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Mietverhältnis-Beendigung: Alles über Formalien, Fristen und Gründe

Mieter haben es wesentlich einfacher als Vermieter, das Mietverhältnis durch eine Kündigung zu beenden. Trotzdem: Weil eine Kündigung so weit reichende Folgen hat, müssen auch Mieter bestimmte Formalien und Fristen einhalten.

Ihr Mieter muss schriftlich kündigen. Missachtet er die Schriftform, hat dies zur Folge, dass die Kündigung unwirksam ist. Durch diese Formvorschrift soll in erster Linie verhindert werden, dass ein Mietverhältnis unüberlegt und übereilt gekündigt wird.

Außerdem muss die Kündigung eigenhändig unterschrieben werden. Eine gedruckte Unterschrift oder die Verwendung eines Namensstempels genügt nicht.

Achtung: Auch auf einem Faxausdruck befindet sich keine eigenhändige Unterschrift. Als Empfänger des Faxschreibens erhalten Sie eben gerade nicht das Originalschreiben mit der eigenhändigen Unterschrift Ihres Mieters. Auch eine Kündigung per E-Mail ist nicht möglich.

Für den Fall, dass sich Ihr Mieter vertreten lässt, muss der Bevollmächtigte eine Originalvollmacht beifügen. Das gilt im umgekehrten Fall für Sie als Vermieter ebenso.

Spricht ein Bevollmächtigter Ihres Mieters die Kündigung aus, ohne eine Originalvollmacht beizufügen, so können Sie die Erklärung schon aus diesem Grunde zurückweisen. Das gilt gerade auch dann, wenn die Vollmacht in Form einer Faxkopie vorgelegt wird. Die Folge ist, dass die Kündigung unwirksam ist.

Achtung: Die Zurückweisung muss unverzüglich erfolgen; das heißt: innerhalb von höchstens 14 Tagen. Falls Sie nicht selbst handeln, sondern einen anderen (z.B. Hausverwalter, Rechtsanwalt) damit beauftragen, muss er wiederum auch eine Voll macht vorlegen.

Ob die Kündigung begründet werden muss, hängt davon ab, wer kündigt und aus welchem Anlass gekündigt wird.

Wenn Ihr Mieter das Mietverhältnis beendigen will, genügt es, dass er unter Einhaltung der gesetzlichen bzw. vertraglich vereinbarten Frist kündigt. Gründe für die Kündigung muss er nicht nennen. Es kommt hier allein darauf an, dass es sich um eine 2-f-Kündigung handelt, das heißt: Die Kündigung muss frist- und formgerecht erfolgen. Mehr Voraussetzungen müssen Sie als Mieter nicht erfüllen.

Wiederum andere Regeln gelten, wenn es um eine fristlose Kündigung geht. Bislang mussten die Gründe im Kündigungsschreiben nicht mitgeteilt werden. Erst im Rahmen eines Rechtsstreits mussten „die Karten auf den Tisch gelegt“ werden.

Seit Inkrafttreten der Mietreform im September 2001 herrscht früher Klarheit. Denn jetzt ist gesetzlich vorgeschrieben, dass der Grund für die fristlose Kündigung im Kündigungsschreiben angegeben werden muss. Das gilt unabhängig davon, ob der Vermieter oder Mieter fristlos kündigt.

Welche Fristen bei der ordentlichen Kündigung Ihres Mieters gelten

Die Neuregelung war bis zuletzt stark umstritten: Bis zum Inkrafttreten der Mietreform am 01.09.2001 galten für Mieter und Vermieter die gleichen Kündigungsfristen. Diese betrugen je nach der Dauer des Mietverhältnisses bis zu 12 Monaten. Seit 01.09.2001 gilt für Mieter – unabhängig von der Dauer des Mietverhältnisses – eine einheitliche Kündigungsfrist von drei Monaten. Für Sie als Vermieter verlängert sich die Kündigungsfrist dagegen nach fünf Jahren auf sechs Monate und nach acht Jahren auf neun Monate.

