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Hochzinsanleihen: 10% Rendite pro Jahr statt Mini-Zinsen

Für Zins-Sammler waren die letzten Jahre keine einfache Zeit. Das anhaltende Zinstief macht es immer schwieriger, gute Renditeperlen aufzuspüren. Aber es gibt sie: Zins-Investments, bei denen für Sie auch nach Berücksichtigung von Inflation und Steuern eine ordentliche Rendite übrigbleibt, um Ihr Kapital zu mehren.

Allerdings müssen Sie dafür etwas mehr Risiko in Kauf nehmen. Doch das lohnt sich: Mit sogenannten „Hochzinsanleihen“ winken Ihnen Renditen von bis zu 10% pro Jahr, wenn alles gut geht.

Hochzinsanleihen: Renditen steigen bei sinkender Bonität stärker als die Risiken

Was Hochzinsanleihen so attraktiv macht: Ab einem gewissen Punkt ziehen die Renditen von Anleihen bei weiter sinkender Bonität erheblich an. Dieser Zuwachs fällt aktuell höher aus als der Anstieg der Risiken in diesem Bonitätsbereich.

Erst bei den sogenannten „Junkbonds “ (auch „Schrottanleihen“ genannt) nehmen die Risiken sehr stark zu. Idealerweise konzentrieren Sie sich bei den Hochzinsanleihen also auf den Bonitätsbereich zwischen den relativ sicheren Anleihen (Rating „AAA“ bis „BBB-“ und den Junkbonds (ab „CCC+“).

In der Tabelle finden Sie eine Übersicht sämtlicher Bonitätseinstufungen der großen Ratingagenturen. Generell gilt: Je schlechter das Rating, desto höher die Wahrscheinlichkeit von Zahlungsverzügen oder gar Ausfällen.

Bonitätseinstufungen der Ratingagenturen

EinstufungSymbole
Standard & PoorsMoody’s
Sehr sichere Anleihen: Ausfallrisiko äußerst gering,

Zinsen und Kapitalzahlung gelten als sicher

AAAAA+AAAA-AaaAa1Aa2Aa3
Sichere Anleihen: Ausfallrisiko gering,

Zinsen und Kapitalzahlung gelten als sicher, hängen aber etwas stärker vom wirtschaftlichem Umfeld und der Entwicklung des Emittenten ab

A+AA-A1A2A3
Mittlere Anleihen: Ausfallrisiko vorhanden,

Zinszahlung und Kapitalrückzahlung gelten nicht als sicher, doch sind gewisse Qualitätsstandards erfüllt, beispielsweise die Bereitstellung von Sicherheiten

BBB+BBBBBB-Baa1Baa2Baa3
Spekulative Anleihen: Zinszahlung und Kapitalrückzahlung gelten nicht als sicherBB+BBBB-B+BB-Ba1Ba2Ba3

B1

B2

B3

Hochspekulative Anleihen („Junkbonds“, „Schrottanleihen“): Ausfallrisiko hoch,

Zinszahlungen und Kapitalrückzahlung sind äußerst sicher, Zahlungsschwierigkeiten sind womöglich schon aufgetreten

CCC+CCCCCC-CC1DCaaCaC

Darauf sollten Sie bei der Auswahl von Hochzinsanleihen achten

Schauen Sie nicht nur auf die absoluten Renditen. Renditen von 8%, 10% oder gar 12% sehen zugegebenermaßen äußerst attraktiv aus. Beachten Sie dabei aber immer: Je höher die Rendite, desto höher ist auch Ihr Risiko eines Zahlungsausfalls. Und bedenken Sie: am Kapitalmarkt werden keine „Geschenke“ verteilt.

Suchen Sie Ihre Hochzinsanleihen daher nicht ausschließlich nach Renditegesichtspunkten aus, sondern betrachten Sie immer das Verhältnis von Renditechance und Risiko.

Einen Anhaltspunkt über die Risiken einer Anleihe liefert Ihnen die Bonitätsbewertung von Ratingagenturen. Bedenken Sie aber: Oftmals reagieren die Ratingagenturen verspätet auf aktuelle Entwicklungen.


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Sie sollten auf jeden Fall wissen, was die Unternehmen herstellen oder womit sie ihr Geld verdienen. Prüfen Sie die Unternehmensidee. Machen Sie sich daher stets mit den neusten Unternehmensnachrichten vertraut.

In der folgenden Tabelle sehen Sie, welche Ausfallraten den jeweiligen Bonitätsstufen zuzuordnen sind.

Ausfallrate von Unternehmensanleihen nach 12 Monaten

NoteAusfallrate nach 12 Monaten
AAAo,oo%
AAo,oo%
Ao,o1%
BBBo,33%
BB1,15%
B2,84%
C bis CCC8,12%

Diese Statistik zeigt, dass die Ausfallrate bei den sogenannten „Junkbonds“ (auch als „Schrottanleihen“ bezeichnet) mit der Note C bis CCC sprunghaft ansteigt. Diese Risiken sind kaum noch kalkulierbar.

Gute Handelbarkeit: Warum Liquidität ein wichtiges Kriterium ist

Grundsätzlich sollten Sie auch bei Anleihen auf Liquidität Wert legen. Ein hoher Börsenumsatz ist daher ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl. Zwar können Sie jede Anleihe theoretisch bis zur Fälligkeit halten und dann auf die automatische Rückzahlung warten.

Aber es ist wichtig, dass Sie vorzeitig durch einen Verkauf an der Börse aussteigen können, etwa, wenn sich das Ausfallrisiko deutlich erhöht. Einen sehr guten Hinweis hierzu geben neben den tätlichen Börsenumsätzen auch die sogenannten „Geld/Brief Spannen“.

Der „Geldkurs“ ist dabei der Preis, den ein Anleger aktuell bereit ist, für die Anleihe zu zahlen. Zum „Briefkurs“ will ein bisheriger Besitzer verkaufen. Normalerweise ist der Geldkurs kleiner als der Briefkurs. Sind beide gleich, kommt das Geschäft zu Stande.

Beachten Sie ein vorzeitiges Kündigungsrecht

Nicht selten behält sich der Emittent einer Anleihe ein vorzeitiges Kündigungsrecht vor. Das bedeutet: Es steht dem Emittenten dann gemäß seinen Emissionsbedingungen frei, die Anleihe vorzeitig zurückzuzahlen.

Üblich ist dann meist eine Rückzahlung, die über dem Nominalwert liegt. So wird den Anleihebesitzern der zukünftige Wegfall von hohen Zinszahlungen schmackhaft gemacht.

Dennoch kann es sein, dass eine vorzeitige Rückzahlung Ihre Rendite deutlich schmälert. Bevorzugen Sie daher Anleihen ohne vorzeitiges Kündigungsrecht bzw. Anleihen, bei denen der frühestmögliche Kündigungstermin noch weit in der Zukunft liegt.

Um Ihre möglichen Verluste für einen solchen Fall weiter zu minimieren sollten Sie die Anleihe nach Möglichkeit zu einem Kurs unter dem vorzeitigen Rückzahlungskurs kaufen. Sonst kommen neben entgangenen Zinsen auch noch Kursverluste auf Sie zu.

Seien Sie skeptisch gegenüber außerbörslichen Anleihen

Nicht nur dubiose Finanzberater des grauen Kapitalmarkts, sondern auch das ein oder andere seriöse börsennotierte Unternehmen bietet bisweilen Anleihen an, die nicht an der Börse gehandelt werden. Die Zinsen sind oftmals höher als bei börsennotierten Anleihen, jedoch haben diese Anleihen für Sie 4 Nachteile:

  • Die Anleihen sind nicht börsennotiert. Damit fehlen Ihnen ein wichtiges Kontrollinstrument und die Möglichkeit, die Anleihen vorzeitig wieder zu verkaufen.
  • Die Anleihen haben keinen Marktpreis, somit sind Sie bei Kauf (und Verkauf -falls überhaupt möglich-) alleine auf die Preisvorgaben des Emittenten angewiesen.
  • Die Anleihen besitzen oftmals keine Bonitätsbewertung einer unabhängigen Ratingagentur. Als Außenstehender können Sie die Risiken kaum abschätzen.
  • Die Informationsbeschaffung ist schwieriger als bei börsennotierten Unternehmen.

