von Jan Aalto

Investieren in BRIC? Neuer Renditeaufschwung in Schwellenländern

BRIC kann gefährlich sein

Konservativ hilft oft besser: USA sicherer als Schwellenländer

Wer hohe Renditen erzielen will, muss jetzt in Schwellenländer investieren.

So die Botschaft von Magazinen und Zeitungen zu den nächsten Aussichten.

Unter dem Kürzel “BRIC” können Sie Aktien aus Brasilien, Russland, Indien und China zusammen kaufen. Dies funktioniert über Zertifikate oder Fonds, die von Banken angeboten werden. Jetzt scheint es an diesen Märkten wieder voranzugehen. Damit werden die BRIC-Produkte scheinbar wieder attraktiver. Vorsicht, meinen wir.

BRIC stand in den vergangenen Jahren oft für Gewinne, inzwischen aber auch frü Verluste - kein Zufall, meinen wir.

BRIC – ein Kunstbegriff

BRIC selbst ist keine Region oder Branche, in die Investments deshalb sinnvoll sein könnten, weil die einzelnen Unternehmen/Länder noch zwingend zusammen arbeiten. BRIC ist eine Erfindung der Finanzindustrie, um Wachstumsstärke zu demonstrieren. Das bedeutet:

Genauso gut hätten Taiwan, Singapur, Argentinien oder die Türkei in der Auswahl landen können, um es salopp zu formulieren. Das Problem bei BRICs:

  • Sie könnten Phasen erleben, in denen die einzelnen Märkte sogar gegeneinander arbeiten. Wenn etwa Kupfer gefragt ist und Russland sowie China am Weltmarkt kaufen wollen, treiben sie gegenseitig den Preis.
  • Die großen Wirtschaftsregionen teilen sich auch den Markt der Nachfrage nach Billigproduktions-Möglichkeiten. Das bedeutet: sie werden um Auto-Produktionsstätten kämpfen, Standorte für die Bekleidungsindustrie oder schlicht um eigene Absatzmöglichkeiten für Rohstoffe.
  • Schließlich passen die Länder auch hinsichtlich der Währungen nicht zusammen. Der Rinminbi aus China wird vollkommen autonom geführt. Das kann an den Devisenmärkten immer wieder zu Turbulenzen führen.

Schwellenländer wachsen

Unabhängig von diesen Kritikpunkten bleibt es dabei, dass die Schwellenländer einen intakten Aufschwung haben. Alleine China wächst zur Zeit um mindestens 8% jährlich. Nur die mögliche Inflation bereitet Analysten sowie der Regierung selbst Sorgen.

Auch Indien hat eine hohe Inflation, die mit ganz anderen Instrumenten bekämpft wird als in China. Deshalb ist die Investition in dieses Regionenbündel riskanter als Einzelinvestitionen.

Einzelaktien hingegen würden zu riskant, weil sie in aller Regel nicht abschätzen können, wie solide die Bilanzen zustande gekommen sind. Auch die Besitzverhältnisse zur Aktie selbst und damit deren Volatilität (Schwankungsanfälligkeit) ist von außen oft nur schwierig einzuschätzen.

GeVestor meint: Mit ETF börsengehandelten Fonds auf die einzelnen Länder werden Sie besser fahren. Läuft es an einem Markt nicht, können Sie kurzfristig aussteigen, ohne auf die Rendite in den anderen Ländern zu verzichten.

Zur Zeit ist und bleibt China lukrativ. Auch für einen ETF börsengehandelten Fonds. Kaufen Sie für dieses Land allerdings einen ETF auf den HangSeng oder einen "China"-Fonds und konzentrieren sich nicht nur auf den Shanghai-Index. Der spiegelt die Wertentwicklung nicht korrekt wider.

 
 
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