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Immobilienpreise und Flughäfen

An vielen Standorten in Deutschland werden Flughäfen ausgebaut und erweitert. Immer geht dies mit Diskussionen um die Immobilienpreise einher.

Vielleicht ist auch in Ihrer Region eine solche Planung in Gang? Dass dies nicht immer stimmt, zeigt ein Blick auf die Ergebnisse der Gutachterausschüsse.

Die Schlagzeilen prangen immer wieder in den Zeitungen und verunsichern Immobilieneigentümer und solche, die es werden wollen:

„Flugrouten führen zu mehr Lärm“

„Ort XY jetzt neu in der Einflugschneise“

„Immobilienpreise sinken um mehr als 20%, wenn die neue Startbahn kommt“

Diese und ähnliche Diskussionen kennen Sie, wenn Sie entweder die Immobilienpresse aufmerksam verfolgen oder mit Ihrem Immobilienbüro im Einzugsbereich eines Flughafens aktiv sind.

Es ist ein deutschlandweites Thema:

  • In Frankfurt wurde die neue Startbahn 4 in Betrieb genommen
  • In Berlin wird der Flughafen BER endlos gebaut und genauso lang sind die Diskussion um die Flugrouten
  • In Kassel wird ein neuer Regionalflughafen in Betrieb genommen

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  • In Cottbus wird über den Ausbau einer Piste zum Cargo-Flughafen diskutiert
  • In Parchim bei Schwerin landen seit einiger Zeit Flugzeuge mit Fracht, überwiegend aus Fernost
  • Ryanair würde gern von Berlin nach Neuhardenberg umziehen
  • Der Flughafen Leipzig ist groß ausgebaut worden und DHL hat seien zentralen Umschlagplatz für Luftfracht dorthin verlegt
  • Regionalflughäfen wie Wrieze (Region Düsseldorf), Lübeck, Rostock oder Hahn verbuchen zunehmende Starts und Landungen durch günstige Fluggesellschaften mit vielfältigen Zielen
  • Auch der stadtnahe Flughafen in Bremen hat deutlich an Flugbewegungen zugenommen, seitdem Ryanair von dort fliegt

Wenn Sie in einer dieser Regionen tätig sind, werden Sie die Diskussionen zur Genüge kennen.

Vor etwa einem Jahr hat das Wirtschaftsinstitut DIW eine Studie veröffentlicht.

Die erwartete Lärmbelastung im direkten Umfeld von Flughäfen drückt die Verkaufspreise von Wohnungen und Häusern in Flughafennähe um bis zu ein Drittel. So in Kurzform das Ergebnis der DIW-Studie.

Für jeden Kilometer, den die Flugrouten näher rücken, sinken die Preise für Immobilien um bis zu neun Prozent. In der Spitze sinken die Verkaufspreise um rund ein Drittel.

In Berlin wurde diesem Ergebnis widersprochen.

Hausverkäufer reagierten innerhalb kurzer Zeit auf die Veröffentlichung neuer Planungen für die Flugrouten. Flughäfen in der Nähe dicht besiedelter Wohngebiete könnten daher einen bedeutenden Teil des Vermögens der dort lebenden Menschen zerstören.

Deshalb sei ein transparenter Planungsprozess und eine starke Bürgerbeteiligung wichtig für den Bau oder die Erweiterung eines Flughafens. Vor allem die Rückgänge bei den Preisen konnten in Berlin und im südlichen Umland so nicht bestätigt werden.

Die Veröffentlichungen des Gutachterausschusses Berlin und des Oberen Gutachterausschusses in Brandenburg deuten auch im Jahr 2013 darauf hin, dass es keine deutlichen Preisrückgänge bei Immobilien im Umfeld des neuen Flughafens BER gibt.

Wie gehen Sie mit Ihren Kunden um?

Wenn Sie im Einzugsbereich oder erweiterten Gebiet rund um einen Flughafen tätig sind, dann werden Sie sicherlich öfter auf das Thema Fluglärm angesprochen. Wie reagieren Sie dann?

Wegschauen geht sicherlich nicht. Verleugnen lässt sich Fluglärm auch nicht.

Aber: In quasi allen Fällen, in denen Flughäfen erweitert werden, kommt der Fluglärm nicht als neues Phänomen auf die Anwohner zu. Es erfolgen bereits Starts und Landungen von Flugzeugen.

Das bedeutet, dass der Fluglärm in den Preisen für die Immobilien bereits „eingepreist“ ist. Jetzt kommt es auf die Zunahme des Fluglärms an, der durch den Ausbau und Erweiterung auf die Anwohner zukommt.

Bauliche Maßnahmen an den Immobilien, vor allem besserer Schallschutz tragen zur Erhaltung des Wohnkomforts bei.

Wenn denn dann die Flugrouten rechtzeitig feststehen, können Anwohner und Immobilieninteressierte rechtzeitig reagieren. In diesem Punkt ist den Forschern des DIW unbedingt Recht zu geben.

Transparenz tut Not. Also sollten Sie sich auf die Diskussion mit möglichen Käufern einer Immobilie einlassen und gut über die Planungen informiert sein.

24. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sven Johns. Über den Autor

Sven R. Johns ist Rechtsanwalt und war 15 Jahre Bundesgeschäftsführer des Immobilienverband IVD (bis Mitte 2012). Seit fast 20 Jahren ist er zunächst als Rechtsanwalt und dann als Geschäftsführer im Immobiliengeschäft vertraut.