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Hype um Lithium Aktien: Vorsicht ist geboten

In regelmäßigen Abständen rollen Modewellen durch die Welt der Wertanlagen: Verheißungsvolle  Rohstoffe glänzen mit Seltenheitswert und super Chancen. Sorgen neben dem Klassiker Platin auch Iridium, Rhodium oder Palladium immer wieder für Goldgräberstimmung, steht nun Lithium im Fokus. Dabei geht es um Lithium-Aktien von Minengesellschaften.

Lithium-Aktien: spekulieren auf Elektromobilität

Im physischen Besitz nämlich ist das Alkalimetall gesundheitsgefährdend. Es ätzt und gibt giftige Dämpfe ab, die obendrein hochexplosiv sind. Lithium wird in verschiedenen Legierungen industriell verwendet, wegen seiner Leitungsfähigkeit auch in nahezu allen Akkus und Batterien – und die werden immer häufiger gebracht.

Die weltweiten Lithiumvorkommen liegen zwar nur etwas unter denen von Kupfer oder Zink, doch ist die Gewinnung weitaus aufwändiger und teurer als die anderer Metalle. Was die Sache interessant macht, ist die anstehende massenweise Umstellung auf Elektrofahrzeuge mit Speicherkapazitäten in Form leistungsfähiger Batterien. Dies und die unaufhaltsame Ausbreitung mobiler Elektronikgeräte eröffnet Perspektiven auf eine enorme Nachfragesteigerung.

Von der wurde allerdings schon vor sechs Jahren gesprochen, als der erste Lithium Hype die Runde machte. Lithium Aktien galten als sichere Wette auf die Zukunft. Chancen versprachen gerade billige Papiere kleinerer Bergbaufirmen wie etwa Rock Tech Lithium aus Kanada.


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Wer im Juni 2010 deren Aktie für 20 Cent erstand, konnte sie ein halbes Jahr später für ganze 3,10 € verkaufen. Danach aber fiel der Kurs bis April dieses Jahres auf gerade mal zwei Cent und war seitdem wieder auf Erholungskurs, nur um jetzt erneut zu fallen: aktuell steht das Papier bei 60 Cent.

Markt mit vielen Einflussfaktoren

Rohstoffe können extrem volatil sein. Ihre Preise und die der Unternehmensaktien hängen von etlichen Faktoren ab. Beim letzten Lithium-Hype war es unter anderem die Ernüchterung aufgrund der Erkenntnis, dass Autobatterien für genügend Reichweite und Leistung schwerer herzustellen sind, als zunächst gedacht.

Die Hoffnung, Elektromotoren würden in Kürze den Verbrennungsantrieb verdrängen, erwies sich als verfrüht. Erstens waren sie noch viel zu unausgereift. Und zweitens begann der Ölpreis 2014 überraschend zu fallen, was Benzin und Diesel erheblich verbilligte. Zudem wurde Lithium verstärkt abgebaut und neue Unternehmen betraten das Feld. Damit wurde der Markt zwar etwas größer, doch inwieweit neue Akteure und Explorationsfirmen mit Erfolg agieren, ist nicht leicht auszumachen.

Andererseits sind sie ein Korrektiv in einem Metier, das wesentlich von drei Unternehmen beherrscht wird: Albemarle und FMC Corp aus den USA sowie Soc Quimica aus Chile. Für sie wäre es leicht, das Angebot knapp zu halten, damit der Preis stimmt, und wieder hochzufahren, wenn sich die Industrie nach Alternativen umsieht.

Anders als Rock Tech Lithium bewegen sich die Kurse der großen Drei in der Spitze zwischen grob 60 € und 80 €. Eines ist den dreien gemein: Sie rutschten mit dem Ölpreis in den Keller und erholten sich seit April wieder. Dabei sind sie teils extrem hoch bewertet. Allerdings geben die Kurse wieder deutlich nach, was nach einer guten Einstiegsgelegenheit aussieht.

Batterie ist nicht alles

Doch Lithium-Aktien sind eben eher spekulativ, Risiken inklusive. Sie entziehen sich nicht nur den gängigen Bewertungsmustern von Aktien, auch ob die Zukunft tatsächlich rein im Batteriefahrzeug liegt, muss sich erst noch zeigen. Sollten Superkondensatoren oder Brennstoffzellen das Rennen machen, stünden Lithium-Aktien erneut unter Druck.

Auch ist längst nicht ausgemacht, dass der Verbrennungsmotor am Ende ist. Nicht ohne Grund arbeiten Hersteller wie Daimler an Alternativen. Interessantes Detail: Von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt ist es kürzlich Forschern in den USA gelungen, Ethanol aus CO2 herzustellen. Der Durchbruch gelang mithilfe der Nanotechnologie.

Ethanol ist ein vollwertiger Kraftstoff, ganz Brasilien fährt damit. Es wird bisher aus Pflanzen gewonnen, was jedoch Anbauflächen für Nahrungsmittel reduziert. Mit dem Ansatz der Forscher könnte sich der Konflikt erledigen. Ihnen schwebt ein System vor, bei dem Abgase einfangen und als Treibstoff wiederverwertet werden – ein geschlossener Kreislauf. Wie schnell aus Visionen Realität werden kann, hat die Vergangenheit immer wieder gezeigt.

Die Elektromobilität ist nicht zwingend so alternativlos, wie sie derzeit erscheinen mag. Wer es derweil mit Lithium-Aktien versuchen möchte, kann auch einen ETF auf den Structured Solutions Lithium Index kaufen. Der bildet 17 Unternehmen ab und hat sich in den letzten Jahren teils beachtlich entwickelt.

23. November 2016

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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.

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