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Inflation: Was passiert mit unserem Geld?

Die EZB kauft Staatsanleihen auf.

Diese Meldung muss eigentlich jeden von uns aufmerksam machen.

Denn der gängigen Meinung zufolge ist das der erste Schritt in Richtung Inflation. Was passiert eigentlich in Zeiten der Geldentwertung und wie reagieren wir am Besten darauf?

Dreh- und Angelpunkt aller Erklärungen zur Inflation ist die Zentralbankgeldmenge. Sie bezeichnet diejenige Geldmenge, die von der Zentralbank in Umlauf gebracht wird.

Ein anderer Ausdruck dafür ist Geldbasis, der immer häufiger zu hören ist: Die Geldbasis setzt sich aus folgenden Geldmengenbestandteilen zusammen:

  • den Mindestreserven, das heißt dem Volumen der vorgeschriebenen Pflichteinlagen der Banken bei der Zentralbank,
  • den Überschussreserven, das heißt den über das Mindestreserve-Soll hinausgehenden freiwilligen Einlagen inkl. Bargeldbestand der Geschäftsbanken
  • sowie  dem Bargeldbestand der Geschäftsbanken und Nichtbanken (Unternehmen, private Haushalte und Öffentliche Hand).

Jede Zentralbank, die EZB oder die FED rechnen ein wenig anders.

Dreh- und Angelpunkt Geldmenge

Die EZB definiert die Geldbasis so:  Ausgangspunkt ist immer die Geldmenge M1. Sie belief sich im Juni 2009 auf rund 4,3 Mrd. Euro und umfasst  Sichteinlagen (also die Girokonten) der Nicht-Banken sowie den gesamten Bargeldumlauf.

Die Geldmenge M2, die im Juni 2009 rund 8,2 Mrd. Euro betrug, errechnet sich aus M1 plus den Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bis zu 2 Jahren und Einlagen mit gesetzlicher Kündigungsfrist bis zu 3 Monaten,

Zählt man nun die Anteile an Geldmarktfonds, Geldmarktpapieren und Bankschuldverschreibungen mit einer Laufzeit bis zu 2 Jahren hinzu erhält man die Geldmenge M3. Maß aller Dinge ist immer die Geldmenge M3.

Im Juni 2009 betrug die Geldbasis rund  9.4 Mrd. Euro. Das war ein relativ hoher Wert. Seither ist der Geldumlauf wieder zurückgegangen und beträgt aktuell 9,3 Mrd. Euro (letzter publizierter Wert von Ende März 2010).

Die Preissteigerungsraten, ein anderer wichtiger Index zur Messung von Inflation, liegen seit längerem auf einem niedrigen Niveau, bei etwa 1%.

Ursachen der Inflation

Was geschieht nun, wenn es zur Inflation kommt?

Die herkömmliche Erklärung lautet immer: die Preise steigen. Vereinfacht gesprochen bedeutet Inflation aber immer eine signifikante Erhöhung der Geldmenge.

Wenn auch immer die EZB neues Geld in den Kreislauf gibt (etwa durch den Ankauf von Staatsanleihen), dann spüren wir das direkt bei den Preisen.

Kein geringerer als Milton Friedman hat diese Zusammenhang empirisch untersucht und kein Gegenbeispiel gefunden. Es gebe kein Land in dem Geldmengenanstieg und Preissteigerung nicht unmittelbar miteinander zusammenhingen, so Friedman.

Für uns heißt das, in den nächsten Wochen sollten wir genau hinhören, wenn EZB-Präsident Trichet die Geldmengenstatistik bekannt gibt, was er regelmäßig tut, denn dann wissen wir, was an der Preisfront auf uns zukommt.

Neben dem Geldmengenwachstum müssen aber noch weitere Faktoren stimmen, so dass es zur Inflation kommt. Hohe Staatsverschuldung ist einer davon.

Das ist im Augenblick der Fall, das hören wir täglich in den Nachrichten. Weiterhin sollte es aber auch zu einem signifikanten Wirtschaftswachstum kommen, so dass die Preise auch durch eine erhöhte Nachfrage steigen können. Da stehen wir noch am Anfang.

Die kommende Woche wird uns hier mit einigen volkswirtschaftlichen Daten weiteren Aufschluss geben.

Keine steigenden Zinsen zu erwarten

Sollte sich das Wachstum weiter als robust erweisen, dann könnte auch der Euro wieder steigen.

Wegen der latenten Inflationsgefahr wird keine Zentralbank der Welt im Augenblick die Zinsen erhöhen, sodass von dieser Seite keine Gefahr droht.

Das wiederum heißt Entwarnung an den Aktienbörsen. Wegen der niedrigen Zinsen bleiben Aktien weiterhin eine attraktive Anlagealternative zu Festgeld und Staatspapieren.

Das gilt allerdings nur, wenn es gelingt die „Wackelstaaten“, allen voran Griechenland, zu stabilisieren und irgendwie aus der Krise heraus zumanövrieren.

Geht Griechenland oder ein anderer Kandidat (Portugal, Spanien, Irland) pleite, dann fällt das ganze Konstrukt zusammen. Ein bisschen Inflation wäre da das kleinere Übel.

25. Mai 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Susanne Schmitt
Von: Susanne Schmitt.