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Interbankenmarkt: Das sind die Spielregeln

Wenn der Interbankenmarkt nicht mehr funktioniert, bekommen das auch Anleger zu spüren: Die Kreditvergabe an Unternehmen gerät in Stocken. Es fehlt Geld, das etwa für dringende Investitionen nötig wäre.

Interbankenmarkt mit frischer Belebung

Der Interbankenmarkt, an dem sich die Banken untereinander Geld leihen, lebt vom gegenseitigen Vertrauen. Dieses landete mit der letzten Finanzkrise auf dem Nullpunkt und verursachte eine allgemeine Kreditklemme.

Doch auch nachdem sich die Situation entspannt hatte, hielt die Flaute am weltweiten Interbankenmarkt bis vor kurzem an. Zudem machten die Bankgeschäfte zunehmend vor nationalen Grenzen Halt.

Doch der Trend zur rückläufigen Kreditvergabe scheint seit Anfang des Jahres gebrochen. Insgesamt fließt wieder mehr Geld über die Grenzen hinweg. Nicht aber beispielsweise in Russland. Das erklärt sich damit, dass die großen Banken aufgrund der westlichen Sanktionen vom internationalen Interbankenmarkt weitgehend abgehängt wurden.

Interbankenmarkt erklärt: Teilmärkte und mehr als Geld

Soweit zur aktuellen Entwicklung. Die aber zeigt unter anderem: Wenn vom Interbankenmarkt die Rede ist, dann kann sich das sowohl auf den internationalen Markt als auch auf verschiedene Teilmärkte beziehen – je nach Schwerpunkt der Betrachtung.


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Stichwort Schwerpunkt: Meist geht es um Geld, das sich die Banken gegenseitig kurzfristig leihen. Doch am Interbankenmarkt wird noch mehr gehandelt: Wertpapiere, Edelmetalle, Derivate und Devisen.

Letztere wiederum lassen sich am Interbankenmarkt günstiger beschaffen als über die Zentralbank. Dabei handeln die Banken entweder untereinander oder sie nutzen Broker. In der Regel geht es um Beträge weit über 100 Mio. US-$.

Interbankenmarkt – Refinanzierung und Zinsen

Der Interbankenmarkt ist neben der Zentralbank die wichtigste Quelle zur Geldbeschaffung. Dabei kann sich eine Bank entweder refinanzieren oder von den Zinsen profitieren, die sie für ihre Kredite an andere Banken verlangt. Bei großen deutschen Banken macht dieses Geschäft bis zu 30% der Bilanzsumme aus. Bei spezialisierten Kreditbanken bis zu 80%.

Der Interbankenmarkt erklärt sich als ein Netzwerk, eine Art Großhandel, der vor allem die Liquidität der Banken sicherstellt. Grundsätzlich ist der Markt dezentralisiert und unterliegt keiner zentralen Aufsicht. Auch greifen die Zentralbanken nicht direkt in den Handel ein, sie steuern aber den Markt über ihre Leitzinsen, an denen sich die Zinsen am Interbankenmarkt ausrichten.

Neues System gegen Zinsmanipulationen

Außerdem werden die Zahlungsströme von den Zentralbanken bzw. der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) gesammelt und ausgewertet, um Auswirkungen auf die gesamtwirtschaftliche Stabilität beurteilen zu können.

Sind etwa die Zinssätze am Markt sehr hoch, so bremst dies den Handel. Die wichtigen Zinssätze sind für den Dollar und 9 weitere Währungen der Libor, für den Euroraum der Euribor und im Hinblick auf kurzfristige Tagesgeldzinsen der EONIA-Zins. Hohe Zinsen sind entweder ein Zeichen für eine Stresssituation, sie können durchaus auch manipuliert sein.

So erhoben Aufsichtsbehörden wie die Bafin oder die britische Financial Conduct Authority Vorwürfe, etliche Banken hätten in der letzten Finanzkrise falsche Zinsangaben gemacht. Das hatte das Vertrauen am Interbankenmarkt untergraben und zur Kreditklemme beigetragen.

Deshalb gibt es Bestrebungen, ein neues System einzuführen, bei dem verstärkt Zinsindizes eine Rolle spielen, die auf tatsächlichen Transaktionen beruhen.

Folgen für Finanzmärkte und Anleger

Die Auswirkungen, die mangelndes Vertrauen der Banken untereinander verursacht, bekommen auch Anleger zu spüren. Als der Interbankenmarkt in der letzten Finanzkrise zusammenbrach, stiegen die Zinsen rapide an. Der Markt trocknete aus, es floss kein Geld mehr. Kapitaleinlagen und die Wirtschaft waren in Gefahr.

Um gegenzusteuern fluteten die Zentralbanken die Märkte mit Geld. In der Folge, fielen die Leitzinsen. Dies umso mehr als die Banken ihr Geld lieber bei den Notenbanken horteten, was zu Negativzinsen führte. Letztlich verursachte das Verzerrungen an den Finanzmärkten. Mangels Alternativen profitierten zwar Aktien, doch Sparer bekamen keine akzeptablen Zinsen. Der Zustand hält bis heute an.

4. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.