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Inflation: Steigende Geldmengen allein führen nicht dazu

Die Zentralbanken fluten die Welt seit Jahren mit frischem Geld.

Das Anwerfen der Druckerpressen scheint das Allheilmittel der Notenbanken zu sein.

Doch weder scheinen sich Probleme dadurch lösen zu lassen, noch haben wir die große Inflation, die von vielen seit Jahren herbei geschrien wird.

Explodierende Geldmengen in allen bedeutenden Volkswirtschaften der Welt – das ganze Geld muss doch irgendwo hin und eigentlich zu Inflation führen, oder!?

Geldmengen und Realwirtschaft klaffen auseinander

Eine sehr extreme Sichtweise zu diesem Thema haben die Vertreter der Österreichischen Schule der Nationalökonomie.

Diese vor der Finanzkrise fast schon vergessenen Volkswirtschaftler – aufgrund der Herkunft der ersten „Österreichischen Nationalökonomen“ kam es zu dem Namen – vertreten die Auffassung, dass steigende Geldmengen automatisch Inflation bedeuten.

Die Beobachtung der Preissteigerungen sei daher nicht nötig. Sie folge ja schließlich unmittelbar auf die Geldmengen-Ausweitung.

Soweit zur Theorie, doch wie erklärt sich dann der folgende Chart?

Hier sehen Sie die Entwicklung der Geldmenge sowie die reale Produktion. Der Chart bezieht sich auf die USA. Doch keine Sorge: Für die anderen entwickelten Volkswirtschaften sieht er quasi genauso aus.

Deutlich zu sehen ist, dass seit 1973 – damals endete die letzte Goldpreisbindung der Geldmenge – Geld durch die Notenbanken beliebig vermehrbar gewesen ist.

Und offensichtlich wird davon auch ausgiebig Gebrauch gemacht. Denn während die Geldmengen explodieren, zieht die Realwirtschaft nur langsam hinterher.

Doch die große Inflation, die unser aller Geld vernichtet, bleibt bislang aus. Gemäß der Österreicher müssten wir uns schon längst in der Hyperinflation befinden.

Doch was fehlt noch, bis die Preissteigerungen einsetzen?

Nur Bedingung1 von 2 erfüllt

Ich denke, ein großes Missverständnis besteht in der Auffassung, die Inflation könne aus dem Nichts geschehen.

Preise würden von heute auf morgen einfach durch die Decke gehen; ohne Vorwarnung.

Doch ich bin der Überzeugung, dass mit den explodierenden Geldmengen nur eine von 2 notwendigen Bedingungen erfüllt ist.

Ohne Zweifel: Geld, um eine massive Inflation anzuheizen, ist ausreichend vorhanden.

Warum rennen wir dann morgen nicht in den Supermarkt und plündern die Regale leer?

2. Bedingung wohl kaum erfüllt

Vielleicht unterlassen wir dies erst einmal, weil wir doch nicht so recht von der Inflationsthese überzeugt sind. Wären wir es, dann wären unsere Keller längst voll mit Konserven.

Sicherlich, ein wenig Gold im Depot hat heute doch fast jeder. Doch wie viel Geld halten wir dennoch auf dem Sparbuch oder haben es immer noch in „sicheren“ Bundesanleihen investiert!?

Wären wir wirklich von der bedrohlichen, Kaufkraft vernichtenden Inflation überzeugt, dann wäre die Antwort: 0!

Damit die Inflation herbeigeführt werden kann, müssen Menschen fest davon ausgehen, dass die Inflation auch kommt. Sie müssen es aus Überzeugung erwarten.

7. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.