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Hybridanleihen: Hohe Zins-Renditen auch in Niedrig-Zins-Phasen

In der heutigen Zeit ist es schwierig, mit Anleihen eine Rendite zu erwirtschaften, die auch nur die Inflation – also den Kaufkraftverlust – ausgleicht. Ursächlich dafür ist vor allem die Niedrig-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) und der amerikanischen Zentralbank (Fed).

Die Folge: Die Zinsen liegen unter der Inflationsrate. Hinzu kommt, dass Beispiele wie Griechenland (ein erster Schuldenschnitt wurde durchgeführt und über einen zweiten wird spätestens ab 2014 diskutiert werden) zeigen, dass auch Staatsanleihen nicht als 100% sicher gelten können.

Was also tun, wenn Sie trotzdem Anleihen in Ihrem Depot haben wollen, die positive Netto-Renditen abwerfen?

Ein möglicher Lösungsansatz sind Hybridanleihen. Diese ganz speziellen Anleihen weisen etwas mehr Risiko auf als herkömmliche Unternehmensanleihen – bieten dafür aber auch einen hohen Zinsaufschlag. 5 bis 10% Rendite pro Jahr sind damit möglich. Den Lösungsansatz mit Hybridanleihen werde ich Ihnen heute detailliert vorstellen.

Das sind Hybridanleihen und so funktionieren sie

Üblicherweise werden Hybridanleihen von Unternehmen herausgegeben (emittiert) und sind zunächst einmal eine sehr heterogene Wertpapiergattung. Das bedeutet, dass die einzelnen Anleihen in ihrer jeweiligen Ausgestaltung sehr stark voneinander abweichen können. Und dennoch gibt es einige Gemeinsamkeiten, die alle Hybridanleihen aufweisen:

Sehr lange Laufzeiten und Kündigungsrecht des Emittenten

Bei Hybridanleihen sind sehr lange Laufzeiten von bis zu 100 Jahren die Regel. Manche Hybridanleihen werden sogar von vornherein als „Endlos-Anleihen“ ohne festen Fälligkeitstermin emittiert. Bei Hybridanleihen hat allerdings der Emittent (also das Unternehmen, welches die Anleihe herausgibt) ein Kündigungsrecht zu bestimmten Zeitpunkten, die schon bei der Emission der Anleihe bekannt sind.

Als Anleger sollten Sie damit rechnen, dass der Emittent davon Gebrauch macht. Sicher wissen können Sie es aber nie – es ist abhängig von der finanziellen Situation des Emittenten. Unabhängig davon, ob der Emittent vorzeitig kündigt, haben Sie als Anleger aber jederzeit die Möglichkeit, Ihre Hybridanleihe an der Börse zu verkaufen (Sie müssen also nicht bis zur Fälligkeit warten).

Stärkere Kursschwankungen

Bei Anleihen, deren Rückzahlung als sicher gilt, sind zwischenzeitliche Kursverluste nicht das Problem der Anleihen-Inhaber, denn diese müssen lediglich bis zum Fälligkeitstag abwarten. Dann wird der Nominalwert der Anleihe zu 100% zurückgezahlt. Bei Hybridanleihen hingegen ist das „Aussitzen“ von Kursschwankungen nicht so leicht möglich, da Sie den Fälligkeitstag nicht im Voraus kennen.


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Es hängt davon ab, ob und wann der Emittent die Anleihe vorzeitig kündigt. Das ist der Grund, warum die Kurse der Hybridanleihen deutlich stärker schwanken als die von normalen Unternehmensanleihen. Der Emittent kann zwar vorzeitig kündigen (und tut dies fast immer auch gleich zum erstmöglichen Stichtag), sicher ist die Rückzahlung zum betreffenden Stichtag aber nicht.

In der Zwischenzeit wirkt sich jede Nachricht bezüglich der Zahlungskraft des Emittenten positiv oder negativ auf den Kurs Ihrer Hybridanleihe aus. Wenn Sie sich den nächsten Punkt vor Augen halten, wird dies noch deutlicher.

