In der Rangliste der wichtigsten Volkswirtschaften steht Deutschland fast an der Spitze.
Doch bei den großen Aktiengesellschaften rangieren deutsche Werte nur noch im Mittelfeld. Wie kommt es dazu und vor allem wer hat die Nase weltweit vorn?
In diesen Tagen ist eine Studie der Unternehmensberatung Progenium erschienen, die sich mit den weltweit größten börsennotierten Unternehmen befasst. Im abgelaufenen Jahr gehörten nur noch vier DAX-Konzerne zu den 100 größten Börsenkonzernen der Welt. Und dann finden sich diese Unternehmen auch noch auf den hinteren Plätzen.
Im Einzelnen sind das Siemens auf Platz 55. SAP auf Rang 79, Volkswagen auf Platz 85 und BASF auf Rang 92. Summiert man die Marktkapitalisierung dieser fünf Unternehmen zusammen, ergibt sich ein Wert von 197 Mrd. Euro. Das entspricht nur 2,5% des Gesamtwertes aller 100 Konzerne.
Nur zum Vergleich: Vor fünf Jahren sah das Bild noch anders aus: Damals gab es noch sechs Unternehmen in dieser Liste und der gesamte Marktwert betrug 336 Mrd. Euro. Daran erkennen Sie: Die Finanzkrise und jetzt die Euro-Krise haben die Gewichte an den globalen Börsen deutlich verschoben.
„Deutsche Konzerne spielen im Konzert der Unternehmensgiganten lediglich eine Randrolle, wohingegen Unternehmen aus China und Brasilien nach vorne stürmen“, heißt es zum Ergebnis der Studie von Progenium.
Wie nicht anders zu erwarten, haben auch im vergangenen Jahr die USA ihre Rolle als wichtigstes Börsenland verteidigt. Immerhin kamen 38 der Top-100 Konzerne aus dem Land. Aber dennoch hat das Land etwas von seiner Vormachstellung eingebüßt, denn 2006 waren es sogar 47 gewesen.
Auch Europa als Kontinent hat an Bedeutung verloren – sicherlich auch eine Folge der Turbulenzen rund um den Euro in den vergangenen Jahren. Nach 37 Unternehmen 2006 kamen jetzt nur noch 26 Unternehmen aus Europa.
Schwellenländer mit starkem Zuwachs
In den vergangenen fünf Jahren hat sich die globale Börsenlandschaft verändert. Ein klares Zeichen dafür ist der starke Aufstieg der Schwellenländer. Während 2006 nur ein Unternehmen aus China kam (das war China Mobile) so waren es im abgelaufenen Jahr schon zehn.
Dabei nehmen sogar drei chinesische Konzerne einen Platz unter den TOP-10 ein. Im Einzelnen sind das PetroChina, Industrial&Commercial Bank of China und eben wieder China Mobile.
Der Aufstieg der Schwellenländer zeigt sich auch an der folgenden Zahl: 2006 stammten nur neun Unternehmen nicht aus den USA, Europa oder Japan. 2011 waren es schon 28.
Mit Apple kommt der weltgrößte Börsenkonzern aber immer noch aus den USA. Das Kultunternehmen aus Kalifornien brachte es auf eine Marktkapitalisierung von 264 Mrd. Euro. Direkt danach folgten die Ölgiganten Exxon Mobil und PetroChina.



