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Inflationsgeschützte Anleihen: So sichern Sie Ihr Geld ab

Für Verbraucher und Sparer hat das Schreckgespenst einen Namen:

Inflation, also die Geldentwertung durch Preissteigerungen.

Denn die Folgen der Preisspirale sind zwar für die Besitzer von Sachwerten meist überschaubar, die sinkende Kaufkraft zehrt jedoch an Ihrem Geldvermögen. So sind Zinsen rasch nicht mehr das wert, was Anleger sich von ihnen versprochen haben.

Inflationsgeschützte Anleihen: Die Lösung?

Mit inflationsgeschützten Anleihen (Inflation Linked Bonds) sichern Sie Ihr Depot gegen den Preisauftrieb ab.

Viele deutsche Anleger entdeckten diese Investmentform erst 2006, als in Deutschland die erste staatliche „inflationsindexierte Anleihe“ auf den Markt kam. International aber sind die Zinspapiere spätestens seit 1998 etabliert, als sie auf dem wichtigen US-Markt eingeführt wurden.

Und wie bestechend die Idee des Inflationsschutzes ist, erkennen Sie daran, dass die Massachusetts Bay Company (eine Siedlung nördlich von Boston) bereits im Jahr 1780 eine Schuldverschreibung ausgab, die bei Fälligkeit die Rückzahlung von 280 Pfund Mais, 68 Pfund Rindfleisch, 10 Pfund Schafswolle und 16 Pfund Schuhleder vorsah.

Dadurch konnte der Gläubiger mit einem festen Gegenwert rechnen, auch für den Fall eines Kaufkraftverlustes. Heute haben die Titel allein in Europa ein Volumen von deutlich mehr als 400 Mrd. € erreicht.

Dabei gelten inflationsgeschützte Anleihen vor allem deshalb als besonders attraktiv, weil sie neben dem Erhalt des eingesetzten Kapitals auch die Emittenten – in aller Regel Regierungen – dazu anhalten, ihr Möglichstes gegen zu hohe Preissteigerungen zu unternehmen. Denn wenn die Inflation zulegt, wird es für den Staat teurer, die Anleihe zu bedienen.

So funktionieren die inflationsgeschützte Anleihen

Bei traditionellen Anleihen zahlt Ihnen der Emittent zu meist jährlichen Terminen einen bestimmten Zins, zum Ende der Laufzeit wird Ihnen der Nennbetrag des Papiers erstattet.

Bei inflationsgeschützten Anleihen bekommen Sie einen garantierten Mindestzins, der – wie beim ersten Papier dieser Art in Deutschland – allerdings deutlich unter dem von Festzinsanleihen liegt. Dafür gibt es zusätzlich einen Inflationsausgleich zum Ende der Laufzeit.


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Ein Beispiel: Bei einer inflationsgeschützten Anleihe lautet der Kupon auf 1,50%, ein festverzinsliches Pendant mit gleicher Laufzeit brächte 3,75%.

Doch bei der inflationsgeschützten Anleihe besteht der Zins nicht nur aus einem fixen Anteil. Einmal im Jahr wird die Zahlung der Inflationsrate angeglichen, indem der vereinbarte Nominalzins mit einem bestimmten, in den Konditionen benannten Preissteigerungsindex multipliziert wird.

Dabei wird anhand eines Verbraucherpreisindex in der Eurozone eine sogenannte Index-Verhältniszahl ermittelt. Sie ergibt sich aus der Relation zwischen dem aktuellen Indexstand und dem Indexwert am Tag des Zinslaufbeginns, also dem Emissionsdatum.

Berechnung der laufenden Verzinsung

Die laufende Verzinsung einer inflationsgeschützten Anleihe erscheint auf den ersten Blick wenig attraktiv. Vergessen Sie hierbei aber nicht: Sie erhalten eine Bonuszahlung am Laufzeitende. Für das erste Laufzeitjahr der Bundesanleihe mit dem festen Kupon von 1,5% ergibt sich eine effektive Verzinsung von 1,5% × 1,01799 = 1,527%.