Nachrangigkeit im Insolvenzfall

Hybridanleihen sind nachrangige Anleihen. Das bedeutet, dass Sie als Inhaber einer Hybridanleihe im Falle einer Insolvenz des Emittenten schlechter gestellt sind als Inhaber normaler (erstrangiger) Anleihen. Inhaber von Hybridanleihen stehen im Insolvenzfall ganz hinten auf der Liste der Gläubiger.

Dadurch ist praktisch ausgeschlossen, dass Sie im Pleitefall Ihr Geld zurückbekommen, das Sie in eine Hybridanleihe investiert haben. Denn im Normalfall reicht die Insolvenzmasse nicht einmal aus, um die Forderungen der erstrangigen Gläubiger vollständig zu befriedigen. Daher müssen nachrangige Gläubiger einkalkulieren, dass sie im Falle einer Unternehmenspleite leer ausgehen.

Höhere Zinsen bei Hybridanleihen

Natürlich müssen die größeren Risiken, die Sie bei einer Hybridanleihe im Vergleich zu einer normalen Unternehmensanleihe eingehen, auch großzügig belohnt werden. Üblicherweise werfen Hybridanleihen daher 2 bis 4% mehr Zinsen ab als erstrangige (also normale) Anleihen desselben Unternehmens.

Der Zins-Kupon kann sich sogar noch weiter erhöhen, wenn der Emittent die Hybridanleihe nicht gleich zum erstmöglichen Stichtag wieder aufkündigt. Achtung: Eine Aussetzung der Zinsen ist möglich – aber äußerst unwahrscheinlich Dass eine jährliche Zinszahlung stattfindet, ist nicht zu 100% sicher. Bei Hybridanleihen ist die Ausschüttung von Zinsen häufig an eine Bedingung geknüpft.

Zum Beispiel daran, dass der Emittent im Vorjahr einen Gewinn erzielt hat. Oder daran, dass den Aktionären eine Dividende gezahlt wurde. Allerdings: Ein Zinsausfall ohne eine spätere Nachzahlung würde das Vertrauen der Anleger in das Unternehmen nachhaltig belasten.

Daher werden die Unternehmen um jeden Preis versuchen, die Zinsen zu zahlen, oder wenn feste Regeln (z. B. eine der eben genannten Bedingungen) dies zunächst verhindern, beim nächstmöglichen Termin die Zahlung der Zinsen nachzuholen.

Manche Hybridanleihen sehen sogar eine Nachzahlungspflicht vor für den Fall, dass der Emittent in einem Jahr keine Zinsen zahlt. Ob das festgelegt ist, sehen Sie in den Emissionsbedingungen. Dieses sollten Sie sich auf jeden Fall durchlesen, bevor Sie eine Hybridanleihe kaufen.

Lesen Sie die Emissionsbedingungen um mögliche Nachteile zu erkennen

Ich habe eingangs bereits erwähnt, dass Hybridanleihen eine sehr heterogene Wertpapiergattung mit den unterschiedlichsten Ausgestaltungen sind. Daher gibt es viele unterschiedliche Modelle der Hybridanleihen, und erst ein Blick in die Emissionsbedingungen offenbart so manche Besonderheit, die sich im Nachhinein als Nachteil entpuppen kann.

Beispiele dafür sind:

  • Bei manchen Hybridanleihen werden die Zinsen nur dann ausgeschüttet, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, etwa wenn bestimmte Finanzkennzahlen die Erwartungen erfüllen oder übertreffen.
  • Die Nachzahlung versäumter Zinsausschüttungen ist zwar bei einigen Hybridanleihen vorgesehen – aber längst nicht bei allen.
  • In vielen Fällen kann der Emittent die Zinsausschüttungen unter bestimmten Voraussetzungen ausfallen lassen oder aufschieben. Beispielsweise, wenn das Unternehmen Verluste erzielt hat oder wenn die Aktionäre auf ihre Dividende verzichten mussten.

Fazit: Höhere Zinsen und höheres Risiko

Aus meiner Sicht sind Hybridanleihen von sehr soliden Unternehmen in Niedrig-Zins-Phasen eine gute Alternative zu herkömmlichen Unternehmensanleihen. Sie sollten jedoch stets bedenken, dass die höheren Zinsen für ein höheres Risiko gezahlt werden.

9. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.