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Inflationsgeschützte Anleihen gegen die Geldentwertung

Zins-Anlegern, die sich gegen eine ausufernde Inflation schützen wollen, stehen geeignete Finanzinstrumente zur Verfügung: Anleihen mit eingebautem Inflationsschutz. Mit inflationsgeschützten Anleihen (sogenannte Inflation Linked Bonds) sichern sie ihr Depot gegen den Preisauftrieb ab. Den Aufschlag in Höhe der Inflationsrate erhalten Zins-Anleger sowohl bei den jährlichen Zinszahlungen als auch bei der Rückzahlung des Nominalwerts zum Laufzeitende.

2006 erste inflationsgeschützte Bundesanleihe

Was in den USA oder Großbritannien schon Gang und Gebe ist, existiert am deutschen Markt erst seit einigen Jahren. Im Jahr 2006 hat die Bundesrepublik Deutschland erstmals in ihrer Geschichte eine an die Preissteigerung gekoppelte Bundesanleihe (WKN 103050) mit 10 Jahren Laufzeit aufgelegt.

Die Finanzagentur des Bundes zahlt Anlegern einen jährlichen Zinskupon von 1,5% zuzüglich eines Inflationsausgleichs. Maßstab für dessen Berechnung ist der „unrevidierte harmonisierte Verbraucherpreisindex des Euro-Raums ohne Tabakprodukte“ – abgekürzt HVPIxT.

Mehr zum Thema: Bundesanleihen kaufen: Schwache Rendite, hohe Sicherheit

Ein Jahr später hat der Bund eine zweite inflationsgeschützte Bundesanleihe (WKN 103051) mit einem Zins-Kupon von 2,25% und einer Laufzeit von 6 Jahren ausgegeben. Da beide Anleihen mittlerweile im Kurs gestiegen sind, lohnt sich der Einstieg hier aktuell jedoch nicht. Inflationsgeschütze Anleihen werden zunehmend beliebter. Allein in Europa ist ihr Marktvolumen mittlerweile auf über 500 Mrd. € angestiegen.

Dabei gelten inflationsgeschützte Anleihen vor allem deshalb als besonders attraktiv, weil sie neben dem Erhalt des eingesetzten Kapitals auch die Emittenten – in aller Regel Regierungen – dazu anhalten, ihr Möglichstes gegen zu hohe Preissteigerungen zu unternehmen. Denn wenn die Inflation zulegt, wird es für den Staat teurer, die Anleihe zu bedienen.

Inflationsgeschützte Anleihen: So funktionieren sie

Bei konventionellen Anleihen zahlt Ihnen der Emittent zu meist jährlichen Terminen einen bestimmten Zins, zum Ende der Laufzeit wird Ihnen der Nennbetrag des Papiers erstattet. Bei inflationsgeschützten Anleihen bekommen Sie einen garantierten Mindestzins, der – wie beim ersten Papier dieser Art in Deutschland – allerdings deutlich unter dem von Festzinsanleihen liegt. Im Gegenzug erhalten Sie neben einem jährlichen Inflationsausgleich zum Ende der Laufzeit einen höheren Nominalbetrag ausbezahlt.

Beispiel: Bei einer inflationsgeschützten Anleihe lautet der Kupon auf 1,50%, ein festverzinsliches Pendant mit gleicher Laufzeit bringt Ihnen 3,50%. Auf den ersten Blick ein klarer Vorteil für die konventionelle Anleihe, allerdings gilt es den Inflationsausgleich zu berücksichtigen.

Anhebung der laufenden Verzinsung

Bei der inflationsgeschützten Anleihe besteht der Zins nicht nur aus einem fixen Anteil. Einmal im Jahr wird die Zahlung der Inflationsrate angeglichen, indem der vereinbarte Nominalzins mit dem festgelegten Preissteigerungsindex multipliziert wird. Beträgt die Inflationsrate 2%, so steigt die Zinsausschüttung auf 1,53% (2% von 1,5 = 0,03%).

Bonuszahlung am Laufzeitende

Die laufende Verzinsung einer inflationsgeschützten Anleihe erscheint auf den ersten Blick wenig attraktiv. Vergessen Sie hierbei aber nicht: Sie erhalten eine Bonuszahlung am Laufzeitende. Der Rückzahlungsbetrag wird ebenfalls um den Inflationssatz angehoben. Haben Sie einen Nominalwert von 10.000 € investiert, so erhalten Sie nun 10.200 € zurück. Hinzu kommen die Anhebungen der Folgejahre bis zum Laufzeitende.

Zur Berechnung des Rückzahlungswerts wird der Stand des zugrunde liegenden Preisindex durch den Indexstand bei Ausgabe der Anleihe  dividiert. Die so ermittelte Index-Verhältniszahl wird mit dem gekauften Nominalbetrag multipliziert.

Nehmen wir der Einfachheit halber einen Indexstand bei Ausgabe der Anleihe von 100 Punkten an. Steigt nun die Inflation 5 Jahre in Folge um 2%, so stünde der Index bei 110,4081 Punkten. Daraus errechnet sich eine Index-Verhältniszahl von 1,104081. Bei einem Nominalwert von 10.000 € würden Sie also am Laufzeitende 11.040,81 € erhalten.

23. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.