von Jan Aalto

Horrorbericht zu Baby-Boomern: Aktienmärkte in Gefahr?

Immer mehr Alte ziehen Geld von den Börsen ab....

Dividenden gegen den Baby-Boomer-Effekt. Die Theorie ist falsch, die Konsequenz richtig.

Die Nachfrage an den Aktienmärkten wird dramatisch einbrechen.

Dies ist die Theorie, die Investoren aus der Bevölkerungsentwicklung ableiten.

Auf dem Papier scheint die Rechnung logisch, in der Praxis ist sie schlicht falsch. Da das Argument aktuell wieder stark in einem großen Hype abgefeiert wurde, hier die ganze Wahrheit dazu.

Der Kern stimmt

Die USA erleben wie wir ebenfalls eine starke Änderung in der Bevölkerungspyramide. Dieser Kern an der Argumentation ist wahr. Konkret werden immer mehr Einwohner in Rente gehen und ihr sauer Erspartes damit zu Geld machen - sprich Aktien verkaufen.

Dieser Prozess würde nach Adam Riese die Aktienkurse tatsächlich zusammen brechen lassen. Einzig:

Die Rechnung wird hier ohne den Wirt gemacht. Dazu gibt es Fakten, die Ihre Investments absichern helfen. Punkt für Punkt widerlegen wir die Baby-Boomer-Theorie.

  • Behauptung I: KGV wird falen, weil es weniger Topfverdiener gibt.
  • Grundlage dieser Theorie ist die Beobachtung, dass vor allem in Zeiten mit vielen jüngeren Arbeitnehmern, die gut verdienen, die Aktienkurse angezogen sind. Dies war bis 2000 der Fall, seither stagnieren die Kurse fast.
  • Wir halten dagegen: "Spitzeneinkommen" werden sich künftig auch auf die ältere Generation verschieben. Denn gerade wenn das Sparvolumen so hoch war, tragen die Zinseinkünfte das Einkommen nach oben.
  • Zudem: Die hohe Aktienbewertung bis 2000 kam nicht dank der hohen Einkommen zustande, sondern weil der Hype um Technologie-Aktien auch privates Kapital mobilisierte. Das aber kann mit jedem neuen Modethema wieder kommen.
  • Behauptung II: Der Nachwuchs (an den Börsen) fehlt.
  • Das ist falsch. Zwar könnten theoretisch mehr Rentner das Kapital an den Börsen abziehen. Aber: weltweit nehmen immer mehr Menschen an der Einkommensentwicklung teil. Die Einkommen steigen auf breiter Basis.
  • Dank dem Kapitalverkehr, der zur Zeit unter dem Strich immer freier wird, fließt das Geld dann auch nach Europa - sowie an die US-Börsen.
  • Behauptung III: Die Altersentwicklung wird sich auf die Aktiennachfrage "strukturell" niederschlagen. Das heißt: "Alte" kaufen weniger Aktien - und dies wird auch in 10, 15 Jahren noch so sein.
  • Unsere Gegenmeinung: Gerade nach dem Finanzdesaster der vergangenen Jahre fehlt vielen "Alten" und "Fast-Alten" das Geld für einen vernünftige Altersvorsorge. Speziell in den USA werden diese Gruppen zunehmend Aktien nachfragen.

GeVestor meint: Die Theorie der "Baby-Boomer" ist so alt wie falsch. Wenn sie jetzt wieder aufgewärmt wird, hat dies mit den neueren Entwicklungen - auch dank der Finanzkrise - nichts mehr zu tun.

Gleichwohl ist die Konsequenz richtig: die Empfehlung lautet immer wieder, Investoren sollten dividendenstarke Aktien mit hoher Dividendenrendite kaufen. Für den Dax meinen wir: richtig. Ein Beispiel ist die Münchener Rück, die dauerhaft eine hohe Dividendenrendite bringt.

 
 
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