Keine Frage: Diese Benachteiligung war und ist nahezu jedem Vermieter ein Dorn im Auge. Umso größer war die Erleichterung, als der Bundesgerichtshof im Juni 2001 eine Aufsehen erregende Grundsatzentscheidung zu den Kündigungsfristen in Altverträgen traf. „Altverträge“ sind solche Vertragswerke, die vor Inkrafttreten der Mietrechtsreform am 01.09.2003 geschlossen wurden. Der BGH hat entschieden, dass Formularklauseln, die die früheren gesetzlichen Kündigungsfristen wörtlich oder sinngemäß wiedergeben, auch nach der Mietrechtsreform fortgelten.

Die Kündigungsfristen für Alt- und Neuverträge

Die Entscheidung des BGH bedeutet konkret:

  • Enthält der vor dem 01.09.2001 geschlossene Mietvertrag keine Vereinbarung über Kündigungsfristen, so gilt für den Mieter unabhängig von der Vertragsdauer die neue gesetzliche Kündigungsfrist von drei Monaten.

  • Enthält der vor dem 01.09.2001 geschlossene Mietvertrag eine nach damaligem Recht wirksame Vereinbarung über Kündigungsfristen, so gilt diese fort. Dies war bereits bislang unstreitig, so weit es sich um individuelle Vereinbarungen handelte.

  • Der Bundesgerichtshof hat nun entschieden, dass auch solche Vereinbarungen fortgelten, bei denen es sich um

  • Formularklauseln handelt, in denen lediglich die alten gesetzlichen Kündigungsfristen wörtlich oder sinngemäß wiedergegeben werden. In diesen Fällen gelten für Mieter und Vermieter also weiterhin die alten gestaffelten Kündigungsfristen von 3, 6, 9 oder 12 Monaten je nach Vertragsdauer.

Achtung: Ihr Mieter kann ein unbefristetes Mietverhältnis jederzeit ohne Angabe von Gründen kündigen. Entscheidend ist allein, dass er schriftlich kündigt und die Kündigungsfrist einhält.

Ihr Mieter kann die Wohnung nicht vertragsgerecht nutzen

Ihr Mieter kann das Mietverhältnis fristlos kündigen, wenn ihm der vertragsgemäße Gebrauch der Wohnung ganz oder zum Teil nicht rechtzeitig gewährt oder wieder entzogen wird. Das gilt unabhängig davon, ob es sich um einen Zeitmietvertrag oder um ein unbefristetes Mietverhältnis handelt.

Der vertragsgemäße Gebrauch der Wohnung wird Ihrem Mieter nicht rechtzeitig gewährt, wenn ihm die Wohnung zum vertraglich vereinbarten Zeitpunkt nicht übergeben werden kann. Dabei ist unerheblich, ob Sie als Vermieter die Verzögerung zu vertreten haben.

Beispiel: Sie haben die Wohnung zum 01.11.2003 neu vermietet. Zu diesem Termin wird die Wohnung aber nicht frei, weil der Vormieter sich weigert, „das Feld zu räumen“. Letzteres kann verschiedene Gründe haben, beispielsweise den, dass er in ein Eigenheim umziehen will. Das wiederum wird nicht rechtzeitig fertig.

Auch dann, wenn die Wohnung erhebliche Mängel aufweist, ist Ihr Mieter zur fristlosen Kündigung berechtigt. Keine Rolle spielt dabei, ob Sie als Vermieter den Mangel zu vertreten haben.

Beispiel: Hierher gehören Mängel wie Gesundheitsgefährdungen sowie Lärm-, Geruchs- und sonstige Belästigungen. In Betracht kommen Mängel wie tropfendes Wasser von Decke und Wänden, der Befall der Wohnung mit Kakerlaken, Feuchtigkeitsschäden in der Wohnung nach einer Fenstermodernisierung oder Lärmbelästigungen von einer benachbarten Großbaustelle.

Aber auch dann, wenn Ihrem Mieter die Wohnung wieder „entzogen“ wird, kann eine fristlose Kündigung gerechtfertigt sein. Auch hier spielt es keine Rolle, ob Sie ein Verschulden trifft. Eine Gebrauchsentziehung kommt unter anderem in folgenden Fällen in Betracht:

  • bauseitig bedingter Schimmelpilzbefall der Wohnung,

  • Bordellbetrieb im Haus,

  • Klopfgeräusche in der Heizung, die nachts und in den frühen Morgenstunden auftreten,

  • nächtliche Ruhestörungen durch lautstarke Auseinandersetzungen unter Hausbewohnern,

  • regelmäßig wiederkehrender Stromausfall,

  • umfassende Umbauarbeiten im Haus.


