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Indirekte Steuern: So werden Steuerschuldner und Steuerzahler definiert

Der Steuerschuldner und der Steuerträger sind nicht wie bei den direkten Steuern ein und derselbe, sondern unterscheiden sich. Der Steuerschuldner, von dem die Steuer gefordert wird, soll diese Steuer letztendlich nicht tragen, sondern nur vorstrecken und im Anschluss vom Steuerträger einfordern. Bei der Umsatzsteuer schuldet der Leistungsempfänger die Steuer. Geregelt ist dies im §13 b des Umsatzsteuergesetzes.

Wirtschaftliche Auswirkung der indirekten Steuern

Volkswirtschaftlich gesehen, stellen die indirekten Steuern laut Definition Abgaben dar, die von den Unternehmen eingefordert werden, jedoch bei der Gewinnermittlung wieder in Abzug gebracht werden können.

Zu den indirekten Steuern zählen hauptsächlich die Grundsteuer, die Gewerbesteuer, sämtliche Verbrauchsteuern und Einfuhrabgaben sowie die Umsatzsteuer. Weiterhin die Tabaksteuer, die Mineralölsteuer, Versicherungsprämien, die Stromsteuer, die Biersteuer, die Kaffeesteuer, Rennwett- und Lotteriesteuer, die Erbschaftsteuer und die Schenkungssteuer.

Indirekte Steuern und die Definition der wichtigsten Steuerarten

Die Grundsteuer: Als Substanzsteuer wird die Grundsteuer für das Eigentum an Grundstücken fällig. Für die Berechnung des Steuerbetrages dient in der Regel der Verkehrswert des Grundstückes. Für die Festsetzung der Grundsteuer sind häufig die Kommunen zuständig.

Die Gewerbesteuer: Im Gegensatz zur Einkommensteuer oder Körperschaftsteuer wird bei der Gewerbesteuer nicht eine bestimmte natürliche oder juristische Person steuerlich belastet, sondern der laufende Gewerbebetrieb. Maßgeblich für die Besteuerung ist nicht die Rechtsform des Gewerbebetriebs, sondern der Firmensitz im Inland.

Den Hebesatz für die Gewerbesteuer legen die Gemeinden fest. Das Gesetzt sieht allerdings auch Ausnahmen von der Gewerbesteuerpflicht für bestimmte Unternehmen vor – wie zum Beispiel Krankenhäuser, Altenheime und Pflegeeinrichtungen.

Die Einfuhrabgaben: Zölle sind Steuern im Sinne des deutschen Steuerrechts und werden fällig, wenn Waren über eine Zollgrenze hinweg verbracht werden.

Die Umsatzsteuer: Die Umsatzsteuer zählt bei den Unternehmen, die der Umsatzsteuerpflicht unterliegen, zu den durchlaufenden Posten – das heißt, sie wirkt sich nicht auf das Betriebsergebnis aus.

Durch den Austausch von Lieferungen und Leistungen ist die Umsatzsteuerpflicht am Entstehen von Inlandsumsätzen beteiligt. Der gesetzlich festgelegte Umsatzsteuersatz wird auf den Nettoerlös aufgeschlagen. Derzeit gelten in Deutschland der Steuersatz von 19% und der ermäßigte Steuersatz von 7% für bestimmte, im Gesetz festgelegte Umsätze.

Die weiteren Steuerarten im Überblick

DieTabaksteuer: Nach dem Tabaksteuergesetz fallen auf alle gängigen Tabakarten Steuern an. Die Tabaksteuer, die dem Bund zusteht, wurde in den letzten Jahren deutlich angehoben und bildet eine große Einnahmequelle.

DieMineralölsteuer: Hier wird der Verbrauch von Mineralöl besteuert. Steuerträger sind alle Teilnehmer am motorisierten Verkehr, ausgenommen Fahrzeuge, die elektrisch betrieben werden. Da durch die Teilnahme am Straßenverkehr Abnutzung und Schäden am Straßennetz entstehen, wird die Steuerbelastung in diesem Fall auf den Verursacher der Schäden abgewälzt.

DieVersicherungssteuer: Diese Verkehrssteuer belastet die Zahlung von Beiträgen und Prämien zu Versicherungsverträgen. Gesetzliche Versicherungen sind hiervon allerdings nicht betroffen.

DieStromsteuer: Der Verbrauch von Strom wird besteuert und diese Steuerlast wird an den Endverbraucher weitergegeben. Die Stromsteuer ist bereits im Strompreis pro Einheit enthalten.

Die Biersteuer: Die Höhe dieser Verbrauchsteuer richtet sich nach dem Stammwürzgehalt des jeweiligen Bieres und nach der jährlichen verkauften Biermenge einer Brauerei. Die Biersteuer steht den Ländern zu und wird von der Zollverwaltung erhoben.

DieKaffesteuer: Besteuert werden Kaffee als Endprodukt und auch kaffeehaltige Waren. Die Steuereinnahmen aus der Erhebung der Kaffesteuer stehen dem Bund zu.

DieRennwett- und Lotteriesteuer: Diese Steuer wird von den Bundesländern verwaltet und vereinnahmt. Besteuert werden alle Einsätze, die für Lotterien und Pferderennen erbracht werden.

DieErbschaftsteuer: Besteuert wird hier die unentgeltliche Zuwendung von Besitz durch Todesfall.

DieSchenkungssteuer: Das Prinzip ist ähnlich wie bei der Erbschaftsteuer, jedoch handelt es sich hier um eine unentgeltliche Zuwendung unter Lebenden.

14. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Melanie Alibrandi
Von: Melanie Alibrandi. Über den Autor

Melanie Alibrandi arbeitet als Office Manager bei einem internationalen Unternehmen und schreibt als freie Autorin Texte für verschiedene Projekte. Aufgrund Ihrer Ausbildung als Steuerfachangestellte und dem weiterführenden Studium im selben Bereich gilt ihr Interesse den privaten Finanzen - speziell den privaten Steuern und der Vermittlung ihres Wissens an ihre Leser.