Interview mit TenX-Mitgründer Julian Hosp: TenX will Kryptowährungen ausgebbar machen

Das in Singapur ansässige Blockchain-Start-up TenX sorgte im Sommer für Furore, als es dem kleinen Team rund die Gründer Toby Hönisch, Dr. Julian Hosp, Paul Kitti  und Michael Sperk gelang, binnen 7 Minuten rund 80 Mio. US-$ einzusammeln.

TenX-Mitgründer Dr. Julian Hosp

TenX-Mitgründer Dr. Julian Hosp

GeVestor fragte beim Mitgründer Dr. Julian Hosp nach, warum die Euphorie der Investoren rund um TenX so groß ist und was es mit der Kryptowährung PAY auf sich hat.

GeVestor: Hallo Julian, vielleicht kannst Du unseren Lesern in kurzen Sätzen beschreiben, was TenX genau macht und wo Du den Unterschied zwischen anderen Wettbewerbern siehst?

Dr. Julian Hosp: Es gibt ja diese Kryptowährungen bzw. virtuellen Währungen, die in der Cloud oder virtuellen Welt existieren. Vielleicht kennt man Bitcoin oder Ethereum und da gibt´s eben noch ganz, ganz viele andere Währungen, die gelangen immer mehr in Popularität.

Also die Leute kaufen und investieren in diese Währungen, aber das Problem ist: Eine Währung ist eigentlich nicht wirklich eine Währung, wenn man sie nicht ausgeben kann. Eine Währung braucht immer zwei Funktionalitäten: Das erste ist, sie braucht die Möglichkeit des Transferierens und sie braucht die Möglichkeit, dass Wert darin gespeichert wird.

Das Wertspeichern funktioniert bei Bitcoin, aber das Schwierige ist, wie Bitcoin verwendet wird. Deswegen haben wir uns vor zweieinhalb Jahren überlegt, wie könnte man diese Währungen auch ausgebbar machen?

Deshalb haben wir bei TenX ein System ausgearbeitet, das funktioniert mit einer Art Debitkarte. Diese ist so ähnlich wie eine Kreditkarte, aber man muss diese Kryptowährungen zuerst auf die Karte draufladen.

Dies macht man über eine App, die Du dir kostenlos runterladen kannst. Du kannst Bitcoin, Ethereum, Dash und andere Kryptowährungen draufladen. Man kann dann mit dieser Karte online und offline in ganz vielen Geschäften einkaufen, wie mit einer normalen Kreditkarte, hat aber den Vorteil, dass man aber diese Kryptowährungen ausgeben kann.

Das ist natürlich eine Idee, die nicht nur wir bei TenX gehabt haben, sondern da gibt`s auch andere Firmen. Man muss aber dazu sagen: Es gibt bisher keine Firma, die es geschafft hat, live ein Produkt zu haben, mit der man mehrere Währungen auf dieselbe Karte speichern kann. Das ist technisch nicht so einfach, glaubt man jetzt nicht, aber das ist unglaublich schwierig.

Es gibt ein paar Firmen wie Bitwala, Wirex oder Xapo, mit denen lassen sich zum Beispiel Bitcoin ausgeben. Das können wir auch, aber über uns kann man auch ganz viele andere Währungen ausgeben.

Durch unser ganz spezielles Backend-System – dieses Backend-System, an dem wir  arbeiten, nennt sich COMIT – können wir das Ganze auch zu geringen Kosten anbieten. Das heißt, wir haben sehr geringe Kosten für die Nutzer, das können die anderen Systeme nicht.

Daneben haben wir einfach einen unterschiedlichen Aufbau, der uns erlaubt mehr anzubieten, unterschiedliche Dinge anzubieten und sind somit effektiver und auch kundenfreundlicher.

GeVestor: Der Pay Token erfüllt ja nicht nur die Aufgabe als Zahlungsmittel, sondern ermöglicht dem Pay Token Besitzer auch eine Beteiligung an euren Umsätzen. Kannst Du dazu was sagen, wie genau funktioniert das Ganze?

Dr. Julian Hosp: Genau. Es ist so wie zum Beispiel bei der Lufthansa, die ihr Miles & More Programm hat. Also haben wir uns gedacht, wir können über unser System auch ein Treueprogramm machen. Das Treueprogramm ist eben dieser Pay Token und immer wenn man unser Zahlungssystem nutzt, bekommt man einen kleinen Anteil der Ausgaben in Form dieses Pay Token rückvergütet (0,1% Reward für den Kartenbesitzer als PAY Token, Anmerkung der Redaktion).