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Wichtig: Berücksichtigt werden nur Beeinträchtigungen, die erheblich sind. Weitere Voraussetzung für die fristlose Kündigung ist, dass Ihr Mieter Ihnen eine angemessene Abhilfefrist setzt. Die Dauer der Frist richtet sich nach den Umständen des Einzelfalls.

Lassen sich Schäden kurzfristig beheben, ist dies zeitnah zu erledigen. Will er dagegen beispielsweise wegen ruhestörenden Lärms kündigen, ist unter Umständen eine längere Abhilfefrist erforderlich. In diesem Zusammenhang kommt es auch immer darauf an, ob Sie als Vermieter den Mangel bereits kannten, als die Abhilfefrist gesetzt wurde. Und: Für den Fall, dass zur Vorbereitung der Mängelbeseitigung erst ein Gutachten eingeholt werden muss, verlängert sich die Frist entsprechend.

Achtung: Sind die Beeinträchtigungen nur unerheblich und hat Ihr Mieter kein besonderes Interesse an der Vertragsbeendigung, ist sein Recht zur fristlosen Kündigung ausgeschlossen. Gleiches gilt, wenn Ihr Mieter die Wohnungsmängel bei Abschluss des Mietvertrags kannte.

Wenn die Gesundheit Ihres Mieters gefährdet ist

Ein wichtiger Grund für eine fristlose Kündigung liegt für Mieter auch vor, wenn die gemietete Wohnung so beschaffen ist, dass ihre Benutzung mit einer erheblichen Gefährdung der Gesundheit verbunden ist. Nicht erforderlich ist allerdings, dass auch bereits eine Schädigung der Gesundheit eingetreten ist. Eine objektive Gefährdung muss jedoch vorliegen.

Insbesondere in folgenden Fällen können Mieter zu einer fristlosen Kündigung berechtigt sein:

  • Auftreten von Kakerlaken, Kellerasseln, Mäusen oder Silberfischen,

  • bauseitig verursachter Schimmelpilz,

  • Befall der Wohnung mit Ungeziefer,

  • Durchfeuchtung der Wohnung,

  • erhöhte Konzentration von Formaldehyd,

  • Nichtbeheizbarkeit der Wohnung,

  • wiederholter Heizungsausfall.

Achtung: Demgegenüber scheidet eine fristlose Kündigung wegen Gesundheitsgefährdung aus, wenn Ihr Mieter den Schimmelbefall in der Wohnung durch sein eigenes Verhalten (falsches Lüften und Heizen) verursacht hat. Ebenso berechtigt der Ausfall der Heizung dann nicht zur fristlosen Kündigung, wenn Sie als Vermieter ausdrücklich erklären, dass Sie bereit sind, die Wohnungsmängel sofort zu beseitigen.

5 Fälle, in denen Ihr Mieter ein Sonderkündigungsrecht hat

Wenn Ihr Mieter kurzfristig ausziehen möchte, obwohl dies nach dem Mietvertrag eigentlich nicht möglich ist, und Sie „mit sich reden lassen“ wollen: Regeln Sie alle Modalitäten in einem Mietaufhebungsvertrag.

So verhindern Sie, dass Ihnen finanzielle Nachteile entstehen, weil Sie vergessen, wichtige Punkte zu regeln (zum Beispiel Mietereinbauten, Renovierung, Kleinreparaturen). Einzelheiten dazu lesen Sie im Beitrag „Mietaufhebungsvertrag“ ab Seite M 25/001 (in diesem Heft).

Kommen wir aber jetzt zuerst einmal zu den wichtigsten Praxis-Fällen, in denen Mieter unter bestimmten Voraussetzungen berechtigt sind, sich vorzeitig vom Mietvertrag zu lösen. Wie so oft, kommt es auf die konkreten Umstände des Einzelfalls an. Generell gelten aber folgende Regelungen:

Wann Mieter vorzeitig aus dem Mietvertrag „aussteigen“ können

  • Ankündigung einer Modernisierung

  • Sie teilen Ihrem Mieter Einzelheiten Ihres Modernisierungsvorhabens mit

  • Modernisierungszuschlag

  • Sie verlangen nach Abschluss der Baumaßnahmen eine Mieterhöhung wegen Modernisierung