Der Auszahlungsbetrag errechnet sich aus dem Produkt aus dem erworbenen Nennwert, der Zahl der Zinstage und dem angepassten Zinssatz.

Bei einem Investment von 10.000 € und einer Haltedauer von einem Jahr ergibt sich bei oben ermitteltem Zinssatz eine Zahlung von 10.000 € × 1,527% = 152,70 €.

Etwas höher ist die Zahlung, wenn die Inflation stärker ausfällt. Bei einer Preissteigerungsrate von rund 4,0% hätte die Zinszahlung 156 € betragen, bei einer Kerninflation von 5,5% wären es 158 € gewesen.

Die Bonuszahlung am Laufzeitende als Entschädigung

Überhaupt erst attraktiv werden inflationsgeschützte Anleihen dadurch, dass auch der Nennwert der Anleihe zum Fälligkeitstermin mit der dann aktuellen Index-Verhältniszahl multipliziert wird. Dadurch wird der Inflationsschutz auch auf den Nominalbetrag übernommen.

Bei einer Anteilsgröße von 10.000 € und einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,8% über die 10-jährige Laufzeit hinweg, wächst der Auszahlungsbetrag im Beispiel auf rund 11.950 €. Bei einer Inflationsentwicklung von rund 2,5% pro Jahr läge der Rückzahlungsbetrag bei 12.827 €.

Vorsicht Fiskus: Was Sie in Sachen Steuern beachten müssen

Die Finanzämter greifen bei den Gewinnen inflationsgeschützter Anleihen gnadenlos zu. Denn: Die Titel gelten als Finanzinnovation, da sie über einen variablen Zinssatz verfügen. Damit müssen Sie die Zinseinnahmen und den Gewinn bei der Rückzahlung mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern, sobald sie den Sparerfreibetrag übersteigen.

Im Klartext: Je höher die Inflation ausfällt, desto höher werden Zinszahlungen und Tilgung – und desto mehr kassiert der Fiskus wieder ein. Diese Besteuerung könnte allerdings mittelfristig gekippt werden, da sie nicht sinnvoll ist.

Immerhin wird ja nicht auf steigende Gewinne spekuliert – was der Gesetzgeber mit der Besteuerung begrenzen wollte –, sondern es geht ausschließlich um den Inflationsausgleich. Wird eine entsprechende Ausnahmeregelung geschaffen, dürften die inflationsgeschützten Anleihen in Deutschland deutlich stärkeren Zulauf bekommen.

Spätestens mit der Einführung der pauschalen Abgeltungssteuer auf alle Kapitalerträge ab 2009 erledigt sich das Problem der steuerlichen Schlechterbehandlung.

Profitieren können Sie schon jetzt, wenn Sie die Rückzahlung erst dann erwarten, wenn Ihr Einkommen geringer ausfällt, also etwa dann, wenn Sie in Rente gehen. Denn aufgrund der zunächst meist niedrigeren Zinszahlungen entsteht eine Art Steuerstundungseffekt. Bei Fälligkeit der Anleihe wird dann eine gegenüber klassischen Bonds höhere Steuerlast fällig.

Auf einen Blick: Vor- und Nachteile inflationsgeschützter Anleihen und Fonds

Vorteile:

  • Höhere Verzinsung bei steigender Inflation
  • Absicherung Ihres Depots vor Inflationsgefahren
  • Langfristiges Investment mit planbaren Ausschüttungen
  • Geringe Korrelation (gleichlaufende Wertentwicklung) mit Aktien und konventionellen Anleihen, daher zur Risikostreuung bestens geeignet

Nachteile:

  • Niedrigere Verzinsung bei sinkender Inflation
  • Relativ geringe Gewinnmöglichkeiten

5. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.