Dieser Pay Token ist wie ein Bonuspunkt oder wie eine Meile, der auf deinem Account sitzt. Was wir zusätzlich machen – nicht in regelmäßigen Abständen, aber immer wieder – das man kleine und zusätzliche Boni bekommt. Also nicht nur von eigenen Einkäufen etwas erhält, sondern von der Gemeinschaft profitiert (0,5% Reward für den Token-Besitzer vom TenX-Umsatz in Ethereum, Anmerkung der Redaktion).

Der primäre Vorteil ist, dass es wie ein Treureprogramm ist. Der Riesenunterschied ist, dass es von diesem Pay Token nur eine limitierte Anzahl gibt. Das heißt, es gibt etwa 200 Millionen Pay Token.

Das bedeutet, wir können davon nicht mehr drucken, wir müssen diesen Pay Token selber auf einer Exchange kaufen und den Leuten zurückgeben. Umso mehr Leute unser System nutzen, umso mehr schütten wir wieder von diesen TenX Pay Token aus. Dadurch entsteht Kaufdruck und unglaublicher Wert.

GeVestor: Mit der TenX Debitkarte soll der Besitzer mit Bitcoin und bald in Ethereum, Dash und ERC20 Kryptowährungen (Golem etc.) bezahlen können. Könnt Ihr schon sagen, wann diese Funktion für alle Nutzer zur Verfügung stehen wird und wann bzw. welche Kryptowährungen möglicherweise als nächstes folgen werden?

Dr. Julian Hosp: Es kommt darauf an, wer jetzt anfragt. Also wir können das eigentlich für viele Leute schon freischalten. Der Grund, warum wir es nicht für jeden freischalten ist, weil dann jeder automatisch ein Konto kreiert und jede Kontokreierung eine zusätzliche Belastung auf den Server hat.

Das heißt, theoretisch schalten wir das aber so für ziemlich jeden frei. Dass es für alle standardmäßig freigeschaltet wird, dürfte noch ein paar Wochen dauern. Zurzeit haben wir auch einen neuen Kartenanbieter, den wir einbinden müssen.

Wir werden das einfach gleichzeitig starten, weil wir auch ein neues System im Hintergrund aufbauen müssen. Das heißt, ich gehe davon aus, dass es im Laufe des Oktobers für wirklich alle aktiv sein wird.

Wir werden auch einige neue Währungen dieses Jahr aufschalten. Wenn man jetzt einfach die Marktkapitalisierung der Währungen durchgeht, kann man sich das ausrechnen, welche Währungen wir zuerst nehmen werden. Wir gehen da nach Größe vor. Also umso Größer die Marktkapitalisierung der Kryptowährung, desto schneller werden wir die Währung dazu bringen. Wir möchten auf jeden Fall noch 6 bis 7 neue Kryptowährungen dieses Jahr aufnehmen.


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Man muss eines verstehen: Es ist nicht das Problem, diese Währungen aufzuschalten, sondern die wahre Schwierigkeit ist wirklich, diese ganze Payment-Engine am Laufen zu halten.

Zum Beispiel Litecoin. Wenn Du Litecoin auf unsere App lädst, das ist für uns kein Problem. Die Schwierigkeit ist auch nicht, den auszugeben, sondern wenn plötzlich großes Volumen reinkommt, dass dieser Litecoin schnell genug über Börsen verkauft wird und schnell genug zu den Kartensystemen und auch schnell genug zum Händler kommt – das ist eben diese Schwierigkeit und dies ist viel schwieriger als die reine Anbindung.

Auch die einfache Anbindung ist für andere Anbieter relativ schwierig. Für uns ist die Anbindung kein Problem, da geht es eher um die Skalierung von dem Ganzen.

GeVestor: Wenn wir richtig informiert sind, könnt Ihr aktuell nur eine begrenzte Zahl an TenX Kartennutzer im Backend unterstützen. Wie sehen die aktuellen Pläne bezüglich der Skalierung bis Jahresende bzw. Ende 2018 aus?

