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Immobilienaktien: Welche Fallen auf Sie lauern

So wie unerfahrene Immobilienkäufer von gewieften Bauträgern und Maklern über den Tisch gezogen werden, geschieht es nicht selten auch an der Börse.

Der Dumme ist der hoffnungsvolle Börsenneuling, der sich auf angeblich fundierte „Geheimtipps“ verlassen hat – und die Gewinner sind skrupellose Spekulanten und geldgierige Unternehmenseigentümer, die auf Kosten ahnungsloser Kleinaktionäre eine schnelle Mark machen wollen.

Wichtig: Wenn Sie in eine Börsenfalle geraten, machen Sie oft herbe Verluste. Prüfen Sie deshalb alle kritischen Punkte, bevor Sie sich für eine Aktie entscheiden – und sehen Sie im Zweifelsfall von einem Kauf ab!

Falle 1: marktenge Aktien

Unter marktengen Aktien versteht man Wertpapiere, die nur in sehr geringem Umfang an der Börse gehandelt werden.

Das kann zwei Gründe haben: Entweder sind die Unternehmen so klein, daß von vornherein nur wenig Börsenkapital vorhanden ist, oder es wird nur ein winziger Bruchteil des Unternehmenswertes an der Börse gehandelt, während sich der überwiegende Anteil an Aktien fest in privater oder öffentlicher Hand befindet.

Schon verhältnismäßig kleine Angebots- und Nachfragemengen können bei solchen Aktien heftige Kursausschläge nach oben, aber auch nach unten verursachen. Das nutzen clevere Spekulanten oft zur gezielten Kursmanipulation – nach dem Motto „billig einkaufen, Kurse treiben, teuer verkaufen“.

Ein weiterer Knackpunkt: Wenn Sie nach gestiegenen Kursen Ihre Aktien wieder verkaufen wollen, kann es sein, daß Sie keinen Käufer dafür finden – oder, daß Sie nur einen Bruchteil Ihrer Aktien verkaufen können, weil die Nachfrage zu gering ist.

Praxis-Tipp: Erkundigen Sie sich vor dem Kauf bei Ihrem Bankberater, ob die Aktien in großem Umfang täglich an der Börse gehandelt werden.

Über die bankinternen Informationssysteme läßt sich dies leicht nachprüfen. Wenn in der Vergangenheit öfter kein Handel zustande gekommen ist, sollten Sie die Finger von der Aktie lassen. Und: Erteilen Sie Aufträge immer nur mit Kurslimit.

Falle 2: Kursmanipulation durch gezielte Gerüchtestreuung

Wer an der Börse investiert, ist oft auf aktuelle Anlagetipps in Fachblättern und Geldmagazinen angewiesen. Doch immer wieder nutzen die „Experten“ ihren Wissensvorsprung zum eigenen Vorteil:

Sie kaufen die Aktien billig ein, empfehlen sie auf breiter Front – und wenn die Kurse aufgrund der höheren Nachfrage gestiegen sind, machen sie Kasse.

Zwar sind solche Insidergeschäfte in Deutschland eigentlich verboten, aber Aufsichtsstellen an den Wertpapierbörsen sind personell völlig unzureichend ausgestattet, und die allermeisten Informationsgauner kommen ungeschoren davon.

Wichtig: Je marktenger die Aktie, desto besser funktioniert die gezielte Kursmanipulation durch Falschinformationen – ein Grund mehr, auf Unternehmen mit hoher Börsenkapitalisierung zu setzen.


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Praxis-Tipp: Prüfen Sie bei Kursempfehlungen oder Übernahmegerüchten stets die Quelle. Nur wenn zwei voneinander unabhängige und seriöse Redaktionen oder Bankinstitute Fakten bestätigen, sind diese hieb- und stichfest.

Falle 3: kein amtlicher Handel

Nicht alle Aktien werden im amtlichen Handel der Wertpapierbörsen gehandelt, wo die Auflagen in Bezug auf Aktionärsinformation und Transparenz besonders streng sind.

Unternehmen, deren Aktien am geregelten Markt oder im Freiverkehr gehandelt werden, müssen ihre Aktionäre längst nicht so zeitnah und detailliert über die aktuelle Geschäftslage informieren.

In solchen Fällen laufen Sie Gefahr, daß Sie von möglichen Schwierigkeiten überhaupt erst dann erfahren, wenn der Kurs bereits im Keller und der Ausstieg aus dem Investment praktisch nicht mehr möglich ist.

