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Hohe Steuerzahlungen senken – so geht’s

Statt einige 100 € mehr Steuern für Ihre Kapitalerträge zu zahlen, wie es sich der Staat vorstellt, stehen Ihnen einige (legale) Möglichkeiten zur Verfügung, die höheren Steuerzahlungen zu vermeiden. GeVestor informiert Sie darüber.

Steuerzahlungen senken: Wandeln Sie steuerpflichtige Zinsgewinne um

Eine grundsätzliche Möglichkeit, die höhere Steuerbelastung für Kapitalerträge zu umgehen, liegt darin, weniger Kapitalerträge zu erwirtschaften. Kursgewinne außerhalb der 12-monatigen Spekulationsfrist bleiben vorerst steuerfrei. Deren Besteuerung wird zwar derzeit von den Politikern diskutiert, doch fest steht bisher noch nichts. Nutzen Sie also die Schonfrist für Kursgewinne um Steuern zu sparen.

Dabei müssen Sie jedoch nicht Ihre Zins-Anlagen in risikoreichere Investments wie Aktien umschichten. Auch mit Anleihen können Sie steuerpflichtige Zinsgewinne in steuerfreie Kursgewinne umwandeln.

Der Trick: Kaufen Sie Anleihen, die weit unter ihrem Nominalwert notieren. Deren Verzinsung ist in der Regel relativ niedrig. Dafür erhalten Sie bei Fälligkeit am Ende der Laufzeit den Nominalwert ausbezahlt. Auf diese Weise streichen Sie Kursgewinne anstatt Zinsgewinne ein.

Ein Beispiel: Sie schöpfen Ihren Sparerfreibetrag bereits aus und haben die Wahl zwischen 2 Anleihen: Anleihe A notiert auf dem Nominalwert von 100% und besitzt einen Zinskupon von 6%, Anleihe B notiert weit unterhalb des Nominalwerts bei 90% und bietet einen Zins von 1%. Beide Anleihen werden in zwei Jahren fällig.

Was passiert, wenn Kursgewinne in Zukunft steuerpflichtig werden?

Derzeit wird darüber diskutiert, die 12-monatige Spekulationsfrist, wonach Kursgewinne steuerfrei sind, abzuschaffen. Kursgewinne sollen dann unabhängig von der Haltedauer der Wertpapiere mit einem pauschalen Steuersatz von 20% besteuert werden.

Dies würde den Renditevorteil von Kursgewinnen gegenüber Zinserträgen zwar verringern, doch er bleibt weiterhin bestehen. Insbesondere für Anleger mit einem hohen persönlichen Steuersatz.

Beschlossen ist allerdings noch nichts, es wir noch mindestens bis 2008 dauern. Außerdem rechnet der „Geldanlage-Berater“ nicht damit, dass Wertpapiere, die vor 2008 nach Ablauf der 12-monatigen Spekulationsfrist bereits steuerfrei sind, nach der Steueränderung steuerpflichtig werden. Gegen eine solche anlegerunfreundliche Übergangslösung sprechen auch rechtliche Bedenken.

Tipp: Nutzen Sie die Schonfrist, die Ihnen für Kursgewinne bleibt. Kaufen Sie dieses Jahr noch Wertpapiere, sind Sie steuerlich auf der sicheren Seite. Denn Sie können die Wertpapiere zur Not (falls die Übergangslösung doch wider Erwarten anlegerunfreundlich ausfallen sollte) immer noch Ende 2007 steuerfrei verkaufen.

Steuerzahlungen senken: Ziehen Sie Zinsgewinne ins laufende Jahr vor

Dieser Ratschlag eignet sich für Anleger, die ihren Sparerfreibetrag im laufenden Jahr noch nicht ausschöpfen, aber ab dem nächsten Jahr schon. Durch den vorzeitigen Verkauf oder der Kündigung bestimmter Zins-Anlagen noch vor Silvester können Sie deren Zinsen in diesem Jahr noch steuerfrei vereinnahmen.

Im nächsten Jahr müssten Sie für diese wegen des geringeren Freibetrags Steuern zahlen. Dazu zählen alle Zins-Anlagen bei denen die Zinsen über die gesamte Laufzeit angesammelt und erst am Ende ausbezahlt werden:

  • Bundesschatzbriefe Typ B
  • Nullkupon-Anleihen („Zerobonds“)
  • Festgeld

Während Sie Zerobonds täglich über die Börse verkaufen können, müssen Sie bei den anderen beiden Anlageformen Kündigungsfristen beachten. Bei Bundesschatzbriefen können Sie innerhalb von 30 Tagen lediglich 5.000 € zurückgeben, in den 3 Monaten bis zum Jahresende also maximal 15.000 €. Die anteiligen Zinsen erhalten Sie ebenfalls ausbezahlt. Die Kündigungsfrist bei Festgeld variiert je nach Anbieter.

Beispiel: Da Sie in diesem Jahr den Sparerfreibetrag noch nicht ausgeschöpft haben, geben Sie innerhalb der nächsten 2 Monate Bundesschatzbriefe im Wert von 10.000 € zurück, die Sie seit 5 Jahren besitzen. Angenommen, die durchschnittliche Rendite beträgt 4% (denn 2001 lagen die Zinssätze höher als heute), dann erhalten Sie Zinsen im Wert von 10.000 € × 1,04 hoch 5 = 1216,65 €.

Nehmen wir an, Ihr persönlicher Steuersatz beträgt 40%. Falls die gesamte Summe dieses Jahr noch unter Ihren Freibetrag fällt, sparen Sie dann mit dem vorzeitigen Verkauf 486,66 € Steuern.

Schöpfen Sie die Sparerfreibeträge Ihrer Kinder und Enkelkinder aus

Jedem steht ein eigener Sparerfreibetrag zu, auch Kindern. Wenn Sie Ihren eigenen Sparerfreibetrag bereits überschritten haben, lohnt es sich daher für Sie, die Freibeträge Ihrer Kinder oder Enkelkinder zu nutzen. Dadurch vermeiden Sie die Besteuerung der über Ihren Freibetrag hinaus gehenden Zinseinnahmen.

Eine Schenkung von Kapitalvermögen an Kinder ist bis 205.000 € steuerfrei. Diese 205.000 € gelten pro Kind und können jeweils nach Ablauf von 10 Jahren erneut in Anspruch genommen werden. Bei Enkelkindern beträgt der Freibetrag 51.200 €.

31. Oktober 2007

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.