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Inflationsrate berechnen: Der Kaufkraftverlust konkret

Wie viel sich jeder leisten kann, hängt einerseits vom Einkommen, andererseits aber auch von der Inflation ab. Denn je höher die Inflationsrate innerhalb einer Volkswirtschaft (wie beispielsweise Deutschland) ist, desto weniger ist das Geld wert und desto weniger Güter können sich die Bürger für dieses Geld leisten.

Mehr zum Thema: Inflationsrate in Deutschland zeigt Veränderung des Preisniveaus

Es gilt also: Je höher die Inflation, desto mehr Kaufkraftverlust. Um diesen zu messen, wird jedes Jahr die Inflationsrate berechnet. Wichtigstes Hilfsmittel dabei: Der repräsentative Warenkorb.

Der repräsentative Warenkorb: Güter aus 12 Abteilungen

Die Inflationsrate wird in Deutschland mithilfe des Verbraucherpreisindex (VPI) vom Statistischen Bundesamt berechnet. Preisindizes sollen im Allgemeinen Auskunft über die Höhe der Inflation oder Deflation geben, indem Preisveränderungen ermittelt werden. Der Verbraucherpreisindex (VPI) bezieht sich in diesem Zusammenhang auf die Preise der Güter, die ein durchschnittlicher Haushalt in Deutschland konsumiert.

Mehr zum Thema: Preisindex-Berechnung: Wie die verschiedenen Indizes berechnet werden

Basis ist der sogenannte repräsentative Warenkorb: Dieser umfasst eine repräsentative Anzahl von Gütern, deren Preisentwicklung beobachtet werden soll. Der Warenkorb in Deutschland umfasst in diesem Zusammenhang 12 Abteilungen. Dazu zählen einerseits zum Leben notwendige Güter, wie Nahrungsmittel, Bekleidung und die eigene Wohnung.

Andererseits werden Ausgaben der Privathaushalte für das Bildungswesen, aber auch Tabakwaren und Alkohol, Kultur oder Hotels und Restaurants erfasst. Schließlich gibt es für alle weiteren Güter auch noch die Kategorie „andere Waren und Dienstleistungen“. Während früher noch zwischen West- und Ostdeutschland unterschieden wurde, gilt mittlerweile ein Wägungsschema für ganz Deutschland.

Die Abwägung, wie die einzelnen Güter gewichtet werden, erfolgt also einheitlich und wird alle 5 Jahre aktualisiert. Mithilfe von monatlich durchgeführten Erhebungen – durch Mitarbeiter des Statistischen Bundesamts und der Statistischen Landesämter – werden die aktuellen Preise ermittelt. Diese Preise der besagten Güter werden dann mit den Preisen innerhalb des Basisjahrs verglichen.

Preisbereinigung, Konsumentenverhalten und Co: Die Probleme des Warenkorbs

Im Juli 2002 wurde die sogenannte „hedonische Preisbereinigung“ eingeführt. Dementsprechend wird für bestimmte Warengruppen die Qualitätssteigerung der Produkte miteinberechnet. Insofern sollen besonders Güter, deren Qualität sich kontinuierlich verbessert, besser bewertet werden können, wie insbesondere IT-Produkte.

Allerdings hat diese Methode nicht nur andere Berechnungen, sondern auch niedrigere Inflationsraten zur Folge. Schließlich werden – im Gegensatz zu Verbesserungen – keine Verschlechterungen der Qualität miteinbezogen. Ebenso wenig wird auf die Einkommensverteilung innerhalb Deutschlands eingegangen.

Dabei sind die Inflationsraten der Haushalte mit geringem Einkommen allerdings oftmals viel höher, da sie mehr Geld direkt für Konsumgüter des alltäglichen Lebens ausgeben müssen und somit mehr von Preissteigerungen betroffen sind.

Allgemein ändert sich das Konsumverhalten der Menschen mittlerweile viel zu schnell, als dass jede kurzfristige Veränderung innerhalb des Warenkorbs – bzw. der Aktualisierung alle 5 Jahre – erfasst werden könnte. Wichtige Bereiche der Wirtschaft, wie Finanzgüter und Immobilien, werden außerdem nicht im Rahmen des Warenkorbs erfasst. Gerade in diesen Bereichen zeigen sich allerdings oftmals Preissteigerungen als direkte Auswirkung eines Anstiegs der Geldmenge.

Inflationsrate berechnen: Der Verbraucherpreisindex für Deutschland (VPI)

Insofern ist der Warenkorb niemals vollständig repräsentativ, kann und wird aber als Basis des Verbraucherpreisindex (VPI) und somit zur Berechnung der Inflationsrate genutzt. Dazu werden die Preise im Basisjahr mit 100 Punkten bewertet und die prozentualen Werte der aktuellen Preise damit verglichen.

Steigen beispielsweise die Lebensmittelpreise um 13 Prozent gegenüber dem Basisjahr an, wird die Abteilung „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ mit 113 Punkten bewertet. Gleichzeitig können die Preise bestimmter Güter allerdings auch auf Werte von unter 100 Punkten sinken, wenn sie im Vergleich zum Basisjahr günstiger geworden sind.

Je stärker die Preissteigerungen einzelner Güter von den Bürgern (zum Beispiel Haushalten mit geringem Einkommen) wahrgenommen werden, desto mehr weicht der ermittelte Wert von der sogenannten gefühlten Inflation ab.

Mehr zum Thema: Darum handelt es sich bei der gefühlten Inflation

Der VPI berechnet allerdings alle Preisveränderungen der erfassten Güter mit ein und ermittelt so einen Gesamtwert. So sind die Preise der jeweiligen Güter bei einem Wert von 103 Punkten im Vergleich zum Basisjahr um 3% gestiegen. In diesem Fall liegt also eine Inflationsrate von 3% vor.

11. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.