von Jan Aalto

Inflation 2012: So wehren Sie sich – ohne Risiko

Inflation frisst Vermögen – diese Erfahrung ist in den kommenden Jahren wahrscheinlich.

Steigende Preise gibt es jetzt schon. Das Risiko einer steigenden Inflation 2012 ist beträchtlich. Vorsicht.

In den USA sowie in Deutschland steigen inzwischen die Einkaufspreise.

Diese Erfahrung machen Sie nicht nur an den Kassen im Supermarkt. Sondern:

Die statistischen Ämter zeigen inzwischen ganz klar, dass die Geldmenge in den Volkswirtschaften Stück für Stück ankommt. Je mehr Geld aber vorhanden ist, desto stärker werden die Preise steigen.

Das haben wir an dieser Stelle einige Male in Aussicht gestellt – die Realität wird zeigen, wohin die Reise führt: 2012 und 2013 ziehen die Kosten für Verbraucher und Investoren bereits an.

Trotz alledem sind die Deutschen offenbar noch nicht von einer drohenden Inflation überzeugt - und hegen auch keine Gedanken an Absicherungen wie Sie hier sehen können.

Vorsicht vor „Schutzanleihen“

Erneut ruft dies die Anbieter bestimmter Anleihe-Konstruktionen auf den Plan. Inflationsschutz als Thema lässt sich gut verkaufen. Dementsprechend reagieren die Emissionsbanken und entwerfen neue Anleihen, die sich etwa „Inflationsanleihe“ nennen.

So kam jetzt ein Papier heraus, das wir Ihnen so auf keinen Fall empfehlen können.

Eine Landesbank gab diesen Wert mit einer Laufzeit von sechs Jahren heraus. Anfangs, im ersten Jahr, erhalten Sie einen Zins in Höhe von 4%, der sogar sehr attraktiv ist, wenn Sie diesen Wert mit den aktuellen Marktkonditionen vergleichen.

Im zweiten Schritt erhalten Sie die Inflationsrate, die offiziell gemessen wird. Die Mindestverzinsung liegt immerhin bei 1,25%.

Achtung: die Zahlen sind nur scheinbar gut. Zwar berücksichtigt der Anbieter immerhin „nur“ den Index, der die Tabakentwicklung nicht erfasst und damit ein realistisches Bild abgibt. Eine bloße Überlegung zeigt aber, wie kapitalvernichtend die Konstruktion eigentlich ist.

  • Im ersten Jahr können Sie faktisch noch über der Inflationsrate liegen – und damit netto gewinnen.
  • Da das Papier im zweiten und sechsten Jahr jedoch lediglich den Inflationsausgleich gewährt, verdienen Sie faktisch nichts – brutto betrachtet.
  • Auf die Auszahlung zahlen Sie aber Zinsen in Höhe von 25% plus Kirchensteuer plus Solidaritätszuschlag. Das bedeutet: von vornherein steht fest, dass Sie Geld verlieren.
  • Zudem: Am Laufzeitende erhalten Sie den ursprünglichen Kapitaleinsatz zu 100% zurück. Da dieser entwertet ist, bleibt unter dem Strich eine Bilanz von weniger als 0%. Garantiert.

GeVestor meint: Geplant Geld zu verlieren, kann nicht im Sinne der privaten Geldanlage sein. Daher empfehlen wir weiterhin, dass Sie keine inflationsgeschützten Anleihen kaufen.

Diese sind an sich wegen der Steuernachteile keine Investition wert – und noch gefährlicher, wenn Sie mit inoffiziellen Inflationsraten konfrontiert werden.

Spätestens dann hilft der Kapitalschutz nichts mehr, weil Sie faktisch in vielen Jahren – hier sechs – erheblich weniger Gegenwert erhalten. Schließlich ist zudem nicht geregelt, wie die Rückzahlung aussieht, wenn die Euro-Währung sich ändert.

Daher empfehlen wir: kaufen Sie Anleihen mit hohen Zinsen – die Sie jederzeit wieder verkaufen können.

Dies ist immer noch ein besserer Inflationsschutz. Achtung: wenn Sie etwas mehr riskieren wollen oder können, sind auch Mittelstandsanleihen geeignet.

 
 
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