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Interimsdividende: Definition der Zwischenzahlung

Dividenden werden in Deutschland gewöhnlich einmal im Jahr ausgeschüttet. Jedoch besteht auch die Möglichkeit der Zahlung von Interimsdividenden (auch Zwischendividende oder Abschlagsdividende genannt). Laut Definition kann eine solche Interimsdividende während des laufenden Geschäftsjahres ausgeschüttet werden.

Zwar kommt die Interimsdividende bei deutschen Aktiengesellschaften kaum zum Einsatz, allerdings ist die Auszahlung von Zwischendividenden zum Beispiel in den USA oder auch im europäischen Ausland üblich. Somit ist die Interimsdividende insbesondere für Anleger von Interesse, die nicht nur den deutschen Aktienmarkt im Blick haben.

Definition der Interimsdividende

Als Interimsdividende wird die Zahlung eines Teils der Dividende während des laufenden Geschäftsjahres definiert. Die Interimsdividende kann etwa vierteljährlich als Quartalsdividende ausgeschüttet werden. In den USA wird die Interimsdividende von den Aktiengesellschaften ebenfalls alle 3 Monate ausgezahlt. Zum Ende des Geschäftsjahres wird dann die Schlussdividende ausgezahlt.

Die Auszahlungen fallen bei diesen Zwischendividenden meist recht niedrig aus. Der Grund: die Höhe der Dividenden soll möglichst auf dem gleichen Niveau gehalten werden.

Interimszahlungen in Deutschland

In Deutschland ist die Zahlung einer Interimsdividende eher unüblich und nur unter bestimmten Voraussetzungen überhaupt möglich. Ein deutsches Aktienunternehmen muss vor der Zahlung einer Interimsdividende nachweisen, nach Abschluss des Geschäftsjahres einen Gewinn erwirtschaftet zu haben.

Und noch eine weitere Bedingung muss vor der Ausschüttung der Zwischendividende erfüllt sein: Die Höhe darf insgesamt nicht über 50% des vorjährigen Bilanzgewinns liegen. Diese Voraussetzungen zur Ausschüttung einer Interimsdividende sind in § 59 AktG festgeschrieben.

Der Grund für diese gesetzlichen Maßnahmen liegt in dem Schutz der Aktienunternehmen, da diese sich finanziell nicht übernehmen sollen.

Pro und Contra der Zwischendividende

Da die Interimsdividenden meist recht niedrig ausfallen, um vierteljährlich oder auch halbjährlich ähnliche Zahlen präsentieren zu können, ist der Gewinn für die Aktionäre erst einmal überschaubar. Der Vorteil ist aber, der Aktionär muss nicht ein komplettes Geschäftsjahr auf die Auszahlung seiner Dividende warten und kann sehr flexibel handeln.

Die Zahlung von Dividenden erfreut Aktionäre, sagt jedoch oft nichts über die reale Wirtschafts- oder Kursentwicklung eines Unternehmens aus. Denn die Ausschüttung hoher Dividenden steht nicht immer im direkten Zusammenhang mit der Wirtschaftsleistung eines Unternehmens. Durch die Auszahlung der Dividenden bleiben Aktionäre Unternehmen jedoch oftmals trotz mäßiger Entwicklung treu – ein Beispiel bot hier in der Vergangenheit die hohe Dividende der Deutschen Telekom.

Das deutsche Aktiengesetz mit seinen vergleichsweise strengen Richtlinien zur Zahlung einer Interimsdividende ist für Anleger dennoch positiv zu sehen. Unternehmen werden durch die gesetzlichen Bestimmungen geschützt, was langfristig allen zugute kommt.

Anleger, die allerdings flexibler handeln und trotzdem nicht auf die eine oder andere Dividendenausschüttung verzichten möchte, sind auch bei Unternehmen mit Interimsdividenden gut aufgehoben.

18. April 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.