Insbesondere auf den ersten Punkt – die Börsennotierung einer Anleihe – sollten Sie großen Wert legen. Wenn eine Anleihe regelmäßig an der Börse gehandelt wird, bietet das Ihnen als Anleger wichtige Vorteile:

  • Sie brauchen die Anleihe nicht bis zum Laufzeitende zu halten, sondern können sie an jedem Handelstag über die Börse verkaufen. Das ist besonders wichtig, wenn Sie Ihre Meinung über die Anleihe ändern oder das eingesetzte Geld anderweitig benötigen.
  • Die Kursentwicklung der Anleihe bietet Ihnen wichtige Informationen: Fällt der Kurs stark, sollten Sie überprüfen, ob das Unternehmen Probleme hat. Notfalls können Sie dann immer noch aussteigen, bevor Sie Gefahr laufen, Ihr Geld am Laufzeitende nicht zurückzubekommen.

Mit einem Hochzinsanleihenfonds minimieren Sie Ihre Risiken

Die einfachste Möglichkeit, in Hochzinsanleihen anzulegen, bieten Ihnen darauf spezialisierte Investmentfonds. Dies sind Fonds, die in der Regel überwiegend oder ausschließlich in Anleihen mit der Bonität „BB+“ und schlechter investieren.

Der Hauptvorteil besteht für Sie darin, dass die größere Streuung – sowohl über Branchen und Länder als auch über verschiedene Bonitätsstufen und Währungen hinweg – Ihr Risiko mindert.

Wenn Emittenten einzelner Anleihen zahlungsunfähig werden, hat dies nur geringe Auswirkungen auf das Gesamtportfolio des Fonds. Wenn Sie hingegen nur wenige Einzelanleihen im Depot haben, trifft Sie ein Zahlungsausfall erheblich härter.

Zusätzliche Vorteile der Fondslösung: Die Fondsmanager nehmen Ihnen den hohen Aufwand der Einzeltitelauswahl und ständigen Kontrolle der Positionen ab.

Außerdem können Sie schon mit relativ kleinen Beträgen in einen Fonds investieren, mit dem die Streuung in verschiedene Einzelanleihen keinen Sinn machen würde. Dies alles rechtfertigt die höheren Kosten eines Fonds.

Checkliste: So investieren Sie in Hochzinsanleihen

  • Idealerweise investieren Sie breit gestreut in Hochzinsanleihen mittels eines guten Investmentfonds. Ausfälle einzelner Anleihen machen sich damit nur in geringem Umfang bemerkbar. Ausgewählte Einzelanleihen bieten sich als Beimischung zur Renditeoptimierung an.
  • Achten Sie bei der Auswahl von Einzelanleihen stets auch auf die Sonderbedingungen der jeweiligen Anleihe. Ein Sonderkündigungsrecht etwa, das sich der Emittent vorbehält, kann Ihre Rendite um einige Prozentpunkte schmälern.
  • Beschränken Sie sich bei der Auswahl Ihrer Hochzinsanleihen auf Papiere, die mindestens die Note „B“, besser noch „BB“ aufweisen. Hier rechtfertigt der deutliche Renditeaufschlag gegenüber den sicheren Anleihen das höhere Risiko.
  • Verzichten Sie auf Anleihen, die nicht an der Börse gelistet sind.
  • Beobachten Sie genauso wie bei Aktien regelmäßig den Kurs Ihrer Anleihen und reagieren Sie, falls sich die Rahmenumstände negativ verändern.
  • Sollten sich Ihre Anleihen sehr gut entwickelt haben, können Sie Gewinne auch einmal „mitnehmen“. Vergleichen Sie dazu die aktuelle Rendite Ihres Investments mit alternativen Anlagen.

13. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.