  • Nachmieter

  • Ihr Mieter beruft sich auf eine vertraglich vereinbarte Nachmieterklausel

  • Staffelmiete

  • Sie haben mit Ihrem Mieter vereinbart, dass sich die Miete in regelmäßigen Abständen erhöht

  • Mieterhöhung

  • Sie verlangen von Ihrem Mieter die Zustimmung zu einer Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete

Sie verlangen eine Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete

Es ist Ihr legitimes Interesse, Ihre Zusatzeinnahmen durch Vermietung von Zeit zu Zeit zu erhöhen. Deshalb ist es auch verständlich, wenn Sie nach der „Durststrecke“ in den vergangenen Jahren die Miete jetzt anheben möchten.

Eine ganz andere Frage ist es aber, ob der Mieter die Mieterhöhung auch akzeptiert. Meist entzündet sich der Streit schon an der Frage, ob das Mieterhöhungsverlangen formal korrekt ist. In der Tat machen die strengen Formalien einer Mieterhöhung es Ihnen als Vermieter nicht gerade leicht, eine Mieterhöhung durchzusetzen.

In einem Punkt sind sich nahezu alle Vermieter aber „ganz sicher“: Der Mieter hat eigentlich nur drei Möglichkeiten, auf ein Mieterhöhungsverlangen zu reagieren: er stimmt der Mieterhöhung ganz oder teilweise zu, oder er widerspricht der Mieterhöhung.

Was viele Vermieter nicht wissen und deshalb auch nicht „auf der Rechnung“ haben: Wenn sie eine Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete verlangen, hat ihr Mieter ein Sonderkündigungsrecht. Er ist dann in diesem Fall berechtigt, bis zum Ende der Überlegungsfrist das Mietverhältnis zu kündigen, und zwar zum Ablauf des übernächsten Monats.

Beispiel: Sie verlangen von Ihrem Mieter die Zustimmung zu einer Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete. Seine Überlegungsfrist läuft am 31.12.2003 ab. Will er von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen, muss Ihnen die Kündigung bis zum 31.12.2003 vorliegen. Das Mietverhältnis endet dann Ende Februar 2004.

Für den Fall, dass Ihr Mieter kündigt, erhöht sich die Miete nicht. Für die restliche Mietdauer bleibt es dann bei der bisherigen Miete.

Achtung: Lässt er dagegen die Frist für die Sonderkündigung verstreichen, gelten wieder die vertraglichen Kündigungsfristen. Und wenn die Mieterhöhung wirksam ist, muss er dann auch mehr Miete zahlen.

Sie haben eine Staffelmiete vereinbart

Bei Vereinbarung einer Staffelmiete legen Vermieter und Mieter fest, wann und in welchem Umfang sich die Miete künftig erhöhen soll. Die Staffelmiete kann Mietsteigerungen vorsehen, die Sie im förmlichen Mieterhöhungsverfahren nicht durchsetzen könnten. Die Mieterhöhung tritt jeweils automatisch ein. Eine besondere Aufforderung an Ihren Mieter, die erhöhte Miete zu zahlen, ist nicht erforderlich.

Eine Staffel-Mietvereinbarung kann also etwa wie folgt aussehen:

„Die Nettokaltmiete beträgt monatlich 450 Euro. Sie erhöht sich jährlich ab 01.11.2004 auf 480 Euro, ab 01.11.2005 auf 510 Euro, ab 01.11.2006 auf 540 Euro.“

Achtung: Vereinbaren Sie einen längerfristigen Mietvertrag mit einer Staffelmiete, steht Ihrem Mieter ein Sonderkündigungsrecht zu. Danach kann er nach Ablauf von vier Jahren seit Abschluss der Staffelmiet-Vereinbarung jederzeit mit der gesetzlichen Kündigungsfrist kündigen.

Wichtig: Für den Beginn beziehungsweise Ablauf der Vier- Jahres-Frist kommt es nicht darauf an, wann der Mietvertrag abgeschlossen wurde oder wann die Staffelmiet-Vereinbarung erstmals wirksam wird. Entscheidend ist der Zeitpunkt der Vereinbarung der Staffelmiete.

