3 Jahren habe ich aber auch gewusst: Es wird nicht geschehen.

Es ist keine Überraschung, dass es genauso gekommen ist, wie von mir erwartet. Die Meldung aus der eingangs zitierten Computerzeitung belegt dies.

Es hindert mich jedoch nicht, diesen irrsinnigen Wahnsinn immer wieder zu kritisieren: Der gefährliche Hochfrequenzhandel muss weg! – Aber: Der Irrsinn eskaliert.

Der Irrsinn eskaliert – was können oder müssen Sie tun?

Dass beim Handel mit Geschwindigkeiten, die in Tausendstelsekunden gemessen werden, kein Mensch mehr eingreifen kann, ist völlig klar.

Also geht es bei diesem Aufrüsten einzig und allein um den Hochfrequenzhandel, betrieben von großen Hedgefonds und Investmentbanken.

Diese Branchen, die mit dazu beigetragen haben, dass das weltweite Finanzwesen im Jahr 2008 fast kollabiert wäre, rüsten also weiter auf.

Put-Optionen zur Absicherung kaufen und Kursschwankungen nicht beachten

Die Aktienkurse steigen. Zur Anlage in Aktien und Call-Optionen auf starke Aktien gibt es keine renditeträchtige Alternative.

Die Politik will und wird gegen das Aufrüsten nichts unternehmen. Daher müssen Sie mit den Kursschwankungen leben.

Ein Börsenfreund (auch mit etlichen Jahrzehnten Börsenerfahrung) hat mir einmal gesagt, wenn es zu volatil (schwankungsreich) wird, geht er in seinen Garten und gräbt ein Pflanzloch. Er schaut also einfach nicht hin.

Ob er dadurch mittlerweile mehr Löcher als ein eifriger Mauwurf gebuddelt hat, ist mir nicht bekannt. Ich weiß jedoch, dass er seit vielen Jahren als Privatier gut von der Börse lebt.

Ich empfehle: Halten Sie jederzeit Put-Optionen zur Absicherung im Depot, und dann beachten Sie die Kurskapriolen einfach gar nicht!

8. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.