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Hybridanleihen: Warum sie herausgegeben werden

Ein Unternehmen muss höhere Zinsen zahlen, und es macht in der Regel von seinem vorzeitigen Kündigungsrecht Gebrauch.

Warum also werden überhaupt Hybridanleihen emittiert und nicht direkt normale Unternehmensanleihen mit einem niedrigeren Zins-Kupon und festen Laufzeiten? Ganz einfach: Weil Hybridanleihen für das emittierende Unternehmen einige entscheidende Vorteile mit sich bringen.

Hybridanleihen: Entlastende Bedingungen

Nicht in jedem Fall muss ein Unternehmen Zinsausschüttungen zahlen. Je nach Emissionsbedingungen kann sich ein Unternehmen vorbehalten, nur dann Zinsen zu zahlen, wenn ein bestimmter Gewinn oder eine bestimmte Gewinnmarge erreicht wurde. Oder wenn an die Aktionäre Dividenden gezahlt werden.

Wenn es dem betreffenden Unternehmen schlecht geht, kann es die Zinszahlung auf seine Hybridanleihen auch einmal ausfallen lassen – was in den betreffenden Jahren eine enorme Erleichterung bedeutet.


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Flexibilität in Sachen Kündigung

Theoretisch läuft eine Hybridanleihe sehr lange bis ewig. Praktisch gibt es aber die Möglichkeit einer vorzeitigen Kündigung ab einem bestimmten Termin oder zu bestimmten, von Anfang an festgelegten Terminen.

Das verschafft dem emittierenden Unternehmen größtmögliche zeitliche Flexibilität. Es entscheidet selbst, wann es das geliehene Geld zurückzahlt.

Ersatz für Eigenkapital

Banken, Investoren, Aufsichtsbehörden und Rating-Agenturen sehen sich die Bilanz sehr genau an. Ein wichtiges Bewertungskriterium für Rating (Einstufung der Zahlungskraft) und Kreditwürdigkeit ist die sogenannte Verschuldungsquote.

Dabei geht es um die Frage, wie viel Prozent des Gesamtkapitals (Eigen- und Fremdkapital) das Fremdkapital (also die Schulden) ausmacht. Eine hohe Verschuldungsquote ist meist ein Alarmzeichen.

Aber: Die Schulden aus Hybridanleihen werden wegen ihrer extrem langen Laufzeit meist als Ersatz für Eigenkapital angesehen. Das auf diese Weise geliehene Geld schlägt also nicht unbedingt negativ zu Buche, zumal die Inhaber der Hybridanleihen im Insolvenzfall bereit sind, darauf zu verzichten (Nachrangigkeit). Aus Sicht des emittierenden Unternehmens ist das ein klarer Pluspunkt.

Hybridanleihen: Keine Neuemission von Aktien

Viele Unternehmen holen sich neues Geld am Kapitalmarkt, indem sie neue Aktien emittieren. Das erfreut die Aktionäre aber meist ganz und gar nicht. Denn ihre Aktien verlieren dann an Wert, ganz einfach, weil sich plötzlich mehr Aktionäre den Unternehmenskuchen teilen.

Dieser sogenannte Verwässerungseffekt bleibt aus, wenn ein Unternehmen stattdessen Hybridanleihen emittiert. Das neue Geld wird eingesammelt, ohne dass die Aktionäre sich – bildlich gesprochen – mit einem kleineren Kuchenstück begnügen müssen.

Klare Steuervorteile durch Hybridanleihen

Auch steuerlich profitiert ein Unternehmen von der Ausgabe von Hybridanleihen: Die geleisteten Zinszahlungen kann es nämlich als Betriebsausgaben von der Steuer absetzen.

Bei der Ausgabe neuer Aktien wäre ein solcher Vorteil dagegen nicht vorhanden. Dividendenzahlungen kann ein Unternehmen nicht steuermindernd geltend machen.

26. Mai 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.