MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Interview: Mr. DAX rät zum Stock Picking

Die Entwicklungen am Aktienmarkt werden vielen Anlegern allmählich unheimlich. Um mehr als 20% hat der wichtigste deutsche Börsenindikator, der Deutsche Aktienindex DAX, seit März 2013 zugelegt.

Die Frage nach einem Richtungswechsel wird lauter. Börsenexperte Dirk Müller mahnt im GeVestor-Gespräch dennoch zur Ruhe. Marcus Schult fragte ihn anlässlich der Deutschen Anlegermesse in Frankfurt, wo er die Chancen auch für Privatanleger sieht.

Klicken Sie auf den grünen, runden „Play“-Button, um das Interview zu hören.

Das komplette Interview als Textversion

GeVestor: Wo sehen Sie die Chancen für Privatanleger angesichts der Entwicklungen am Aktienmarkt?


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Dirk Müller: Die Chancen liegen darin, dass es keine Alternative gibt. Die Zinsen sind bei nahe 0%. Als Anleger habe ich einen Realwertverlust, wenn ich in Anleihen oder in Geldwerte investiere. Und es sieht auch nicht aus, als würde sich das schnell ändern, denn die Staaten, die großen Schuldner, können sich schlichtweg keine höheren Zinsen leisten.

Wir werden in absehbarer Zeit, solange die Schuldenberge so hoch bleiben, keine deutliche Erhöhung der Zinsen sehen. Das ist das, was für die Alternativlosigkeit der Aktien spricht. Auf der anderen Seite haben wir gesehen, dass diese Argumente auch lange für das Gold sprachen, und trotz dieser noch immer geltenden Argumente der Goldpreis plötzlich deutlich unter Druck kommen könnte.

Warum soll es also nicht bei Aktien möglich sein, trotz dieser so unfehlbaren Argumente der hohen Liquidität auch die Aktien unter Druck zu bringen? Wie schnell das gehen kann, haben wir Ende Januar gesehen.

Die Stimmung an der Börse kann blitzschnell umschlagen. Dieser Mr. Market, dieser Irre der Börse, hat ein launisches Leben. Es kann jederzeit nach unten wegbrechen. Niemand kann es belastbar sagen. Man kann nur auf Sicht fahren, gute Unternehmen zu günstigen Zeiten kaufen, und dann lässt sich hier ganz entspannt an der Börse agieren.

GeVestor: Mr. Market, der Irre der Börse, wie Sie ihn nennen, hat jetzt etwas in Umlauf gebracht, was ziemlich heiß diskutiert wird: ein Chart, das Parallelen zieht zur großen Wirtschaftskrise 1928. Wie realistisch ist dieses Szenario und worauf muss man als Anleger achten? Welches sind die typischen Fehler, die Anleger in solchen Situationen immer machen?

Müller: Ich würde mich als Anleger davon erst einmal nicht verrückt machen lassen. Es ist ein schönes Bonmot, man schaut es sich gerne an, es ist gruselig. Ich würde nicht allzu viel Geld darauf wetten, dass es tatsächlich so kommt.

Ich könnte Ihnen jetzt sicherlich eine halbe Stunde lang Gründe nennen, warum es genau so kommen muss und kommen wird. Und genau die gleichen Gründe könnte ich Ihnen nennen, warum es nicht passiert. Das heißt, es ist einfach nicht belastbar. Es wäre einer der seltenen Momente der Weltgeschichte, an denen ein Crash Tage und Wochen vorher in der Apothekenumschau angekündigt würde.

Von daher ist allein schon das ein Grund, warum es wahrscheinlich nicht so kommen wird. Und wenn es doch passiert: Ja, herrlich! Das ist doch genau der Moment, auf den wir warten, um endlich die Filetstücke zu günstigen Preisen zu bekommen! Wir wissen ganz genau, dass unglaublich viele Risiken auch warten.

Und beides spielt momentan gegeneinander. Die Chancen werden an den Börsen in den letzten Monaten vorrangig gespielt. Die Risiken sind uns bewusst und wir haben sie im Auge. Natürlich wird man nervös, wenn man sich dieser Risiken klar wird und sagt: Das kommt – wir wissen nur nicht, wann.

Man muss in diesen Märkten aktiv sein, man muss investiert sein, aber man muss die Risiken im Auge haben. In dem Moment, wo sie Überhand nehmen und entsprechende Durchschlagskraft haben, muss man bei diesem Markt vorsichtig sein. Ob man aussteigen muss, ist die Frage.

Ich empfehle eher eine langfristige Absicherung des Depots mit klassischen Put-Optionen. Die kosten mich auf 1 Jahr gerechnet mit 10% Eigenbeteiligung etwa 3% Rendite. Das ist das, was ich bei den Unternehmen etwa auch so als Dividende bekomme.

Dann bin ich nach oben, wenn es weiter explodiert, bis auf diese 3%, die ich bezahlt habe, voll dabei. Und nach unten habe ich eben die Absicherung, dass mir nicht mehr als die 10% passieren können.

Im Grunde sollte der Anleger immer das Gleiche tun, er sollte sich starke Unternehmen suchen, die seit Jahren Gewinn machen, von denen man es in den nächsten Jahren auch noch erwarten kann. Und die sollte er an Tagen oder in Phasen kaufen, in denen dieser Mr. Market – die Börse – Panik in den Augen hat, und er sollte sich nicht von der Börse anstecken lassen.

Aber genauso sollte er ihr auch an den höchsten Punkten nicht hinterher rennen. Schon Kostolany sagte: Einer abgefahrenen Straßenbahn, einer verpassten Chance rennt man nicht hinterher – die nächste kommt bestimmt.

6. März 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Marcus Schult. Über den Autor

Finanzen sind sein Leben: Mit dem richtigen Gespür für Wirtschaft- und Finanzthemen ausgestattet liefert der ehemalige ARD-Mann das richtige Know-How.