MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Inflation: Die schleichende Enteignung

Der Unterschied zwischen Inflation und Teuerung: Inflation ist nicht mit der Teuerung gleichzusetzen. Streng genommen sollte nur dann von Inflation gesprochen werden, wenn eine künstliche und durch die Warenproduktion nicht gerechtfertigte Aufblähung der Geldmenge gemeint ist.

Wenn ein Fürst oder ein Staat sich das Recht herausnimmt, durch eine Münz- bzw. Geldmengenveränderung einen Gewinn zu erzielen, dann ist das nichts anderes als eine Enteignung der Bürger. Eine Enteignung, die zwar schleichend vor sich geht, weil man sie nicht sogleich bemerkt, aber dennoch eine Enteignung.

Das Fatale an dieser versteckten Steuer ist, dass ihr prinzipiell keine Grenzen gesetzt sind. Schon in der Antike und im Mittelalter wurde von den Kritikern deshalb zu Recht erkannt, dass diese Form der Herrschaftsausübung tyrannisch ist, weil sie keinen Korrektiven mehr unterliegt.

Im Gegensatz dazu weist das an die produzierten Waren gekoppelte Warengeld die Ausgaben des Staates schnell in die Schranken. So verwundert es nicht, dass das Warengeld den Politikern und Befürwortern einer exzessiven Ausgabenpolitik immer ein Dorn im Auge war.

Inflation: Dollar ist nur Dollar – und nicht mehr

Der Ausweg, auf den die Staaten besonders im letzten Jahrhundert verstärkt verfielen, bestand darin, die Bindung der ausgegebenen Banknoten an das Gold bzw. das Metallgeld immer weiter zu schwächen.

Früher berechtigte der US Dollar zur Auszahlung in Gold, heute ist er nur noch ein Dollar. Der entscheidende Akt war die Aufkündigung des Bretton-Woods-System Anfang der 70er Jahre.

Waren die Geldscheine zuvor noch klassische Inhaberschuldverschreibungen, die den Besitzer zur Einlösung der ausgewiesenen Metallgeldmenge berechtigten, so sucht man auf den heutigen Banknoten derartige Einlösungsversprechen vergeblich. Ein Dollar ist ein Dollar und ein Euro ein Euro, aber verbindlich einlösen können Sie dafür im Zweifelsfall nichts.

Inflation: Einlösungsverpflichtungen als Warnungen

Einlösungsverpflichtungen haben die Inflationierung zwar nicht grundsätzlich verhindern können, aber sie waren Warnungen an die Bürger. So entsprachen 1859 auf dem Höhepunkt der damaligen Inflation 153,20 Gulden Papiergeld 100 Gulden in Silber.

Der Aufpreis des Papiergeldes zeigte, dass zu viele Banknoten gedruckt worden waren und je stärker inflationiert wurde, desto mehr sank die Kaufkraft der Banknoten, während die der Edelmetalle stabil war.

6. Juli 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.