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Im Vergleich: Inflationsgeschützte vs. konventionelle Anleihen

Inflationsgeschützte Anleihen eignen sich prinzipiell dann für Ihr Depot, wenn Sie davon ausgehen, dass die Inflation recht deutlich steigen wird. Damit Sie die Entscheidung „inflationsgeschützte Anleihe“ oder „traditionelle Anleihe“ nicht aus dem Bauch heraus treffen müssen, sollten Sie einen Blick auf die „Break Even Inflation“ werfen.

Diese Kennzahl ergibt sich aus der Differenz der Renditen herkömmlicher Papiere und der realen Renditen inflationsgeschützter Anleihen mit gleicher Laufzeit. Sie gibt die Inflationserwartungen des Marktes auf Sicht der Anleihenlaufzeit wieder. Bei einer Inflationsrate mit beispielsweise etwa 2,15% für 10-jährige Titel fahren Sie mit einer inflationsgeschützten Anleihe besser als mit einem herkömmlichen Papier.

Inflationsgeschützte Anleihen: Mit diesen Nachteilen müssen Sie rechnen

Was Sie bislang über inflationsgeschützte Anleihen gelesen haben, klingt sicher hervorragend. Doch die Papiere haben auch ein paar Haken. So können sie kurzfristig durchaus volatil (schwankungsstark) reagieren, etwa wenn ausgeprägte Inflationsängste zu Zinssteigerungen und damit zu Verlusten am Rentenmarkt führen.

Vor allem mit Blick auf den deutschen Markt tritt außerdem das Problem auf, dass eine wachsende Nachfrage auf ein recht geringes Angebot trifft. Als Alternative bleiben ausländische Anleihen mit Inflationsschutz oder spezialisierte Fonds, die weiter unten vorgestellt werden.

Und schließlich ist neben der – bei Preisstabilität – recht niedrigen Rendite der steuerliche Aspekt, den Sie bei Ihrer Investmententscheidung berücksichtigen müssen, entscheidend. Allerdings ist Ihnen der Kupon sicher, bei Deflation gibt es keine Abschläge.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Das wichtigste Merkmal, auf das Sie bei der Auswahl inflationsgeschützter Anleihen unbedingt achten sollten, ergibt sich aus dem Stellenwert dieser Papiere im persönlichen Portfolio.

Denn angesichts der relativ geringen Gewinne dienen diese Anleihen vor allem als Absicherung. Legen Sie sich die Titel ins Depot, um einerseits Ihr Vermögen breiter zu streuen und andererseits eine ausgleichende Komponente zu erwerben.

Denn die inflationsgeschützten Anleihen korrelieren praktisch nicht mit Aktien und laufen der Entwicklung traditioneller Anleihen eher entgegen. Eine solch sichere Anlage kann aber nur von Emittenten mit besonders guter Bonität kommen. Achten Sie also in diesem Fall besonders auf die Ratings der ausgebenden Länder oder (quasi-)staatlichen Institutionen.


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Inflationsgeschützte Anleihen einzelner Unternehmen, wie sie in vielen Staaten üblich sind, eignen sich für individuelle Depots aufgrund der größeren Unsicherheit und wegen des teilweise zusätzlichen Währungsrisikos nicht.

Achten Sie auf das Kleingedruckte

Vorsicht ist auch geboten, wenn es um die Konstruktion einzelner Papiere geht. Denn nicht immer erstreckt sich der Inflationsschutz auch auf die Tilgungszahlung, etwa bei dem Papier der Europäischen Investitionsbank (ISIN XS0258132272), das zwar durch einen vergleichsweise hohen Zins besticht, bei der sich der Ausgleich für den Kaufkraftverlust zur Fälligkeit aber eben nicht auf die Rückzahlung erstreckt.

Ein anderes Beispiel fürs „Kleingedruckte“ findet sich bei der Anleihe der Kreditanstalt für Wiederaufbau mit der ISIN DE000A0E83L5: Hier wird nicht nur der Nennbetrag bei Fälligkeit getilgt.

Außerdem ist der Inflationsschutz zwar auf 170% der tatsächlichen Preissteigerungsrate festgelegt, dabei jedoch auf insgesamt 7,0% begrenzt. Das bedeutet: Steigt die Inflation auf mehr als 4,12%, profitieren Sie nicht mehr von der Absicherung.

Wenn Sie der Überzeugung sind, dass ein solches Szenario bis zur Rückzahlung – terminiert ist der 24. Juli 2018 – nicht zutrifft, dann können Sie auch ein solches Papier mit in Ihre Auswahl aufnehmen.

Falls Sie jedoch erwarten, dass die Preissteigerung in dieser Zeit noch höher ausfallen kann, sollten Sie mit einem Investment vorsichtig sein. Dann könnte – auch mit Blick auf die nicht gegen die Inflation geschützte Tilgung – eine zeitweise Aufnahme ins Depot sinnvoll sein.

Die clevere Alternative: Fonds mit Inflationsschutz

Einzelne inflationsgeschützte Anleihen mit gutem Anlageerfolg auszuwählen, ist für den Privatinvestor sehr schwierig. Aber müssen Sie deshalb auf diese interessante Anlagemöglichkeit verzichten? Natürlich nicht, denn es gibt eine – sogar bessere – Alternative:

Zahlreiche Investmenthäuser bieten heute Fonds an, die schwerpunktmäßig oder sogar ausschließlich in inflationsgeschützte Anleihen investieren. Der Hauptvorteil für Sie besteht darin, dass die größere Streuung über einzelne Anleihen, aber auch über Länder hinweg das Risiko weiter abmildert und Sie von den unterschiedlichen Zins- und Inflationserwartungen profitieren.

Außerdem haben die jeweiligen Fondsmanager genügend Kompetenz und Zeit, die oft komplizierten Konstruktionen genau zu durchleuchten und die richtige Auswahl an Einzelanleihen zu treffen.

Ein weiterer Vorteil der Fonds: Global investierende Fonds werden zum Teil währungsgesichert angeboten, etwa der in US-Dollar notierende American Express Global Inflation Linked Bonds.

Checkliste für inflationsgeschützte Investments

  • Setzen Sie nicht alles auf eine (inflationsgeschützte) Karte. Inflationsindexierte Anleihen und Fonds eignen sich gut als Depotbeimischung zu Aktien und konventionellen Anleihen und Rentenfonds.
  • Verzichten Sie im Zweifel lieber auf einzelne inflationsgeschützte Anleihen, die zudem häufig ein zusätzliches Währungsrisiko mit sich bringen und steuerlich nachteilig behandelt werden. Setzen Sie stattdessen auf spezialisierte Fonds.
  • Steigen Sie in Niedrig-Inflationsphasen ein. Wenn die Preise erst einmal klettern, entdecken auch andere Anleger den Charme der inflationsgeschützten Anleihen.
  • Prüfen Sie sehr genau sowohl Ihre Inflationserwartungen als auch Aussagen von Investmentbanken und natürlich von der Europäischen Zentralbank.
  • Auch die EZB berücksichtigt übrigens bei ihren Prognosen und Einschätzungen der Preissteigerungen die Break Even Inflation, daher sollten Sie diesen Wert besonders aufmerksam betrachten.

6. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.