MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Index-Jubiläum: 20 erfolgreiche Jahre MDax

In diesem Monat feiert der deutsche Aktienindex MDax, der „kleine Bruder“ des DAX, sein 20-jähriges Bestehen. Am 19. Januar 1996 war der „Mid Cap DAX“ eingeführt worden. Und die Bilanz des MDax kann sich sehen lassen: Zur Einführung notierte der MDax bei 2.648 Punkten – heute notiert der Index bei rund 19.000 Punkten.

Damit legte der MDax in den vergangenen 20 Jahren um über 600% zu.

MDax versus DAX

So schlug er übrigens seinen großen Bruder – den DAX – sehr deutlich. Denn der DAX legte im selben Zeitraum „nur“ um rund 300% zu.

Rechnet man den MDax weiter zurück – nämlich bis ins Jahr 1988 und damit in das Gründungsjahr des DAX –, kommt der MDax sogar auf ein Plus von rund 2.000%, während der DAX „nur“ auf ein Plus von rund 1.000% kommt.

Diese Entwicklung sehen Sie in dem nachfolgenden Chart:

chart

Abgrenzung zwischen Standard- und Nebenwerten

Aktiengesellschaften werden häufig anhand ihres Börsenwertes (Marktkapitalisierung) in verschiedene Kategorien hinsichtlich ihrer Größe eingeteilt. Die Schwergewichte, die in den großen Länderindizes wie DAX oder Dow Jones gelistet sind, werden als Standardwerte, Large Caps oder Blue Chips bezeichnet.

Die Bezeichnung Blue Chip ist auf die Verbreitung von blauen Jetons (Chips) bei Poker-Spielen in Casinos zurückzuführen, da diese stets den höchsten Wert haben.

Aktien von Unternehmen mittleren Börsenwertes werden als Mid Caps bezeichnet.

Dazu zählen beispielsweise die Aktien aus dem deutschen MDax. Darunter folgen die Aktien von Unternehmen mit geringer Marktkapitalisierung, wie sie beispielsweise im SDax vorzufinden sind. Diese nennt man Small Caps. Mid Caps und Small Caps zusammen werden als Nebenwerte bezeichnet.

Cap ist eine Abkürzung für die englische Schreibweise von Kapitalisierung und meint in dem Zusammenhang die Marktkapitalisierung der Unternehmen (= Anzahl der Aktien x Aktienkurs).

Von Large Caps (Blue Chips) bis Small Caps

Es gibt keine exakte Festlegung, wann eine Aktie als Blue Chip oder Nebenwert gilt, aber international hat sich diese grobe Einteilung als Faustformel durchgesetzt:


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


  • Large Cap: Marktkapitalisierung von 10 Milliarden Euro und mehr
  • Mid Cap: Marktkapitalisierung von 4 bis 10 Milliarden Euro
  • Small Cap: Marktkapitalisierung von 200 Millionen bis 4 Milliarden Euro

Nebenwerte sind keine Aktien aus der 2. Liga

Neulich fragte ein Bekannter, ob der MDax und der SDax nur die 2. und 3. Börsenliga darstellen würden, wenn doch im Zusammenhang mit dem DAX gelegentlich von der 1. Börsenliga gesprochen wird.

Die Antwort lautet, dass man zwischen Größe und Qualität unterscheiden muss.

Sie werden sich jetzt vielleicht die Frage stellen, ob es nicht besser ist, nur in Aktien aus dem DAX – also aus der 1. Börsenliga – zu investieren?

DAX-Werte bieten Ihnen sicherlich einige Vorteile: Sie sind z. B. liquider (können also an der Börse leichter gehandelt werden) und auch die Informationsbeschaffung ist einfacher, da die großen Werte stärker im Fokus der Medien und von Analysten sind.

Doch auch die kleineren Werte (z. B. aus dem MDax) sind für Sie als Privatanleger interessant.

In den vergangenen Jahren hat der MDax den DAX hinsichtlich der Wertentwicklung sogar abgehängt, wie Ihnen der Chart zu Beginn zeigt). Wie kann es sein, dass der MDax den DAX schlägt, obwohl die Börsenschwergewichte im DAX doch in der Theorie mehr Kapital anziehen müssten als die kleineren Unternehmen aus dem MDax?

Welche Gründe für Nebenwerte sprechen

Einige Nebenwerte sind in ihrer jeweiligen Nische Marktführer und verdienen dort bestens.

Auch deshalb bieten Nebenwerte im Vergleich zu Standardwerten oft überproportionale Wachstumsraten. Außerdem sind Nebenwerte ideale Übernahmekandidaten, da sie an den Börsen oft zwischen 1 und 10 Milliarden Euro kosten und somit gut finanzierbare Übernahmeziele sind.

Im Falle einer Übernahme winken hohe Gewinne. Die Standardwerte sind im Vergleich zu den Nebenwerten zumeist schwerfälliger, denn ab einer gewissen Größe wird ein signifikantes Wachstum schwierig.

Viele der Standardwerte aus dem DAX haben die besten Wachstumsjahre folglich schon hinter sich.

Auch leiden die größten Indizes – und die darin enthaltenen Blue Chips – oftmals unter sogenannten Index-Investoren.

Wenn ein internationaler Investor beispielsweise den deutschen Aktienmarkt abdecken will, kauft er in der heutigen Zeit einen Index-Fonds auf den DAX. In schlechten Zeiten wird dann auch gleich der „ganze Index“ verkauft.

Das führt dazu, dass häufig viele DAX-Unternehmen im Gleichklang laufen und gute Meldungen nicht mehr so stark belohnt werden. Es gibt also eine Art „Sippenhaft“. Ein weiterer interessanter Aspekt, der vor allem in bestimmten Marktphasen für Nebenwerte spricht, ergibt sich aus einer Studie von Allianz Global Investors.

Aus dieser Studie ergibt sich, dass Nebenwerte vor allem im Vorfeld künftiger Zinserhöhungen besser abschneiden als die großkapitalisierten Unternehmen.

Welche Gründe für Standardwerte sprechen

Die Volatilität – also das Schwanken des Kurses – ist bei Standardwerten vergleichsweise niedrig. Somit können Standardwerte risikoärmer verkauft werden, also wieder in Geld gewandelt werden.

Rund 50% der Rendite bei Standardwerten bestehen oftmals aus der Dividende.

Außerdem sollten Standardwerte nicht kurzfristig gehalten werden, sondern sind eher eine langfristige Investition. Von Warren Buffett stammen zwei Zitate, die wunderbar dazu passen:

1.) „Ich versuche nie, mit Aktien Geld zu verdienen. Ich kaufe in der Überzeugung, dass die Börse am nächsten Tag auch für fünf Jahre schließen könnte.“

2.) „Eine Aktie, die man nicht 10 Jahre zu halten bereit ist, darf man auch nicht 10 Minuten besitzen.“

Wenn Sie also möglichst schwankungsarme und dividendenstarke Aktien kaufen wollen, empfiehlt sich der Kauf von Standardwerten (zum Beispiel unsere Depot-Werte Nestlé, Coca-Cola und Reckitt Benckiser).

Bei solchen Investitionen müssen Sie Ihr Depot nicht ständig im Blick haben, sondern können diese Aktien langfristig halten.

25. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.