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Importierte Inflation: Was ist das?

Die importiere Inflation ist, wie der Name bereits sagt, eine Form der Inflation.

Importiert ist sie, weil sie ihren Ursprung nicht im Inland, sondern im Ausland hat.

Es gibt verschiedene Szenarien, nach denen eine Inflation “importiert” werden kann, die wir im Folgenden kurz durchspielen wollen.

Geldmenge

Existiert zwischen dem Exportland, in dem eine Inflation herrscht, und dem Importland ein fester (!) Wechselkurs, so kann hierdurch eine höhere Geldmenge im Importland entstehen. Die wiederum führt zu Inflation.

Nehmen wir an, Land A würde Schuhe an Land B verkaufen. In Land B sind die Preise durch eine Inflation recht hoch, weshalb sie lieber Schuhe von A kaufen, da sie dort günstiger sind.

Land A verkauft seine Schuhe gerne an Land B, da es sie dort teurer verkaufen kann.

Land A erhält für seine Waren Geld in der Währung von Land B. Diese muss bei der Land A-Zentralbank getauscht werden.

Die Geldmenge, die hierbei aber an das Land A herausgegeben wird, ist sehr hoch, da Land A von den Preisen aus dem Ausland profitiert.

Die Geldmenge in Land A erhöht sich, aber die Realgüter nicht. Damit aber beides, Geldmenge und Realgüter, wieder in einem Gleichgewicht zueinander stehen, müssen die Preise in Land A steigen. Diesen Vorgang nennt man Quantitätsangleichung.

Güter mit geringer Preiselastizität

Erhöhen sich Importpreise, kann das Auswirkungen auf die inländische Inflation haben, wenn es sich um Güter handelt, die inländisch nicht produziert werden können.

Wir kennen es alle von der Zapfsäule: Die Benzinpreise kennen keinen anderen Weg als nach oben.

Leider können wir in Deutschland kein Erdöl fördern und daher sind wir auf den Import von Gütern aus dem Ausland angewiesen. Gerade in den letzten Jahren stockte der Erdöl-Import aus den Förderländern immer wieder.

Vor allem die angespannten politischen Situationen im Nahen Osten haben dafür gesorgt, dass eine reibungslose Förderung und ein Export nicht leicht waren.

Durch wegfallende Förderer, wird die Gesamtmenge knapper, was wiederum die Preise ansteigen lässt. Somit haben wir auch hier wieder einen Faktor, der im Ausland wurzelt, und seine Wellen bis in unsere Gefilde schlägt.

Währungsabwertung

Wertet eine inländische Währung ab, führt dies zu steigenden Importpreisen, was wiederum zu einer Inflation führen kann.

Nehmen wir an, es gäbe im Land XYZ eine Währung, die in den letzten paar Jahren/Monaten/Wochen immer stärker abgewertet hat. Das führt zwangsweise dazu, dass die Importpreise in dem Land steigen. Land XYZ muss plötzlich mehr von seinem Geld hinblättern, um die Güter aus dem Ausland kaufen zu können.

Durch die Verteuerung der Importgüter kann eine sogenannte “importierte Inflation” geschehen, obwohl es hier streng genommen nicht um eine Inflation geht, die aus dem Ausland eingeführt wird.

Was tun gegen importierte Inflation?

Gegen importierte Inflation ist nicht wirklich ein Kraut gewachsen, aber es gibt im theoretischen Bereich ein paar Maßnahmen, die angewandt werden können.

Einerseits kann ein flexibler Wechselkurs die importierte Inflation eindämmen, indem die Auslandswährung abgewertet wird. Ein fester Wechselkurs kann die jeweils andere Währung nicht abwerten.

Wird in einem Exportland viel ausländische Währung in die eigene Währung getauscht, kommt es irgendwann zu einer zu hohen Menge an ausländischer Währung. Diese muss dann bei einem flexiblen Wechselkurs abgewertet werden, was wiederum die Geldmenge im Inland reguliert.

Die Euro-Inflation

In unserem Euro-Raum kann es keine importierte Inflation durch Geldtausch geben, da wir alle die selbe Währung haben. Trotzdem könnte aber durch Import und Export Inflation entstehen, wenn das Preis-Leistungs-Verhältnis unterschiedlich ist.

Aus diesem Grund haben die Länder des Euro-Raums den Maastricht-Vertrag zu erfüllen, der verbietet, dass ein Land in seiner Inflationsrate um mehr als 1,5 % von den drei Ländern abweicht, die die höchste Preisstabilität besitzen.

Dies soll als Mittel dienen, die Inflation im Euro-Raum einzudämmen.

28. Februar 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.