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Industrie 4.0: Investieren Sie in die intelligente Fabrik

Von Zeit zu Zeit erlebt die Wirtschaft und damit natürlich auch die Börse das Entstehen eines neuen Mega-Trends, der alles bisher dagewesene in großem Stil ersetzt oder zumindest verändert.

Zu diesen Trends gehört das große Thema „Industrie 4.0“, das sich bereits seit einiger Zeit für Insider ankündigt.

So läuft die 4. industrielle Revolution ab

Die Bezeichnung „Industrie 4.0“ soll die vierte industrielle Revolution zum Ausdruck bringen.

Die erste industrielle Revolution bestand in der Mechanisierung mit Wasser- und Dampfkraft, darauf folgte die zweite industrielle Revolution: Massenfertigung mit Hilfe von Fließbändern und elektrischer Energie, daran anschließend die Digitale Revolution, der Einsatz von Elektronik und IT zur weiteren Automatisierung der Produktion wurde üblich.

Der Begriff Industrie 4.0 wurde erstmals 2011 auf der Hannovermesse in die breitere Öffentlichkeit getragen.

Dahinter steckt im Bereich der Industrieproduktion vor allem die verstärkte Individualisierung (bis zur Losgröße 1 = Einzelstück) der Produkte unter den Bedingungen einer hoch flexibilisierten (Großserien-)Produktion.

Denn: Im Grunde sind die Anforderungen an produzierende Industrieunternehmen seit Jahrzehnten die gleichen: Produktivität, Geschwindigkeit und Flexibilität müssen ständig erhöht werden.

Hinzu kommt die immer stärkere Individualisierung der Produkte.

Das alles verlangt nach einer Produktion, die auf alle Anforderungen reagieren kann. Und „Industrie 4.0“ gibt dafür genau die richtigen Antworten.

Industrie 4.0: Stärkere Individualisierung der Produkte

Die für Industrie 4.0 notwendige Automatisierungstechnik soll durch die Einführung von Verfahren der Selbstoptimierung, Selbstkonfiguration, Selbstdiagnose und Kognition intelligenter werden und die Menschen bei ihrer zunehmend komplexen Arbeit besser unterstützen.

Falls Ihnen das bisher alles etwas zu technisch war, werden Sie gleich – wenn wir uns konkrete Anwendungsbeispiele anschauen – etwas besser verstehen können, was alles hinter Industrie 4.0 steckt.

Bevor wir jedoch zu den Beispielen kommen, möchten wir Ihnen vorab noch ein paar Zahlen mit auf den Weg geben:

Laut einer aktuellen Studie soll der weltweite Umsatz mit vernetzten Geräten bis zum Jahr 2020 bei 1,3 Billionen € liegen. Eine andere Studie sieht den Umsatz allein im Bereich „Smart Factory“ – also vernetzte Fabriken – bereits bis zum Jahr 2018 bei 178 Mrd. €.

Diese Zahlen verdeutlichen eindrucksvoll, um was für einen enormen Wachstumsmarkt es sich hier handelt.

Konkretes Beispiel für die Industrie 4.0

Da sich das Thema Industrie 4.0 am einfachsten anhand von konkreten Anwendungsfällen erläutern lässt, werden wir uns jetzt das Anwendungsgebiet von Homag im Zusammenhang mit Industrie 4.0 anschauen.

Homag ist auf Holzverarbeitungsmaschinen spezialisiert und hat eine riesige Aufgabe bei der individualisierten Produktion bewältigt: einen Produktionsprozess in Losgröße 1. Das bedeutet, dass selbst die Produktion von kleinen Auflagen bis hin zum völlig individualisierten Einzelstück in einer modernen Fabrik möglich ist.

Es lassen sich also Kundenwünsche ohne größere Umrüstzeiten des Maschinenparks verwirklichen. Und das ist ein entscheidender Vorteil.

Denn so ist eine stark individualisierte Produktion möglich, ohne, dass dafür enorme Kostensteigerungen in Kauf genommen werden müssen. In Zusammenarbeit mit dem österreichischen Büromöbelhersteller Hali entstand ein „mannloser“ Produktionsprozess in Losgröße eins.

So lassen sich in 15 Arbeitstagen 48 Mio. Produktvarianten auf der voll vernetzten Produktionsstrecke herstellen – marktüblich wären in diesen Dimensionen ansonsten fünf bis sechs Wochen.

Eine etikettenlose Fertigung und die weltweit kürzeste Rüstlücke von weniger als eineinhalb Sekunden sind die Eckdaten dieser Pionierleistung von Homag.

Leicht vereinfacht gesagt, könnte der Möbelhersteller am Anfang des Produktionsprozesses einen Baumstamm einlegen und am Ende käme Dank der Homag-Maschinen ein versandfertiger Schreibtisch oder Büroschrank heraus.

Industrie 4.0 bei BMW

Ein anderes gutes Beispiel für die konkrete Anwendung der Industrie 4.0 liefert BMW – wie man leicht bei einer Fertigungsbesichtigung, wie sie gelegentlich angeboten werden, sehen kann.

Die Führungen durch die weitgehend automatisierten Produktionshallen sind jedes Mal wieder ein Erlebnis. Ständig gibt es technische Innovationen zu bestaunen. Das Premium-Auto ist heute kein klassisches Massenprodukt mehr.

Wenn Sie einen neuen BMW bestellen und aus den 1.000 Wahlmöglichkeiten Ihr individuelles Wunschauto basteln, dann ist das Endprodukt fast einzigartig.

Laut BMW-Statistik verlässt in dem Jahr nur ein weiteres exakt deckungsgleiches Auto die BMW-Fabrik.

Industrie 4.0: Weitere Beispiele

Der amerikanische Internetkonzern Google (neuer Name: Alphabet), liefert nicht nur Suchmaschinenergebnisse, sondern auch das Betriebssystem „Android“, das die Kommunikation und die Vernetzung im Bereich Industrie 4.0 ermöglicht.

Aus dieser Perspektive passt der neue Name „Alphabet“ sehr gut.

Da die industrielle Fertigung immer komplexer wird, werden Spezialisten wie Bertrandt gesucht.

Der deutsche Ingenieurdienstleister liefert mit seinen weltweit 11.000 Mitarbeitern das notwendige Know-how, um eine moderne Industrieproduktion zu gestalten.

Fazit: Sie sehen also, dass schon heute verschiedene Schwergewichte aus ganz unterschiedlichen Branchen an oder mit der Industrie 4.0 arbeiten. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis sich dieser Megatrend in weiteren Unternehmen durchsetzen wird.

6. Dezember 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.