Dr. Julian Hosp: Genau. Bis Ende 2017 ist der Plan, dass wir keine Warteliste mehr haben. Wir haben zurzeit eine relativ große Warteliste im mittleren fünfstelligen Bereich, also es sind relativ viele Leute.

Wir versuchen jeden Tag Leute aufzuschalten, aber das machen wir stückchenweise. Der limitierende Faktor hier ist die gesamte Umwechselung von Kryptowährungen in Euro und in Dollar, damit das wirklich im Kartennetzwerk bezahlt wird. Die Zahlungen müssen schlussendlich in Euro oder Dollar erfolgen.

Das heißt, wir brauchen die ganzen Zugänge, damit wir das Ganze schön skalieren können. Und wir machen auch teilweise schon wirklich Millionen Eurobeträge in regelmäßigen Abständen. Einfach von 1 Million auf 10 Millionen Euro zu skalieren ist bei traditionellen Bankensystemen oft nicht so einfach. Wir wollen aber nächstes Jahr das definitiv lösen, indem wir auch die Gegenrichtung anbieten.

Das heißt, dass Leute hergehen und sagen, ich möchte auf Knopfdruck Krypto bekommen (Bitcoin, Ethereum usw.). Wir möchten dann anbieten, dass Leute per Knopfdruck über die App ganz einfach und simpel von Euro zum Beispiel in Krypto gelangen. Dann entsteht sozusagen ein Abitrage-Geschäft.

Zurzeit haben wir einen Net-Outflow, den reinen Fluss von Krypto zu FIAT (Papiergeld, Anmerkung der Redaktion), wir werden dann im nächsten Jahr wahrscheinlich eher einen Net-Inflow haben, weil eher mehr Leute von FIAT nach Krypto wollen. Dann wird zumindest dieser Net-Outflow nicht mehr so krass und vielleicht mehr ausbalanciert sein und dann ist auch die Skalierung relativ unlimitiert möglich.

GeVestor: Ihr strebt auch eine Bankenlizenz an. Wann denkt Ihr, könnt Ihr das bewerkstelligen und welche Auswirkungen wird das auf neue Funktionen haben?

Dr. Julian Hosp: Ich glaube nicht, dass die Bankenlizenz Auswirkungen auf neue Funktionen hat, die der Nutzer jetzt spürt, sondern es hat eher darauf Auswirkungen, dass wir nicht mehr irgendwelche dritte Partner brauchen. Damit können wir das Ganze einfach selbst direkt anbieten, weil wir das dann auch dürfen.

Vom Zeitraum her – wir haben hier eine Expertin aus der Schweiz, die das Ganze schon gemacht und Erfahrungen hat – brauchen wir etwa 6 Monate, wenn es superschnell geht. Wenn es superlangsam abläuft, wird es eher Ende 2018 sein. Unter dem Strich wird es zwischen April und Dezember nächsten Jahres, das ist das Ziel. Schön wäre natürlich wenn es im April gelingt, wenn es Dezember wird, ist es aber auch ok.

GeVestor: Als Herzstück von TenX sehen viele Beobachter das COMIT Network. Was wollt Ihr damit erreichen und wann dürfen wir COMIT in Aktion erwarten?

Dr. Julian Hosp: Hier stellt sich die Frage, warum braucht man überhaupt diese Debitkarten. Das Ziel von TenX ist im Prinzip ein globaler Zahlungsanbieter zu sein, der sich vor allem auf Kryptowährungen fokussiert. Und Kryptowährungen deshalb, weil wir einfach glauben, dass die gesamte Welt in Kryptowährungen gehen wird. Das heißt, wir wollen ein absoluter Vorreiter von dem Ganzen sein.

Derzeit kann man diese Kryptowährungen aber nicht wirklich verwenden, weil es zu wenig Händler gibt, die diese Kryptowährungen akzeptieren. Jetzt kann man hergehen und sagen ok, wenn es immer Kunden geben gibt, die Kryptowährungen nutzen, wird es auch Schritt für Schritt immer mehr Händler geben.

Vor allem und davon kann man ausgehen, werden immer mehr Zentralbanken hergehen und sagen: Wir machen unsere eigenen Kryptowährungen und onboarden einfach Nutzer und Händler auf simpelste Art und Weise.

