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Immobilienmakler beauftragen: Das wird jetzt anders

Rechtsgeschäfte lassen sich entweder nach eingeübten Gepflogenheiten beurteilen oder nach Prinzipien. Dass stets nur der Mieter einen Makler bezahlt, hat sich über lange Zeit hinweg eingebürgert, doch nun hat die Regierung das Prinzip entdeckt: Wer bestellt, der zahlt. Und das gilt gesetzlich seit Juni dieses Jahres.

Makler müssen mehr bieten

Das Bestellerprinzip für Makler markiert eine Zeitenwende. Während die Mietpreisbremse nur in Teilen Deutschlands greift, betrifft das Bestellerprinzip alle Makler bundesweit. Künftig muss sich kein Wohnungssuchender mehr darauf einlassen, dem Vermieter als Auftraggeber die Rechnung für einen Makler zu zahlen.

Oft genug gab es Streit, weil Makler zwangsläufig mit im Boot waren, obwohl sie kaum zur Vermittlung beitrugen. Ein Mieter zahlt jetzt nur noch dann, wenn er selbst einen Vermittler beauftragt.

War das Geschäft mit der Immobiliensuche für Makler bisher oft ein Selbstläufer, dürften sich Wohnungssuchende und Vermieter genauer erkundigen, welche Leistung sie vom Makler bekommen. Alternativ bietet das Internet genug Möglichkeiten, Mieter und Vermieter zusammenzuführen oder auch Makler zu bewerten. Neue Portale und Vermittlungsgeschäftsmodelle werden sich etablieren.


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Bestellerprinzip: Mehr Wettbewerb und Selektion

Der Wettbewerb wird härter. Umfragen zufolge denkt etwa jeder siebte Makler daran, aufzugeben. Die anderen werden ihr Geschäftsmodell komplett überarbeiten müssen. Das bedeutet aber nicht, dass nun automatisch die Leistungen auf breiter Front billiger werden.

Viele Makler wollen sich sogar von der Suche nach Mietobjekten für Mieter zurückziehen, da sich der Aufwand nicht lohnt. Ab Juni zahlt ein auftraggebender Mieter nur noch dann, wenn ihm eine Immobilie exklusiv angeboten wird. Somit dürfte für Wohnungssuchende schlicht die Zahl der Anbieter schrumpfen.

Der Allround-Makler wird zum Auslaufmodell, die Vermittler beginnen sich zu spezialisieren. Profitieren dürfte die umworbene Zielgruppe der Vermieter. Rund ein Drittel der Makler will es mit besonderen Preismodellen und Rabattaktionen versuchen.

Zudem werden die Leistungen detaillierter beschrieben. Was Vermieter interessanter macht, ist die Erwartung, dass die die Provision möglichst auf die Miete umlegen. In dem Fall hat dann wieder der Mieter das Nachsehen.

Neue Geschäftsmodelle

Doch künftig wird auch Mieter nicht mehr gleich Mieter sein. Die Makler wenden sich vermehrt an zahlungskräftige Kunden wie Geschäftsleute, gut dotierte Angestellte oder hochqualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland. Oft werden dann Wohnungssuche und Umzug mit allem Drum und Dran komplett abgewickelt.

Komplettpakete wird es vermehrt auch für Vermieter geben. Schon jetzt existieren Leistungsbegriffe wie „Vermietung Standard“ oder „Vermietung Premium“. Die Pakete enthalten etwa Vorbereitungsarbeiten, intensive Beratung oder die Beschaffung notwendiger Unterlagen.

Ein ganz eigenes Geschäftsmodell bahnt sich für Mieter an. Wer eine Immobilie sucht, bekommt gezielte, maßgeschneiderte Hinweise und Informationen, abgerechnet wird dann nicht auf Provisionsbasis für 2,38 Kaltmieten, sondern nach Stunden. In dem Fall zahlt der Besteller ein Honorar für die Dienstleistung, egal ob er die Immobilie mietet oder nicht. Das Angebot richtet sich auch an Käufer.

Auf dem reinen Kaufmarkt übrigens gilt das Bestellerprinzip für Makler nicht. Es ist auf den Mietmarkt beschränkt – bislang zumindest, denn schon gibt es erste Überlegungen für einen vergleichbaren Gesetzentwurf. Vorbild sind hier andere europäische Länder, in denen die Maklerprovision stets vom Verkäufer getragen wird.

8. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.