Beispiel: Der Mietvertrag datiert vom 01.07.1999. Er ist auf acht Jahre befristet und enthält eine Staffelmiete, die gleich bei Abschluss des Mietvertrags mit vereinbart wurde.

Der früheste Zeitpunkt, zu dem der Mieter hier hätte kündigen können, wäre der 30.6.1998 gewesen. Damals endete die Vier-Jahres-Frist. Da diese Frist verstrichen ist, kann er das Mietverhältnis jetzt jederzeit unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist beenden. Das Kündigungsrecht besteht also – anders als bei der Mieterhöhung – nicht nur einmal, sondern uneingeschränkt bis zum Ablauf der restlichen Mietzeit.

Anders berechnet sich die Vier-Jahres-Frist hingegen, wenn die Staffelmiete nachträglich vereinbart wurde.

Beispiel: Der Mietvertrag datiert vom 01.07.1999 und ist auf acht Jahre befristet. Am 01.02.2000 haben Mieter und Vermieter nachträglich eine Staffelmiete für den Rest der Mietzeit vereinbart.

Die Vier-Jahres-Frist endet hier am 31.01.2004. Das ist der früheste Zeitpunkt, zu dem der Mieter das Mietverhältnis vorzeitig beenden kann.

Praxis-Tipp: Das Sonderkündigungsrecht sollte Sie aber nicht ernsthaft daran hindern, mit dem Mieter eine Staffelmiet-Vereinbarung zu treffen. Sie müssen dann nicht befürchten, bei einer Mieterhöhung in den Fallstricken der Formalien hängen zu bleiben.

Sie kündigen eine Modernisierung an

Ihr Erfolg mit Investitionen in Immobilien hängt ganz wesentlich von zwei Faktoren ab: den Mieteinnahmen und der Wertsteigerung Ihres Mietobjekts. Haus- und Wohnungsbesitzer, die immer nur die nötigsten Arbeiten am Haus ausführen, haben meist schlechte Karten bei der Sicherung ihrer Werte und Mieteinnahmen. Wenn Sie dagegen höhere Mieteinnahmen erzielen und einen stetigen Wertzuwachs Ihres Mietobjekts sicherstellen wollen, müssen Sie rechtzeitig modernisieren.

Wenn Sie als Vermieter modernisieren wollen, müssen Sie Ihre Mieter vor Durchführung der baulichen Maßnahmen auf die voraussichtliche Höhe der Kosten und die sich daraus ergebende Mieterhöhung hinweisen. So sieht es das Miethöhegesetz vor. Unterlassen Sie es, die Mieter entsprechend zu informieren, hat dies zur Folge, dass die Mieterhöhung erst sechs Monate später als sonst fällig wird.

Hinzu kommt: Drei Monate vor Beginn der Arbeiten müssen Sie deren Art, Umfang, Beginn und voraussichtliche Dauer schriftlich ankündigen. Kommen Sie Ihrer Hinweispflicht nicht nach, entfällt bereits deshalb die Duldungspflicht der Mieter.

Beabsichtigen Sie Modernisierungsmaßnahmen, müssen Sie Ihren Mieter rechtzeitig darüber informieren. Liegt Ihrem Mieter die Modernisierungsmitteilung vor, ist er berechtigt, noch vor Beginn der Modernisierungsarbeiten das Mietverhältnis zu kündigen. Das muss allerdings bis zum Ablauf des Monats, der dem Zugang des Ankündigungsschreibens folgt, für den Ablauf des nächsten Monats geschehen.

Beispiel: Ihr Mieter erhält das Ankündigungsschreiben im Oktober 2003. Entschließt er sich zur Kündigung, muss Ihnen das Kündigungsschreiben spätestens am 30. November 2003 vorliegen, wobei die Kündigung mit Wirkung zum 31. Dezember 2003 erfolgen muss.

Achtung: Im Falle der Kündigung müssen Sie mit der beabsichtigten Modernisierung warten, bis Ihr Mieter ausgezogen ist.

