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Frank Schäffler im Interview: „Zahlung für WhatsApp-Übernahme war Mondzahl“

Der Streit um die Rettungsmechanismen für den Euro ist zum Europäischen Gerichtshof verlagert worden. Derweil üben sich die Politiker vor der Europawahl 2014 in Wachstumsrhetorik.

Doch auch die Skeptiker haben sich formiert. Zu ihnen zählt der ehemalige Bundestagsabgeordnete der FDP, Frank Schäffler.

Im GeVestor-Gespräch bezeichnet er die derzeitige Ruhe als trügerisch. Marcus Schult fragte ihn, warum er skeptisch bleibt und wie die Bürger als Anleger in der gegenwärtigen Situation handeln sollten.

Klicken Sie auf den grünen, runden „Play“-Button, um das Interview zu hören.

Das komplette Interview als Textversion

GeVestor: Warum sind Sie angesichts der aktuellen Wachstumseuphorie eher skeptisch und wie sollten sich Anleger jetzt am besten verhalten?

Frank Schäffler: Es sind ja noch keine Probleme gelöst in Europa. Die Banken sind nach wie vor überschuldet, insbesondere in Spanien. Das wird mittelfristig schon zu weiteren Notmaßnahmen führen, davon bin ich überzeugt.


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GeVestor: Nun fragt sich der Anleger: Was bedeutet das für ihn?

Schäffler: Das bedeutet im Wesentlichen erst einmal, dass die Krise zurückkommt, und zwar schneller als viele das glauben. Mich erinnert die heutige Situation sehr stark an das Jahr 2000, 2001, oder 2007, als alle geglaubt haben, es geht immer weiter nach oben, und sich alles schöngerechnet haben.

Beispielsweise aktuell die Übernahme von WhatsApp: Das sind alles Mondzahlen, die produziert werden, wo man sich immer fragt: Wo ist eigentlich der reale Wert, der dahinter steht?

GeVestor: Worauf müssten Ihrer Meinung nach die Bürger achten, wenn sie ihr Geld beisammenhalten wollen? Was müssten sie auch von der Politik einfordern?

Schäffler: Ich glaube erst einmal, dass man sein Pulver heutzutage ein Stück weit trocken halten muss, dass man liquide bleibt.

Und dann braucht man auch ein Stück weit eine Versicherung – nicht in dem Sinne, dass man einen Versicherungsvertrag abschließen soll, aber man braucht eine Versicherung für Rückschläge. Sprich: Man sollte einen Teil seines Vermögens in Sachwerte anlegen, die gleichzeitig mobil sind.

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Bundestagsabgeordneter der FDP: Frank Schäffler.*

GeVestor: Stichwort Liquidität – lassen Sie uns dabei mal bleiben – in welcher Währung würde man denn liquide bleiben? Würden Sie in den Euro investieren?

Schäffler: So ganz kann man ihm nicht entfliehen. Aber in schwierigen Zeiten ist immer Gold die Währung gewesen. Und ich glaube, das ist mit Sicherheit immer eine gute Anlage.

GeVestor: Trotz der aktuellen Entwicklung beim Gold?

Schäffler: Gerade deshalb. Ich glaube, dass Gold wieder vor einer Renaissance steht. Insbesondere, wenn es wieder Schwierigkeiten an den Aktienbörsen gibt, oder an den Verschuldungsmärkten, wird man wieder den sicheren Hafen suchen.

GeVestor: Kapitalanlage ist hierzulande zum Thema geworden auch im Zusammenhang damit, dass sich die Bürger verstärkt selbst absichern müssen für ihr Alter. Worauf müssen sie da besonders achten, wie sehen Sie da die Zukunft?

Schäffler: Es wird erst einmal sehr schwierig für Ottonormalverbraucher, mit Sparraten von vielleicht 100 bis 200 € seine Altersvorsorge aufzubauen. Denn wir haben zurzeit eine faktische Enteignung der Bürger. Wenn sie in Anleihen investieren, verlieren sie tendenziell Geld.

Wenn sie in Lebensversicherungen investieren, verlieren sie tendenziell Geld. Das wird sehr schwierig. Das macht mir auch große Sorgen. Ich glaube, man sollte versuchen, zu diversifizieren, in Sachwerte zu investieren, aber in diese Sachwerte gleichzeitig auch zu investieren, die nicht immobil sind.

GeVestor: Das ist natürlich immer auch abhängig vom Umfeld. Wie sehen Sie die Entwicklung des Umfelds in Zukunft?

Schäffler: Ich glaube, wir kriegen wieder größere Turbulenzen. Ich glaube nicht an diese Wachstumseuphorie, die wir zurzeit in den Tageszeitungen lesen, sondern wir haben verschiedene Brandherde – die Emerging Markets beispielsweise, die Überschuldungs-Situation der Banken. Also, ich glaube nicht an diese Wachstumsstory, die zurzeit von vielen gezeichnet wird.

* (c) www.frank-schaeffler.de/studio kohlmeier

12. März 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Marcus Schult. Über den Autor

Finanzen sind sein Leben: Mit dem richtigen Gespür für Wirtschaft- und Finanzthemen ausgestattet liefert der ehemalige ARD-Mann das richtige Know-How.