Dann fragt man sich natürlich, für was braucht man noch TenX, wenn eigentlich eh schon alles auf Krypto-Basis funktioniert. Das stimmt alles, die einzige Sache von der ich zu 1.000% überzeugt bin und die Geschichte zeigt es immer wieder: So wie wir uns nicht auf die gleiche Sprache auf der Welt einigen, so werden wir uns auch nicht auf eine einzige Währung einigen.

Das heißt, es wird nicht die eine Kryptowährung geben, die alle Leute verwenden, sondern jeder will sein eigenes Ding haben. Jetzt sind Kryptowährungen eben nicht so, dass sie gleich kompatibel sind wie der Dollar oder Euro, sondern es gibt drastische Unterschiede zwischen einzelnen Kryptowährungen.

Was wir jetzt bei COMIT machen ist, dass wir ein Protokoll schreiben – da sind wir schon relativ weit – wodurch dieses Protokoll eine Kommunikationsstelle zwischen Bitcoin und Ethereum sein kann. Also ein Kanal, wo ich auf der einen Blockchain bin, also zum Beispiel auf der Bitcoin Blockchain und sozusagen mit der Ethereum Blockchain kommunizieren kann. Das heißt, ich kann Bitcoin rüberschicken und Ethereum empfangen.

Das Ganze funktioniert über sogenannte Hashed Timelock Contracts (HTLCs) und das sind nichts anderes als computerisierte Verträge mit anderen Parteien auf der anderen Blockchain, die ein Zeitlimit haben und komplett vertrauensfrei sind. Das heißt, ich brauch dem anderen nicht vertrauen, sondern ich trau dem Computerkanal, den ich selber mit dieser anderen Person aufsetzen und so den Tausch von Bitcoin und Ethereum machen kann.

Das ist nicht etwas, was unglaublich revolutionär neu ist, sondern da gibt’s einige Leute die daran forschen und arbeiten. Zum Beispiel auch Leute von der Berkeley University, da bin ich auch regelmäßig vor Ort, um mich mit denen austauschen, das sind meistens auch alles Open-Source-Projekte.

Da wo wir extrem revolutionär mit COMIT sind, ist dieses gesamte Routing. Dieses Routing bedeutet, dass man nicht nur hergeht und einen Punkt miteinander verknüpft, was bei uns wahrscheinlich im Januar 2018 fertig sein wird,  also das ich mit Dir diese Kryptowährungen austauschen kann und zwar ohne dass ich Dir vertrauen muss.

Aber das spannende wird eher sein, wie könnte man das über 3 oder 4 Stellen machen. Zum Beispiel: Du hast einen Freund, den Thomas, den ich aber nicht kenne. Ich möchte aber dem Thomas Geld schicken, kann ihm aber nicht direkt das Geld schicken, weil ich ihn nicht kenne.

Jetzt kann ich mit Dir einen Kanal aufbauen und sagen, wenn Du ihm das Geld gibst, geb ich dir das Geld auch. Jetzt verknüpfen wir diese Kanäle über einen kryptografischen Mechanismus.

Ich muss damit Dir nicht mehr vertrauen, dass Du Geld weitergibst, sondern ich  vertrau damit dem Algorithmus, dass Du zum Beispiel 10 Euro weiterschickst. Und das ist eben das revolutionäre an COMIT, das wohl in circa einem Jahr voll funktionsfähig sein wird.

GeVestor: Dann kann man COMIT auch einsetzen und nutzen?

Dr. Julian Hosp: Genau. Also diese Multi-Hops. Damit das Ganze über einen Hop funktioniert, dass möchten wir schon im Januar fertig haben, was auch nicht so schwierig und auch nicht so aufregend ist. Das sind dann meistens dezentralisierte Exchanges, also nicht so der Burner. Der Burner ist, wenn es wirklich Multi-Hop funktioniert, da braucht man zunächst diese Single-Hops.

GeVestor: Wo siehst Du TenX in 3 bis 5 Jahren und wann wird die TenX Debitkarte  überall auf der Welt (Indien, China etc.) verfügbar sein?

Dr. Julian Hosp: Ja, das gibt’s eigentlich jetzt schon. Manche Länder sind derzeit ausgenommen, aber theoretisch haben wir TenX weltweit. Das Ziel für uns ist es, dass wir in 3 Jahren mehrere Millionen Karten draußen haben.

Für uns ist das Ziel, dass wir in jedem Fall in 3 Jahren oder sagen wir in 5 Jahren den Übergang weg von den Karten und hin zur direkten Transaktion schaffen. Also von einer Blockchain und von einer Kryptowährung zur nächsten.

