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Infrastruktur als Investmentchance: Der Sektor boomt weltweit (Teil 1)

Die Anforderungen an moderne Volkswirtschaften nehmen immer weiter zu. Damit steigen auch die Anforderungen an die Infrastruktur in den verschiedenen Bereichen.

Neben alten Netzen, wie in vielen Ländern für die Wasserversorgung, sind nun auch zahlreiche neue Infrastrukturnetze etabliert worden. Dazu zählen Verkehrswege auf der Schiene und Straße oder auch Energie- und Telekomnetze.

Dabei stehen die Industrieländern gleich vor zwei Herausforderungen: Viele alte Netze müssen modernisiert werden und für viele neue Netze müssen erst einmal Netze aufgebaut werden. Diese Maßnahmen erfordern in den nächsten Jahren und Jahrzehnten riesige Investitionen.

Konjunkturprogramme als neue Anreize

Ganz aktuell liefern die vielen internationalen Konjunkturprogramme neue Anreize in diesem Sektor. Doch nicht nur die Industriestaaten stehen vor großen Herausforderungen. Das gleiche gilt auch für die aufstrebenden Emerging Markets.

Die größten Wachstumsraten weisen nun einmal die boomenden Länder Asiens auf – allen voran China und Indien. Dort schreitet die Industrialisierung stark voran und auch die Urbanisierung erfordert immer größere Infrastrukturinvestments.

Für alle Emerging Marktes schätzen beispielsweise Morgan Stanley Analysten den Investitionsbedarf in den kommenden zehn Jahren auf bis zu 20 Billionen Dollar. Bei diesem riesigen Volumen ergeben sich für Firmen aus dieser breit gefächerten Branche große Chancen.

Die USA sind noch immer die größte Volkswirtschaft der Welt, aber „hinsichtlich der Infrastruktur auf dem Stand eines Dritte-Welt-Landes.“ Diese Äußerung  stammt vom bekannten Börsenfachmann und USA-Experten Thieme. Und damit trifft Thieme den Nagel auf den Kopf.

Das zeigte sich erst vor einigen Wochen wieder in New York: Während einer Hitzewelle geriet das Stromnetz der Metropole an seine Grenzen. Die Stadtverwaltung rief die Bevölkerung dazu auf, Strom zu sparen, um einen totalen Ausfall zu verhindern.

WM-Spezial: Nach Südafrika nun Brasilien

Neben den generellen Trends gibt es auch immer Einzelereignisse, die die Investitionen in die Infrastruktur ganz gezielt verstärken. Die Fußball-WM zählt ohne Frage dazu. So wurden im Vorfeld des aktuellen Turniers in Südafrika mehrere Milliarden Dollar in den Ausbau der Infrastruktur in Südafrika gesteckt.

Dazu zählten der Neubau oder Umbau der zehn Stadien. Massive Modernisierungen der Flughäfen in den Spielstädten und der Aus- bzw. Neubau von Straßen und neuen Bahnverbindungen.

Laut  aktueller Schätzungen lag der Gesamtbetrag der staatlichen Maßnahmen bei knapp 2 Mrd. Dollar oder 0,7% des südafrikanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Zieht man zu dieser Berechnung nun auch noch weitere Quellen mit hinzu, dann erhöht sich die Summe auf immerhin 4,5 Mrd. Dollar oder umgerechnet 1,6% des BIP.

Trotz der enormen Investitionen gab es im Vorfeld der WM große Bedenken zur Haltbarkeit des Stromnetzes. Diese Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet, aber auch nach der WM gilt dem Stromnetz in Südafrika noch große Aufmerksamkeit.

Insgesamt haben sich die Investitionen für Südafrika aber wohl gelohnt. Das legen jedenfalls die aktuellen Schätzungen der Research-Firma Grant Thornton nahe:

So schätzen die Experten, dass das südafrikanische BIP 2010 dank der WM um 0,5 Prozentpunkte höher ausfallen dürfte. Damit erhöht sich die BIP-Prognose für das laufende Jahr auf immerhin 2,5%.

Nach dem Erfolg der aktuellen Fußball-WM geht der Blick nun nach Brasilien. Dort wird die nächste Fußball-WM 2014 stattfinden.

Laut einer aktuellen Prognose von Ernst & Young liegt das zu erwartende Auftragsvolumen für die brasilianische Wirtschaft in Bezug auf die Fußball-WM 2014 bei insgesamt 65 Mrd. Euro. Allein 10 Mrd. Euro davon entfallen auf den Infrastruktursektor. Der größte Einzelposten werden dabei die Bauinvestitionen mit 3,7 Mrd. Euro sein.

Schon jetzt steht fest, dass die insgesamt 12 brasilianischen Austragungsorte Infrastrukturinvestments in Höhe von 6,6 Mrd. Euro erhalten werden. Mit diesem Geld werden die Stadien neu- oder umgebaut, die Spielstädte verschönert und auch die Hotellerie unterstützt. Weitere 550 Mio. Euro sollen in den Ausbau der Flughäfen fließen.

Diese Investitionen sind auf jeden Fall nötig, denn Brasilien erwartet zur WM 2014 mehr als 2 Mio. zusätzliche Besucher.

Das ist schon sehr viel mehr als in Südafrika, wo nach ersten Schätzungen wohl kaum mehr als 300.000 Besucher extra zur WM angereist sind. Ein weiterer dreistelliger Millionenbetrag dient dazu, Autobahnen und Zubringerstraßen auszubauen.

Diese Zahlen zu den beiden Sportgroßereignissen verdeutlichen, welch einen großen Einfluss Investments in die Infrastruktur haben können.

17. August 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.