MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Insider-Transaktionen: Die Motivation dahinter

Indem man die durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (kurz BaFin) veröffentlichten Informationen nutzt, kann man als Anleger hohe Renditen erzielen.

Allerdings muss man die Informationen bzw. Insider-Transaktionen dann auch richtig deuten, was einigen Zeitaufwand bedeuten kann.

Man sollte dabei beachten, welche Gründe für einen Kauf von Aktien und Insider-Transaktionen sprechen.

Die Gründe der Insider-Käufe

Insider-Transaktionen können Auslöser für hohe Kursgewinne sein, sind aber auch schwierig zu interpretieren.

Mehr zum ThemaInsider-Transaktionen: So nutzen Sie die Datenbank der BaFin

Es kann ganz unterschiedliche Motive geben, warum Insider die Aktien des eigenen Unternehmens kaufen oder verkaufen.

Für den Kauf eigener Aktien sprechen verschiedene Gründe:

  • Die Unternehmensführer halten die Aktien für deutlich unterbewertet. Dieser Beweggrund ist positiv für den weiteren Kursverlauf zu interpretieren.
  • Die Insider erhöhen durch den Kauf ihr eigenes Risiko: Der Gehaltsscheck kommt von der Gesellschaft und das private Aktien-Depot ist ebenfalls von der Entwicklung des eigenen Unternehmens abhängig.
  • Wer trotzdem größere Summen investiert, muss von einem deutlichen Kursanstieg überzeugt sein. In diesem Fall lohnt es sich für Sie als Privatanleger, dem Beispiel der Insider zu folgen und die Aktie ebenfalls zu kaufen.
  • Der Kurs soll nach schlechten Nachrichten gestützt werden. Oft ist zu beobachten, dass kurz nach einer Gewinnwarnung die Führungskräfte Geld in eigene Aktien investieren und das auch sofort der Öffentlichkeit mitteilen.

  • Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

    • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
    • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
    • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
    • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
    • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
    • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

    Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


  • Damit soll das Vertrauen in das Unternehmen wieder gestärkt werden. Es gilt zu beachten: Investiert ein Vorstand nur 5.000 oder 10.000 €, ist das sehr halbherzig und kein echter Vertrauensbeweis. Solche symbolischen Käufe haben keine Aussagekraft. Für Sie als Anleger ist dies kein Kaufsignal.
  • Insider wollen Unternehmen vollständig übernehmen: Banken verdienen gut an Börsengängen und drängen daher viele Unternehmen an die Börse. Nach einigen Jahren stellt dann die Unternehmensführung fest, dass die Börse nicht der richtige Ort ist.
  • Entweder honoriert die Börse nicht das Geschäftsmodell (schlägt sich in einer Unterbewertung nieder), oder aber die Kosten sind zu hoch (Hauptversammlung, Publikationspflichten). Dann kann es sinnvoll sein, dass Führungskräfte eigene Aktien zurückkaufen und das Unternehmen wieder von der Börse nehmen.
  • Vorteil für Privatanleger: Die standhaften Aktionäre, die ihre Aktien nicht abgeben, werden oft mit einer hohen Prämie (Aufschlag auf den aktuellen Kurs) gelockt. Solche Übernahmekandidaten können eine renditestarke Depotbeimischung sein.

Insider-Transaktionen: Motivation der Verkäufe

Daneben werden Aktien auch aus verschiedenen Gründen von Insidern wieder verkauft.

Mehr zum Thema: Aktienkauf: Meldepflicht sorgt für Transparenz

Möglicherweise halten die Insider die eigenen Aktien für überbewertet. Das ist auch für Privatanleger ein klares Ausstiegssignal.

Insider können außerdem ein Übernahmeangebot annehmen.

Als im August 2006 der Bayer-Konzern den kleineren Wettbewerber Schering übernommen hat, haben zahlreiche Führungskräfte von Schering ihre Aktien an Bayer verkauft.

So tauchte Schering in den Statistiken plötzlich als Spitzenreiter bei „Insider-Verkäufen“ auf. Solche Verkäufe geben aber keinen Aufschluss darüber, ob auch Privatanleger das Übernahmeangebot annehmen sollten.

Beim Verkauf von Aktien aus Bonus-Programmen in den vergangenen Jahren ist es üblich geworden, Managergehälter in feste und variable Teile zu trennen. Zu einem Festgehalt gibt es zusätzlich Aktien oder Aktien-Optionen, wenn bestimmte Unternehmensziele erreicht werden.

Diese Aktien sind dementsprechend ein Bestandteil des Gehalts. Der Verkauf von Aktien kann daher eine harmlose Umwandlung von Gehalt in Bargeld sein, die keine Aussagekraft über die weitere Aktienentwicklung besitzt.

Auch ein Verkauf zwecks Risikostreuung ist möglich: Bei jungen Unternehmen ist es oft so, dass in den ersten Jahren das gesamte Kapital der Gründer in die eigene Gesellschaft fließt.

Wenn das Unternehmen dann an der Börse notiert, ist es aus Sicht der Alteigentümer ökonomisch sinnvoll, einen Teil der Aktien zu versilbern, um nicht 100% des eigenen Vermögens an ein Investment zu binden.

Eine gewisse Risikostreuung ist kein Misstrauen gegenüber des eigenen Unternehmens und der weiteren Wertentwicklung.

Speziell bei Nebenwerten existiert das Problem, dass täglich nur wenige 100 oder 1.000 Aktien an der Börse gehandelt werden (Paketverkauf an Fonds und institutionelle Investoren).

Will jetzt ein Fonds- oder Großinvestor 3, 5 oder 10% des Aktienkapitals erwerben, ist das über die Börse fast unmöglich. Es ist daher üblich, dass die Fonds dann die Altaktionäre fragen, ob sie Aktienpakete abgeben.

Auch das gilt dann als Insider- Verkauf, ist aber nicht negativ zu werten. Im Gegenteil: Der Einstieg eines Großinvestors deutet auf weiteres Potenzial hin.

Fazit: Motive für Insider-Transaktionen

Diese Auflistung der Beweggründe zeigt, dass jede einzelne Insider-Transaktion einzeln betrachtet werden muss. Ein Insider-Kauf ist noch kein Kaufargument für Privatinvestoren, ein Insider-Verkauf muss kein Warnsignal sein.

Die vielfältigen Verkaufs-Gründe zeigen auch, warum es in „normalen“ Börsenzeiten deutlich mehr Verkäufe als Käufe gibt. Die Einlösung von Gehaltsbestandteilen (Aktien, Optionen) sorgt für ein Ungleichgewicht.

Wichtig ist daher, die einzelnen Beweggründe der Insider richtig einzuschätzen. Gelingt das, winken mit der „Insider-Strategie“ hohe Kursgewinne.

2. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.