MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Imagewandel „Made in China“: Wie das Riesenreich seinen Aufstieg plant

„Made in China“ war lange Zeit ein Synonym für Billigware aus Fernost. Doch das Riesenreich will künftig nicht nur billige Elektronikprodukte für die Masse herstellen, sondern sich als Hightech-Standort für weltweit führende Top-Unternehmen präsentieren.

Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Regierung in Peking einen Strategieplan (Made in China 2025) entwickelt, durch den China binnen 10 Jahren zu einem Global Player in Sachen Innovation, Qualität und Effizienz aufsteigen soll.

Im Rahmen dieser Strategie stehen insbesondere 10 Schlüsselindustrien im Vordergrund, in denen China künftig den Ton angeben will. Dazu gehören die Luft- und Raumfahrttechnik, Hochgeschwindigkeitszüge, Elektromobilität und effiziente Stromnetze. Unter dem Strich sollen Technikimporte durch eigene Innovationen ersetzt werden.

Made in China: Der Imagewandel schreitet voran

Einen ersten Vorgeschmack, wohin die Reise künftig gehen soll, liefern Chinas führende Telekomausrüster Huawei und ZTE, die heute schon zu den innovativsten Firmen der Welt zählen. Zum Beispiel verkaufte Huawei im Vorjahr erstmals mehr als 100 Mio. Smartphones weltweit und gehört damit hinter Samsung und Apple zu den Top 3 der Smartphone-Hersteller.

Auch andere Wirtschaftsbereiche – wie zum Beispiel Computer – sind bereits in der Hand der Chinesen. Der chinesische Computer-Hersteller Lenovo Group dominiert den PC-Markt und weist Konkurrenten wie Hewlett-Packard (HP Inc.) längst in die Schranken.

Im Bereich Elektromobilität spielt China trotz der Erfahrung der deutschen Autobauer inzwischen eine tragende Rolle. Chinas führender Automobil-Hersteller Build Your Dreams (BYD) hat im vergangenen Jahr so viele Hybrid- und Elektroautos verkauft, wie kaum ein anderes Unternehmen auf der Welt. Allein in 2015 verkaufte BYD 62.000 Elektroautos an chinesische Konsumenten – diese Zahl soll sich in 2016 verdoppeln.

Made in China – bald eine Gefahr für deutsche Unternehmen?

Zwar werden inzwischen bereits 80% der Klimaanlagen, 70% der Mobiltelefone und 60% der Schuhe in China gefertigt, bei Schlüsseltechnologien, die in hochwertigen Autos, Flugzeugen, Maschinen oder Anlagen zum Einsatz kommen, hinkte China bislang aber hinterher.

Dies soll sich durch die Modernisierung der Produktionsanlagen und die globale Expansion chinesischer Technologiekonzerne ändern. Überschüssige Produktionskapazitäten im Low-End-Fertigungsbereich sollen zugunsten von Hochtechnologie abgebaut werden. Dadurch will China im Standort-Wettbewerb mit anderen wichtigen Industrieländern wie den USA, aber auch zu Deutschland konkurrenzfähiger werden.

China sucht technisches Know-how im Ausland

Auch aus diesem Grund suchen chinesische Unternehmen im Ausland nach Know-how und werden dabei immer öfter in Deutschland fündig. Bestes Beispiel ist die mehrheitliche Übernahme von Kuka durch den chinesischen Midea-Konzern. Damit sichert sich China Zugang zu neuen Industrietechnologien wie der Robotik.

Insgesamt investierte China von Juni 2005 bis Juli 2016 bereits 13,6 Mrd. US-$ in Deutschland, um nicht zuletzt von hohen Qualitätsstandards und Technik-Know-how deutscher Unternehmen zu profitieren. Noch höher waren im gleichen Zeitraum die Investitionen Chinas in die USA, die sich inzwischen auf über 134 Mrd. US-$ summieren.

Fazit: China avanciert von der Werkbank zum Qualitätsproduzenten

Die Tage, an denen China 800 Mio. Hemden exportieren musste, um ein Flugzeug importieren zu können, dürften bald gezählt sein. Vielmehr schickt sich China an, sein Industrialisierungsniveau deutlich zu heben.

Der Imagewandel von „Made in China“ bedeutet mehr Wettbewerb mit deutschen Unternehmen. Deutsche Konzerne müssen chinesische Wettbewerber künftig ernster nehmen und selbst an der Kostenbasis arbeiten, ansonsten könnten Qualitätsprodukte (Made in Germany) bald aus China kommen, während die deutschen Unternehmen das Nachsehen haben.

Für Anleger offeriert der Imagewandel „Made in China“ große Investmentchancen im Reich der Mitte. Selbst die Investmentlegende Warren Buffett glaubt an den Siegeszug chinesischer Unternehmen und hat sich vorsorglich schon mal rund 10% am Elektroauto-Hersteller BYD gesichert.

Aber auch andere chinesische Firmen wie Alibaba, Tencent oder Baidu dominieren inzwischen ganze Industriebereiche und sind damit durchaus einen näheren Blick für Anleger wert.

9. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands