MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Inflationsrate: Das Statistische Bundesamt gibt Auskunft

Inflation ist ein Begriff, der aus dem globalen Wirtschaftsgeschehen kaum mehr wegzudenken ist. Die Inflationsdebatte begleitet uns spätestens seit der Weltwirtschaftskrise nahezu täglich. Sie spukt durch die Nachrichten und Tageszeitungen und versetzt dem Verbraucher bei seinen alltäglichen Einkäufen so manchen Schrecken.

Bezahlte er im Jahr 1998 für 500 Gramm Erdbeeren noch umgerechnet 1,27 €, kostete das halbe Kilo 10 Jahr später bereits durchschnittlich 2,49 €. Das ist ein Preisaufschlag von 96,1%, den wir der Inflation in unserem Land zu verdanken haben.

Inflation und Inflationsrate: Zwei bedeutungsschwere Begriffe leicht verständlich erklärt

Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet der Begriff Inflation einen über mehrere Perioden anhaltenden Anstieg des Preisniveaus auf breiter Front. Das bedeutet im Klartext: Steigen die Preise wieder einmal an, sodass wir einmal mehr als sonst überlegen, ob wir den neuen Toaster oder den Haarschnitt wirklich benötigen, dann haben wir es mit Inflation zu tun.

Mehr dazu: Inflationsrate: Weltweites Preisniveau im Vergleich

Gemessen wird die Inflation anhand des Verbraucherpreisindex für Deutschland. Zur Ermittlung des Preisindex werden in einer Reihe von Groß- und Einzelhandelsgeschäften sowie Dienstleistungsbetrieben im gesamten Bundesgebiet jeden Monat die Preise für Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs ermittelt.

Hierzu zählen nicht nur Produkte wie Lebensmittel oder Benzin, sondern auch Dienstleistungen wie beispielsweise Mieten oder Friseurbesuche und Gebrauchsgüter wie Kleidung und technische Geräte.

Insgesamt 300.000 Einzelpreise von 600 Preiserhebern in 188 Gemeinden werden monatlich durch zentrale Preiserfassungen zum Beispiel im Internet oder in Versandkatalogen ermittelt. Die prozentuale Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahreszeitraum – also gegenüber dem Vorjahresmonat oder dem Vorjahr – nennt man Inflationsrate.

Die Messung der Inflationsrate: Das Statistische Bundesamt ist verantwortlich

Der Verbraucherpreisindex für Deutschland wird jeden Monat vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden berechnet und bis zur Mitte des Folgemonats bekanntgegeben. Darüber hinaus führt das Bundesamt außerdem Schätzungen für den Index durch, welche bereits 2 bis 3 Arbeitstage vor Ablauf des Berichtsmonats vorliegen.

Veröffentlicht werden sowohl der geschätzte als auch der endgültige Indexwert in einer Pressemitteilung. Außerdem ermittelt das Statistische Bundesamt nicht nur die deutschlandweite Inflationsrate, sondern auch den sogenannten harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI).

Mehr dazu: Inflationsrate: Die USA schmälert ihre Teuerungsrate

Dieser wird neben dem nationalen Verbraucherpreisindex für Deutschland (VPI) seit 1997 berechnet. Der HVPI wurde in der Europäischen Union (EU) entwickelt, um Preisänderungen international vergleichen und zu einer Gesamtinflationsrate für Europa und die europäische Währungsunion zusammenfassen zu können.

Immer auf dem neuesten Stand: Preisentwicklung und Fortschritt

Neben Lebensmitteln und Dienstleistungen zählen auch elektronische Geräte zum Warenkorb, welcher vom Statistischen Bundesamt festgelegt wurde. Um in der Berechnung der Inflationsrate also auch jenen Gütern gerecht zu werden, deren Qualitätsstandards sich rasch weiterentwickeln, wendet das Statistische Bundesamt das Verfahren der hedonischen Preisbereinigung an.

In erster Linie findet dieses Verfahren Anwendung bei elektronischen Geräten wie beispielsweise Computern. Darüber hinaus werden aber auch Drucker, Festplatten, Notebooks, Prozessoren, Server, Gebrauchtwagen und Wohnimmobilien in der amtlichen Preisstatistik hedonisch qualitätsbereinigt.

Es bietet sich also an, hin und wieder einen Blick auf die Presseveröffentlichungen des Statistischen Bundesamtes zu werfen, um in puncto Preisentwicklung auf dem neuesten Stand der Dinge zu bleiben. Vielleicht erspart das auch den nächsten Schock beim Wocheneinkauf.

13. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.