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Intransparente Zertifikate müssen vom Markt genommen werden

Der finanzpolitische Sprecher der Grünen, Gerhard Schick, hat gegenüber dem Handelsblatt gefordert, dass intransparente Zertifikate vom Markt genommen werden müssen.

Das fordere ich schon seit Jahren.

Eines gleich vorweg: Sie können leider sicher sein, dass das nicht passieren wird.

Das ergibt sich aus der Stellungnahme der Bundesregierung dazu und der Äußerung des Lobby-Verbandes der Zertifikate emittierenden Banken und Wertpapier-Häuser, des Deutschen Derivate-Verbands (DDV).

Ob Schick das Thema bewusst in derzeit turbulenten Börsen-Zeiten angesprochen hat oder der Zeitpunkt zufällig war, weiß ich nicht.

Fakt ist aber, dass das Thema derzeit besonders aktuell ist. Denn es geht um das Insolvenz-Risiko von Banken.

Und das ist höher, wenn es zu einem Crash kommt, als in ruhigen Börsen-Zeiten. Also ist es jetzt auch für Sie als Anleger besonders brisant.

Zertifikate-Risiko auch Jahre nach der Insolvenz von Lehman Brothers unverändert

2008 verloren viele Anleger hohe Geldsummen oder ihre gesamten Ersparnisse, als die US-Großbank Lehman Brothers in die Pleite schlitterte.

Ich habe mehrfach darüber berichtet und warne seitdem verstärkt vor den Risiken von Zertifikaten.


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Aber bis heute, so die berechtigte Kritik der Grünen, hat sich bei den intransparenten Zertifikaten nichts geändert (Stand: Januar 2016).

Was die Grünen jetzt aufgegriffen haben, schreibe ich Ihnen seit Jahren (auch schon vor der Lehman-Pleite):

Zertifikate bergen das Totalverlust-Risiko durch Insolvenz des Emittenten

Wenn Sie Zertifikate kaufen, gibt es das Emittenten-Risiko, denn Zertifikate sind sogenannte Inhaberschuldverschreibungen.

Dabei leihen Sie der emittierenden Bank Geld. Die gibt Ihnen dafür ein Leistungs-Versprechen (Zertifikat).

Bei einer Insolvenz des Emittenten (wie eben auch 2008 bei Lehman Brothers) ist das dem Emittenten geliehene Geld weg.

Das bedeutet (gegebenenfalls) für Sie: Totalverlust der investierten Gelder. Auch dann, wenn Ihre Spekulation richtig war oder Sie vielleicht schon hohe Buchgewinne haben: alles weg!

Regierung lässt alles, wie es ist

Nach dem Bericht des Handelsblattes sieht die Regierung den Anleger aber nicht als schutzlos, da – so wörtlich – „zivilrechtlich Anleger im Rahmen einer Anlageberatung über das Zertifikaten immanente Emittentenrisiko aufzuklären sind.“

Das sei durch das Aufsichtsrecht und durch Transparenz sowie die Beratungs-Pflicht gegeben.

Forderung der Grünen nicht erfüllbar

Der finanzpolitische Sprecher der Grünen forderte weiter, dass „die Bundesregierung das Thema Emittentenrisiko angehen“ müsse.

Das Thema anzugehen ist ja ganz nett – das Problem zu lösen aber unmöglich. Auch der Verweis des DDV auf die „besicherten Zertifikate“ hilft da nicht weiter.

Diese reduzieren das Totalverlust-Risiko durch Insolvenz des Emittenten, beseitigen es aber nicht.

Das belegt ein Verkaufs-Prospekt der Commerzbank (hier als Beispiel). Dort steht zu besicherten Zertifikaten (gekürzt):

„Restrisiko: Im Falle einer Insolvenz der Emittentin wird Clearstream (Abwicklungs-Stelle für an der Börse getätigten Geschäfte, Anmerkung R. Heißmann) die Sicherheiten verwerten und den Verwertungserlös den Anlegern zukommen lassen.

Sollte der Verwertungserlös nicht ausreichen, werden Forderungen nur teilweise erfüllt. Damit trägt der Anleger auch bei einer Besicherung ein gewisses Restrisiko.“

Jedes Restrisiko ist ein Risiko. Und das „gewisse Restrisiko“ sehe ich eher als ungewisses Restrisiko an. Ich bewerte das als Scheinsicherheit und die Erläuterung als Wortklauberei.

Optionen statt intransparenter Zertifikate

Auch vor der Insolvenz von Lehman Brothers hat man nicht gedacht, dass das Emittenten-Risiko so problematisch und hochaktuell ist.

Auch jetzt ist es nicht hoch. Aber da Sie davon wissen (spätestens beim Lesen dieser Zeilen), müssen Sie es einkalkulieren. Nennenswerte Beträge dürfen Sie (meiner Meinung nach) in solche Papiere nicht investieren.

Es gibt nur eine Lösung, um das Risiko oder Restrisiko auszuschalten. Meiden Sie Zertifikate komplett!

Handeln Sie Optionen! Die haben keinen Emittenten und damit ist das Totalverlust-Risiko durch Insolvenz des Emittenten schon von der Konstruktion her ausgeschlossen.

20. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi" und "Heißmanns Königsklasse". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.