MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

In diesen Fällen lohnt sich eine freiwillige Steuererklärung

Geldeingänge prüfen, Belegen hinterherlaufen – eine Steuererklärung anzufertigen ist eigentlich immer lästig, gleich ob man Nachforderungen befürchtet oder auf Rückzahlungen hofft.

Doch nicht jeder muss sich jedes Jahr diese Arbeit machen. Wer nicht vom Finanzamt „veranlagt“ wird, ist nicht verpflichtet, kann aber eine freiwillige Steuererklärung machen. Besonders, wenn Aussicht auf Rückzahlungen besteht, sollte man sich die nicht entgehen lassen. Außerdem hat man hier bis zu 4 Jahre Zeit.

Wer muss eine Steuererklärung abgeben?

Doch wer muss und wer kann freiwillig eine Steuererklärung abgeben? Der erste grobe Anhaltspunkt ist der Grundfreibetrag: Singles, die mehr als 8.652 € im Jahr verdienen sowie Paare mit mehr als 17.304 € sind dazu verpflichtet. Und zwar dann wenn das Finanzamt davon ausgeht, dass die monatliche Lohnsteuer nicht alle Einnahmen abdeckt. Die wichtigsten Kriterien sind:

  • Zusätzliche Einkünfte etwa durch Renten, Mieten oder Kapitalerträge über 410,00 €, die nicht mit der Abgeltungsteuer versteuert wurden.
  • Mehrere Arbeitsverhältnisse ohne Pauschalversteuerung.
  • Eingetragene Freibeträge (außer Behinderte).
  • Ein Ehepartner hatte zumindest zeitweise Steuerklasse V oder VI.
  • Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen-, Kranken- oder Kurzarbeitergeld von mehr als 410,00 €. Gezahlte Abfindungen.

Wann lohnt sich eine freiwillige Steuererklärung?

Wenn die Werbungskosten über 1.000 € liegen. Zu den Werbungskosten gehört alles, was das Einkommen ermöglicht: Fahrkosten, Fortbildungen, Bewerbungen etc. Der genannte Arbeitnehmerpauschbetrag wird automatisch angerechnet. Alles was darüber liegt, muss man sich zurückholen.

Gleiches gilt für den mit 36 € niedrigen Pauschbetrag für Sonderausgaben. Das betrifft alle Beiträge zu Vorsorgeleistungen wie Kranken-, Pflegeversicherung, Lebensversicherungen oder Riesterrenten, Schulgeld, Ausbildungs- oder Unterhaltskosten für geschiedene Ehepartner.

Keine Pauschale gibt es bei außergewöhnlichen Belastungen. Darunter fallen beispielsweise Krankheits-, Pflege- oder Beerdigungskosten. Auch Hochwasserschäden können unter Umständen dazugehören. Ein Einzelfällen setzt der Fiskus zumutbare Belastungsgrenzen voraus. Überschreiten die Kosten das übliche Maß, können sie bis zu bestimmten Obergrenzen abgesetzt werden.

Weiterhin lohnt sich eine freiwillige Steuererklärung, wenn man nicht durchgehend lohnsteuerpflichtig gearbeitet hat oder die Gehälter im Laufe eines Jahres unterschiedlich hoch waren.

Wurden Abfindungen ohne die steuergünstigere „Fünftel-Regelung“ bezahlt, kann man sich diesen entgangenen Steuerbonus über die Steuererklärung zurückholen. Ebenso kann man das Finanzamt an Verlusten beteiligen, die bei Einkunftsarten wie etwa Vermietung und Verpachtung entstanden sind.

Bei Kapitalerträgen Abgeltungssteuer zurückholen

Nicht zuletzt kann sich eine freiwillige Steuererklärung bei Kapitaleinkünften rentieren. Grundsätzlich gilt: Auch wer solche Einkünfte erzielt unterliegt nicht der Steuerpflicht, sofern das gesamte Einkommen innerhalb des Grundfreibetrags liegt.

Hat die Bank bereits Abgeltungssteuern abgeführt, so kann man die wieder zurückholen. Das gleiche betrifft den Fall, dass bei Anlagen im Ausland Zinsen und Gewinne dort und zugleich in Deutschland versteuert wurden.

Was tun, wenn der Schuss nach hinten losgeht?

Liegt nun einer oder mehrere der genannten Umstände vor, besteht berechtigte Hoffnung auf Steuerrückzahlungen. Doch was ist, wenn man die Rechnung unerwartet ohne das Finanzamt gemacht hat und überraschend zur Nachzahlung aufgefordert wird?

Bei einer freiwilligen Steuererklärung ist das kein Problem. Einfach innerhalb der Einmonatsfrist Einspruch einlegen und die ganze Steuererklärung zurücknehmen. Danach ist alles so, als wäre nichts geschehen. Schade um die Mühe, aber zumindest gibt es keine negativen Konsequenzen.

27. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.