Insider haben bis dahin jedoch längst ihr Schäfchen auf Kosten der Kleinaktionäre ins Trockene gebracht.

Außerdem meiden institutionelle Investoren wie Investmentfonds, Banken und Versicherungen genau aus diesen Gründen die Aktien außerhalb des amtlichen Handels.

Praxis-Tipp: Auch wenn Banken nicht immer ein Vorbild für Sie sein sollten – in diesem Fall sollten Sie ebenso handeln und nur im amtlichen Handel investieren.

Achtung: Noch schlimmer geht es im außerbörslichen Handel zu, wo die Spielregeln nur ein absolutes Mindestmaß an Seriosität vorschreiben.

Da in letzter Zeit immer mehr Immobilienaktien kleinerer und kleinster Unternehmen am Privatmarkt außerhalb der Börsen platziert worden sind, sollten Sie hiermit gewarnt sein:

Im außerbörslichen Handel warten äußerst marktenge Aktien, undurchschaubare Beteiligungsverflechtungen, mangelhafte Aktionärsinformationen und viele schwarze Schafe auf Sie!

Falle 4: zu wenig Information vor dem Kauf

Wenn Sie lediglich auf Grund einer einzelnen Empfehlung in eine Aktie investieren, riskieren Sie viel eher einen Flop, als wenn Sie vor dem Kauf die Unternehmensdaten gründlich unter die Lupe nehmen.

Jeder Analyst und jeder Börsenexperte kann sich irren, und das blinde Vertrauen auf ungeprüfte Empfehlungen kann Sie teuer zu stehen kommen

Wichtig: Informieren Sie sich vor dem Aktienkauf über das Unternehmen, und klären Sie die folgenden Fragen:

  • Wie schätzen verschiedene Börsenexperten wie Banken oder Investmentanalysten die Zukunftschancen des Unternehmens ein?
  • Welche konkreten Gründe liegen für die aktuelle Kaufempfehlung vor?
  • Konnte das Unternehmen in den letzten Jahren konstante Gewinne erwirtschaften?
  • Wie hat sich der Umsatz in den letzten Jahren entwickelt?
  • Hat sich das Unternehmen durch Beteiligungen, Fusionen oder Übernahmen neue Märkte erschlossen?
  • Ist die Aktie im Vergleich zu ähnlichen Unternehmen eher hoch oder eher niedrig bewertet?
  • Besteht durch eventuell bevorstehende Übernahmen oder Beteiligungen neues Kurspotential?

Falle 5: zu kurzfristiger Anlagehorizont

Natürlich ist es schön, innerhalb weniger Wochen stattliche Kursgewinne verbuchen zu können, allerdings sieht die Realität oft anders aus.

Die Börse ist ein Auf und Ab, und daran ändern auch die Erfolgsmeldungen von Internet-Aktien oder Unternehmen des Neuen Marktes nichts. Auch bei Immobilienaktien gehören Kursgewinne und -verluste zum Alltag.

Die eigentliche Rendite des Börseninvestments zeigt sich im langfristigen Vergleich. Wenn Sie über Jahre hinweg konstant in Aktien investieren, können Sie im Schnitt etwa 8 bis 12% Jahresrendite einfahren. Doch dafür ist Voraussetzung, daß Sie bei zwischenzeitlichen Kurseinbrüchen nicht den Mut verlieren und mit Verlust aussteigen.

Wichtig: Es kann nicht oft genug betont werden: Das Investment in Aktien ist keine kurzfristige Spekulation, sondern eine wachstumsorientierte langfristige Geldanlage. Das gilt auch für Immobilienaktien.

Hier haben Sie jedoch den Vorteil, daß – vor allem im Vergleich zu den Werten an den neuen Märkten – die Kursausschläge durch den hohen Immobiliensachwert gedämpft werden.

Praxis-Tipp: Lassen Sie sich von angeblichen kurzfristigen Traumrenditen und Erfolgsgeschichten aus dem Bekannten- und Freundeskreis nicht aus dem Konzept bringen! Jeder Börsianer hat auch schon schlechte Erfahrungen gemacht – doch erzählt werden meist nur die guten.

Mehr zum Thema: Quiz: Stellen Sie sich unseren Prüfungsfragen zum Aktien-Handel!

30. Oktober 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.