Was wir schlussendlich wollen, wenn wir das ganze Szenario jetzt 20 Jahre vorspielen, ist Folgendes: Wenn Du irgendwo hingehst und was bezahlen willst, egal mit welchem Interface auch immer, Neurolink im Gehirn, einem Fingerabdruck-Scanner oder Iris-Scanner, irgendwie wirst Du bezahlen.

Ich denke nicht über ein Handy und ich denke nicht über eine App, aber ich denke definitiv, dass es ein TenX-System sein wird, das ein Interface hat. Dann ist die spannende Frage, mit was Du bezahlst. Also nicht wie, sondern was.

Und das was Du bezahlst und das ist das was wir bei TenX glauben, ist, dass Du auf all deine Vermögenswerte, die in 20 Jahren auf einer Blockchain sein werden, zugreifen kannst. Also Aktien, Wohnungen, Währungen, Gold, Treueprogramme, also wirklich alles, was irgendwie einen Wert hat. Wenn man diese Blockchains mit COMIT verknüpft, dann hat man als TenX-User kompletten Zugriff darauf.

Über Machine Learning könnte dieses System dann genau verstehen, welche Ausgabe am meisten Sinn macht. Das könnten zum Beispiel Miles & More Meilen sein, weil Du gerade geflogen bist. Oder und das ist jetzt ein reales Beispiel: Burger King ist gerade hergegangen und hat einen Whoppercoin in Russland gemacht. Das heißt, die haben eine Blockchain mit Coins, wenn du jetzt zum Beispiel einen Burger isst bekommst Du Coins.

Warum kriegt man diese Coins und nicht einfach nur einen Stempel? Weil diese Coins jetzt tauschbar sind. Jetzt könnte man zum Beispiel hergehen und diese Coins ausgeben, da das System weiß, dass man in der Regel zu McDonald`s geht und man diese Coins nicht braucht. So wird das Zahlungssystem in der Zukunft unserer Meinung nach aussehen.

In 3 Jahren wird es aber noch sehr Debitkarten-lastig sein. Ich glaube in 5 Jahren werden wir diesen Umschwung langsam zur reinen Blockchain sehen. Ich glaube, dass es noch 15 bis 20 Jahre dauern wird, bis wirklich dieser volle Umschwung passiert.

Ich glaub nicht, dass in 15 bis 20 Jahren das Bargeld komplett abgeschafft sein wird und ich glaube auch nicht, dass das traditionelle Geld weg ist.

Ich glaube vielmehr, dass es rein aus Einfachheit und Transparenz immer mehr in den Blockchain-Bereich hineingeht, weil Zentralbanken und große Länder die Bürger dorthin drängen werden, weil es einfach für Banken und große Länder viele Vorteile hat, wenn Sachen auf einer Blockchain passieren.

GeVestor: Noch eine abschließende Frage aus aktuellen Anlass. TenX hat Karten außerhalb Europas praktisch zurückgezogen. Kannst Du etwas zur aktuellen Situation mit Wave Crest sagen, erhalten Kunden außerhalb Europas automatisch eine neue Karte?

Dr. Julian Hosp: Genau, also für Kunden innerhalb Europa bleibt alles gleich, wobei die Kunden in Europa bekommen von uns auch eine neue Karte von unserem neuen Anbieter. Für uns war immer schon der Plan, dass wir von Wave Crest weg wollen. Das ist eigentlich schon seit 6 Monaten der Plan. Für uns war Wave Crest kein langfristiger Partner.

Die Leute außerhalb von Europa bekommen Mitte Oktober alle automatisch eine neue Karte, da funktioniert die alte Karte sowieso nicht mehr. Bei den Europäern wird es etwas länger dauern, hier werden wir erst danach eine neue Karte schicken, was aber egal ist, weil Wave Crest weiter funktioniert.

Deshalb wollen wir uns zunächst natürlich auf die Leute außerhalb Europas zuerst fokussieren, dafür werden die Europäer ihre Karten einfach schneller erhalten. Wir werden voraussichtlich in den nächsten Tagen und Wochen so ziemlich alle Europäer mit Karten versorgen und dann den Nicht-Europäern sozusagen das neue System geben.

Wir bedanken uns vielmals für Deine Zeit.

25. September 2017

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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