Sie verlangen einen Mietzuschlag wegen Modernisierung

Für Verbesserungs- und Modernisierungsarbeiten steht Ihnen als Vermieter ein Sondererhöhungsrecht zu. Die Mieterhöhung wegen Modernisierung können Sie neben oder mit einer Mieterhöhung auf die ortsübliche Vergleichsmiete geltend machen. Folgende Wege stehen Ihnen offen:

  • Sie erhöhen die Jahresmiete um 11% der Ihnen entstandenen Baukosten, oder

  • Sie heben die Miete für die verbesserte Wohnung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete an, oder

  • Sie heben die Miete für die verbesserte Wohnung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete an, und zwar auf der Basis für vergleichbare nichtmodernisierte Wohnungen. Zusätzlich erhöhen Sie die Jahresmiete um 11% der Ihnen entstandenen Baukosten.

Eine Mieterhöhung wegen Modernisierung können Sie von Ihrem Mieter einseitig fordern. Anders als etwa beim Mieterhöhungsverlangen auf die ortsübliche Vergleichsmiete ist es also nicht notwendig, dass Ihr Mieter der Mieterhöhung zustimmen muss. In der Regel ist die neue Miete mit Beginn des dritten Monats nach dem Zugang des Mieterhöhungsschreibens zu zahlen.

Beispiel: Ihr Mieterhöhungsschreiben geht Ihrem Mieter im Laufe des Monats Oktober 2003 zu. Dann muss er die Mieterhöhung wegen Modernisierung ab 01.01.2004 zahlen.

Achtung: Die Frist verlängert sich um sechs Monate, wenn Sie Ihrem Mieter die voraussichtliche Mieterhöhung vorher nicht mitgeteilt haben oder sich die tatsächliche Mieterhöhung gegenüber der Ankündigung um mehr als 10% erhöht.

Ihr Mieter kann in der Weise reagieren, dass er sich auf sein Sonderkündigungsrecht beruft. Er kann das Mietverhältnis dann bis zum Ablauf des zweiten Monats nach dem Zugang des Mieterhöhungsschreibens zum Ablauf des übernächsten Monats kündigen.

Beispiel: Ihr Schreiben, mit dem Sie einen Modernisierungszuschlag verlangen, geht Ihrem Mieter im November 2003 zu. Will Ihr Mieter aus diesem Anlass das Mietverhältnis kündigen, muss dies bis Ende Januar 2004 geschehen, und zwar mit Wirkung zum 31. März 2004.

Achtung: Im Falle der Kündigung wird der Modernisierungszuschlag nicht wirksam. Bis zum Mietende bleibt es dann weiterhin bei der bisherigen Miete.

Ihr Mieter will ausziehen und stellt einen Nachmieter

Mieter sind offensichtlich durch nichts von ihrer Meinung abzubringen, jeder Mieter brauche nur drei Nachmieter zu benennen und schon könne er verlangen, aus dem Mietvertrag entlassen zu werden. So weitverbreitet diese Meinung ist, so falsch ist sie auch.

Einen Anspruch auf Stellung eines Nachmieters hat Ihr Mieter zunächst nur dann, wenn dies im Mietvertrag ausdrücklich und eindeutig vereinbart ist. Dann muss er Ihnen einen geeigneten und zumutbaren Nachmieter stellen. Diesen müssen Sie nicht ohne Wenn und Aber akzeptieren. Voraussetzung ist stets, dass der von Ihrem bisherigen Mieter vorgeschlagene Nachmieter eine vergleichbare wirtschaftliche Sicherheit bietet.

Enthält der Mietvertrag dagegen keine Nachmieterklausel sind Sie in Ihrer Entscheidung völlig frei. Sie können also insbesondere auch darauf bestehen, dass Ihr Mieter den Mietvertrag erfüllt. Schließlich wird Ihr Mieter Ihnen nicht das Risiko abnehmen wollen, dass es Ihnen gelingt, die Wohnung kurzfristig neu zu vermieten. Es ist gegenwärtig in vielen Regionen Deutschlands alles andere als selbstverständlich, dass sich Vor- und Nachmieter „die Klinke in die Hand geben“.

Ausnahme: Ihr Mieter kann sich auf einen Härtefall berufen. Dann darf er auch vorzeitig ausziehen. Beispiele: krankheitsbedingter Umzug, nicht voraussehbarer beruflich bedingter Ortswechsel.

9. Oktober 2003

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Heinz-Wilhelm Vogel
Von: Heinz-Wilhelm Vogel. Über den Autor

Heinz-Wilhelm Vogel ist Rechtsanwalt in Hamburg.